AndreaW..
Liebe Expertin, wir möchten unsere 7 Monate alte Tochter gerne mal bei den Großeltern lassen. Sie war noch nie alleine dort oder generell bei/mit jemand anderem, sie war immer nur mit mir oder ihrem Papa. Wie gehen wir das am Besten an? Sie einfach mal für wenige Stunden bei den Großeltern im Haus lassen? Zu Besuch waren wir natürlich schon zusammen dort. Ich möchte halt nicht, dass sie sich erschreckt oder durcheinander ist wenn Papa oder ich nicht da sind. Haben sie Tipps? Dann zum Thema Bindung, was schadet der Mutter-Kind Bindung? Ich habe gelesen die Beziehung nimmt Schaden an wenn die Bedürfnisse des Babys ignoriert werden. Ich versuche immer auf sie einzugehen, aber z.B beim Thema Schlaf wurde mir schon oft geraten die Schlafenszeit hinauszuzögern und dann war sie natürlich auch quengelig. Beim Wickeln und Anziehen haben wir auch gerade oft die Situation, dass sie sich drehen oder setzen möchte und ich so eben nicht machen kann was in dem Moment gemacht werden muss und dann muss ich sie immer wieder zurückdrehen und festhalten und sie wehrt sich natürlich was dann aussieht wie ein Kampf und in Geschrei endet. Oder auch beim Thema Flasche geben, es gibt Momente da kann ich einfach nicht sofort und sie muss eben warten oder wir verstehen nicht gleich, dass sie wegen Hunger weint, ist das nun auch die Bedürfnisse ignorieren? Mit freundlichen Grüßen, Andrea
Guten Tag, Sie können Ihre Tochter allmählich an die Betreuung durch die Großeltern gewöhnen. Als günstig erweist sich da oft die eigene Wohnung. Sie ist Ihrer Tochter vertraut und sie muss sich nicht auf alles neu einstellen. Sie können versuchen, sich eine Weile in einem anderen Raum aufzuhalten als Ihre Tochter und die Großeltern. Wenn Ihre Tochter das gut akzeptiert, können Sie für eine Weile weggehen und das dann allmählich ausbauen. Entscheidend ist, wie gut Ihre Tochter sich von den Großeltern beruhigen lässt. Da sie diese bereits kennt, wird das sicher gelingen. Die Bindung zu Ihrer Tochter nimmt keinen Schaden, wenn Ihre Tochter ein wenig auf die Bedürfnisbefriedigung warten muss. Das muss ein Baby schrittweise lernen. Das Ignorieren von Bedürfnissen ist etwas ganz anderes. Sie sprechen ja sicher in der Wartezeit mit Ihrer Tochter und versuchen, sie zu beruhigen und zu trösten. Sie spürt dann, dass sie nicht alleine ist. Die Schlafenszeit hinauszuzögern erscheint mir nicht sinnvoll. Schlaf ist ein Urbedürfnis des Menschen. Ihre Tochter muss da ihren Rhythmus noch finden, der sich dann in den ersten Lebensjahren auch noch ändern darf. Ich wünsche Ihnen alles Gute. Ingrid Henkes
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