Liebe Frau Henkes, ich habe einen 6jährigen Sohn, der von seinem Charakter her ein liebenswerter, fröhlicher und hilfsbereiter Junge ist. Doch zunehmend beobachte ich, dass er gemein ist. Angefangen bei seiner kleinen Schwester: Entweder provoziert er sie aus dem Nichts heraus (sie spielt z.b. mit ihren Puppen und dann tritt er die Spielzeuge weg) oder beleidigt sie o.Ä.. Doch was ich richtig traurig finde: er will sich nur noch bedienen lassen. Wenn er Durst oder Hunger hat, soll ich es ihm bringen. Und wenn ich sage, dass er es sich auch selber holen kann, weil es eh auf dem Tisch steht,  sagt er, ich sei doch sein Diener. Gestern haben wir zufällig darüber gesprochen, wenn wir ein Gegenstand wären, welcher wir wären. Er hat da genau überlegt, was er sagt. Er wäre gern ein Lenkrad, dann könnte er bestimmen. (Eigentlich tut er das eh schon.) Und zu mir sagte er dann, ich wäre eine kackwurst. Das hat mich ziemlich getroffen. Zumal unser Tag gestern wunderschön und harmonisch war. Wie soll ich seine Aussagen deuten? Für ihn bin ich ein Diener und eine Kackwurst. Über eine Einschätzung Ihrerseits würde ich mich sehr freuen.   Vielen Dank im Voraus und viele Grüße  Grandessa