Mitglied inaktiv
Hallo Dr. Posth, seit ca. 4 Monaten geht unser Sohnemann (jetzt 2Jahre) in eine neue Krippe, vorher ging er für 4 Monate in eine andere Einrichtung. Seit ca. 1 Monat wirkt er beim Betreten des Krippengeländes wie abwesend und fängt extrem an, zu weinen und nach mir zu rufen, wenn ich mich von ihm entferne. Die Erzieherin meint, er würde sich sofort beruhigen, wenn ich den Raum verließe, bzw. aus seinem Gesichtskreis "verschwinden" würde, ich solle mir also keine Gedanken machen. Aber so richtig freudestrahlend ist er irgendwie noch nie in die Krippe gegangen und Tommy ist wirklich ein sehr fröhliches und freundliches Kind. Mach ich mir aber doch, zumal er seit einer Woche, wenn er tagsüber in der Krippe war, nachts urplötzlich aufwacht und wie am Spieß schreit, er läßt sich nicht beruhigen und haut auch um sich, läßt sich nicht hochnehmen, anfassen usw. Es dauer zum Teil eine halbe Stunde, bis sich das legt. Wir singen dann mit ihm oder summen ihm was vor. Am Wochenende hat er nachts durchgeschlafen, letzte Nacht ist er wieder wach geworden und hat geschrien und geweint. Seit neuestem sagt er tagsüber, sobald das Gespräch auf die Erzieherinnen kommt, immer "XY-nein", "YZ-nein" (Namen möchte ich nicht nennen) und das zusammen mit der Tatsache, dass er sich offensichtlich vor einem Tag in der Krippe fürchtet und nachts schreit, macht mir richtig Sorgen. Heute wollen wir mal mit den Erzieherinnen reden, woran das liegen könnte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine von Beiden Tommy anders behandeln sollte, als die anderen Kinder. Trotzdem finde ich das alles seltsam. Er soll jetzt in der Krippe zur Sauberkeit "erzogen" werden, d.h. tagsüber ohne Windel und nur auf die Toilette. Dort scheint es auch ab und zu zu funktionieren, zuhause machen wir aber keinen Stress wegen den Windeln, sondern versuchen ab und an, ihn auf die Toilette zu setzen, wenn er mitspielt. Ich habe etwas Bedenken, ob in der Krippe vielleicht gestraft wird, wenn mal was daneben geht. Das ganze ist nun etwas lang und ausführlich geworden, ich würde mich trotzdem freuen, wenn Sie mir und die ein oder andere KiGa-erprobte Mutti vielleicht einen Rat geben könnten. Danke und viele Grüße Bine
Liebe (Sa)bine(?), schon oft habe ich hier im Forum auf die unter Erzieherinnen falsch verstandene Auffassung hingewiesen, daß das Verstummen des Weinens nach dem Abschied, wenn die Mutter weg ist, etwas mit Beruhigung und Hinwendung zum Kiga zu tun hätte. Es drückt nur die Anpassungsfähigkeit des Kindes aus, die aber zum Preis einer großen Enttäuscheung und echten seelischen Schmerzes erkauft wird. Der kommt dann nachts (im Traum) zurück. Wenn man die Emotion Trauer beim Kleinkind schon vermuten möchte (Emotionspsychologie), hier fängt sie an, und nicht beim Säugling! Im Suchlauf unter Kita oder Kiga oder Anpassungsfähigkeit finden Sie sicher viele Antworten zu diesem Problem. Viele Kinder sind in diesem Alter noch nicht wirklich bereit für eine Kita. Wenn aber dort auch noch Sauberkeitserziehung auf dilettantische Weise begonnen wird, würde ich mir überlegen, ob ich mein Kind dort lassen würde. Viele Grüße
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