Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Aggressiv und Schüchtern?!

Frage: Aggressiv und Schüchtern?!

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Lieber Herr Dr. Posth,unser Sohn (2 3/4) geht seit August 2x/Woche 2,5 Std. in eine Spielgruppe ohne Eltern. 4 W. ging er gerne ohne Weinen, dann hat ihn dort jemand geschubst und er wollte nicht mehr dorthin. Seit dieser Zeit fing er an, recht aggressiv auf andere Kinder zu reagieren, er schubst schnell, oft ohne erkennbaren Grund, beißt, haut und man sieht ihm die Anspannung durch Zähnezusammenbeißen an. Er sagt, es sei ihm zu laut und die Kindern sollen weggehen und ihn nicht sehen. Seit dieser Zeit gibt es viel Weinen morgens vorher. Ich verabschiede mich relativ schnell (länger verschlimmert es) und die Erzieherinnen versichern, dass er nach 5 Min. zu weinen aufhört und spielt. Er ist eigentlich ein sehr fröhliches energiegeladenes (Einzel-)Kind. Aber momentan ist es auch so, dass er anfing, sich in den Ärmel zu beißen, wenn er angesprochen wird und schüchtern wegschaut. Abends braucht er wieder mehr Nähe. Kinder können wir nicht mehr einladen. War es zu früh für die Spielgruppe?


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Hallo, die Erziehrinnen sagen meistens, das Kind hört auf zu weinen, wenn die Mutter fort ist. Das trifft auch häufig, nícht immer!, zu, aber es bedeutet nicht, dass das Kind sich innerlich gefangen hat. Es gibt nur auf zu protestieren, weil es sich einer fremden Übermacht ausgesetzt sieht und verdrängt und vermeidet schließlich seine Angst und Trauer. Aber, was es da in sich hinein frisst, lässt das Kind an anderer Stelle vorerst wieder heraus. Es reagiert regressiv in seinem unmittelbaren sozialen Umfeld, also Elternhaus, und wird wieder extrem trotzig und widerständig oder extrem anhänglich und weinerlich je nach Altersklasse. In der Überforderungssituation reagieren die Kinder entweder auffallend aggressiv oder besonders defensiv und in sich gekehrt, je nach Veranlagung und häuslichen Erfahrungen. Die einzeige Person, die dem Kind helfen könnte, wäre eine Ersatzbezugsperson in der Einrichtung, die es durch eine sanfte Ablösung erworben hätte. Wahrscheinlich ist es das Beste, sie machen erst einmal eine Ki-ga-Pause und lassen Ihren Sohn entscheiden, wann er wieder gehen möchte. Nur er selbst kann spüren, wann er wieder bereit dazu ist. Nicht Sie und nicht die Erzieherinnen können das herausspüren. Viele Grüße


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