Sylvia Ubbens

Trotzphase

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Sehr geehrte Frau Ubbens,
wir sind gerade kräftemäßig ziemlich am Rande.
Unser Sohn 3 Jahre kam Anfang Mai in den Kindergarten. Seit ein paar Wochen testet er seine Grenzen mehr als aus. Er hat ziemlich viel Ausdauer und so ein zornanfall kann sehr lange gehen (meist 1 Stunde)
Manchmal sind es ganz banale Dinge, dass er sein Essen nicht teilen will.
Heute hatten wir folgende Situation:
Er hat immer genau das Gegenteil gemacht, was wir zu ihm gesagt haben. Wir haben es 3 x versucht zu erklären und nichts hat’s gebracht. Grade zum Trotz!
Dann hab ich ihm gesagt noch einmal und Sandmann ist heute Abend gestrichen.
Natürlich hat er zum Trotz erneut gemacht und nicht nur einmal.
Ich habe es ihm erklärt dass Sandmann heute gestrichen ist und ab da ging das Theater los! In jeder Situation kam der Sandmann wieder ans Licht! Kein ablenken half, nichts!
Ich bin trotzdem konsequent geblieben und habe ihm versucht in Ruhe zu erklären warum ich so gehandelt habe.
Nichts hat geholfen! Nach einer halben Stunde verließ ich sein Zimmer, aber da wurde alles noch schlimmer! Dann nahm ich ihn auf den Arm und versuchte ihm erneut zu erklären!
Aber es hat nichts geholfen! 1 Stunde lang ging das Theater! Dann ist er vor Erschöpfung auf meinem Arm eingeschlafen.
Ich weiß nicht wie ich mich in so einem Moment korrekt verhalten muss, vor allem dass ich nicht laut werde und die Geduld verlier!
Haben Sie mir Tipps wie ich mich verhalten kann?
Vielen Dank!

von Gutholz am 04.06.2019, 22:13 Uhr

 

Antwort auf:

Trotzphase

Liebe Gutholz,

erklären Sie nichts drei Mal. Einmal genügt. Ihr Sohn hört Sie nicht. Er ist in seinem Trotz gefangen.

Sprechen Sie Konsequenzen aus, die sofort umgesetzt werden können. Den Sandmann, der erst Stunden später läuft, zu streichen, hat für Ihren Sohn nichts mit seiner Handlung zu tun und er kann die Streichung nicht nachvollziehen. Ein Beispiel: Ihr Sohn soll sich seine Schuhe ausziehen, er rennt absichtlich mit Schuhen in der Wohnung herum, dann nehmen Sie ihn an die Hand und gehen in den Flur (oder dorthin, wo die Schuhe bei Ihnen an- und ausgezogen werden) und bleiben neben ihm stehen, bis die Schuhe ausgezogen sind. Achten Sie darauf, dass er nicht wegläuft. So und ähnlich handeln Sie in anderen Situationen. Planen Sie in den nächsten Wochen immer etwas mehr Zeit ein, damit Sie die Zeit aufbringen können, darauf zu warten, dass Ihr Sohn Ihrem Wunsch nach handelt.

Haben Sie konkrete Beispiele und möchten hierfür konkrete Tipps, melden Sie sich gerne noch einmal.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 05.06.2019

Antwort auf:

Trotzphase

Wie reagiere ich wenn er weg läuft?
Und wenn er in sein Zimmer hoch muss und er das Zimmer wieder verlässt, wie reagiere ich dann?

Zum zweiten haben wir jeden Morgen großes Drama beim in den Kindergarten gehen.
Er wacht auf, fragt mich ob heute Kindergarten ist und dann geht es los. "Er will nicht in den Kindergarten". Wenn ich ihn fragen warum, sagt er dass es ihm da nicht gefällt.
Ich versuche ihm zu erklären dass jedes Kind in den Kindergarten geht und dass Mama und Papa arbeiten gehen um Geld zu verdienen. Ich habe schon einiges versucht es ihm schmackhaft zu machen aber keine Chance. Er weint und weint bis ich ihn abgegeben habe. Dann sei er schnell ruhig aber traurig ist er trotzdem sehr oft.
Wie kann ich ihm den Start etwas erleichtern? Wie soll ich mich verhalten?

Das nächste Problem dass wir seit einiger Zeit haben, ist das teilen mit anderen!
Wenn er 4 Bonbons in der Hand hat, gibt er kein einziges ab an seine Cousine, genauso mit den Spielsachen! Und wenn ich es ihm sage und es dann weg nehme dann tobt er wieder. Auch hier die Frage: Wie kann ich mich als Mutter hier am besten verhalten?

Ich glaube das mein Sohn ein hochsensibles Kind ist und will nichts falsch machen!

DANKE!

von Gutholz am 06.06.2019

Antwort auf:

Trotzphase

Liebe Gutholz,

läuft Ihr Sohn weg, nehmen Sie ihn an die Hand. Erklären Sie ihm vor dem Spaziergang, dass es so sein wird. Ggf. nehmen Sie Ihren Sohn schon an die Hand, sobald sie losgehen. Vielleicht üben Sie das Alleinelaufen an einem ungefährlichen Ort. Er darf ein Stück alleine laufen. Sie sagen Halt oder Stopp. Hört er auf Sie, dann darf er wieder alleine laufen. Hört er nicht, geht es an die Hand.

Warum muss Ihr Sohn in sein Zimmer? Als Erziehungsmöglichkeit versteht Ihr Sohn es noch nicht. Dafür ist er noch zu jung. Lassen Sie ihn nicht allein in einer anderen Etage. Möchten Sie, dass Ihr Sohn seine Gefühle bei einem Wutanfall wieder unter Kontrolle bekommt, setzen Sie ihn vielleicht auf einen Stuhl oder ein Sofa in der gleichen Etage, in der Sie sich aufhalten und lassen auf jeden Fall die Tür offen, falls Sie sich nicht im selben Raum aufhalten.

Planen Sie morgens etwas mehr Zeit ein, wenn Sie Ihren Sohn in den Kindergarten bringen. Machen Sie dort noch etwas Gemeinsames, auf das sich Ihr Sohn freuen kann. Lesen Sie ihm im Kindergarten noch eine Geschichte vor, legen ein Puzzle oder malen ein Bild. Die eigentliche Verabschiedung sollte dann möglichst zügig ablaufen. Bitten Sie eine Erzieherin um Unterstützung.

Geben Sie Ihrem Sohn in den nächsten Wochen keine Dinge in die Hand, von denen er welche abgeben soll. Geben Sie der Cousine oder anderen die Bonbons selbst. Er wird in naher Zukunft lernen zu teilen, bis dahin sollten Sie Geduld haben und es ihm und sich einfacher machen und nicht zu viel von ihm erwarten.

Spielzeug, das er anderen wegnimmt, muss er wieder abgeben. Spielzeug, das er zuerst hatte, soll er behalten dürfen. Das gemeinsame Spiel und damit auch das freiwillige Abgeben von Spielzeug wird sich auch in den nächsten Wochen entwickeln.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 06.06.2019

Antwort auf:

Trotzphase

Liebe Gutholz,

läuft Ihr Sohn weg, nehmen Sie ihn an die Hand. Erklären Sie ihm vor dem Spaziergang, dass es so sein wird. Ggf. nehmen Sie Ihren Sohn schon an die Hand, sobald sie losgehen. Vielleicht üben Sie das Alleinelaufen an einem ungefährlichen Ort. Er darf ein Stück alleine laufen. Sie sagen Halt oder Stopp. Hört er auf Sie, dann darf er wieder alleine laufen. Hört er nicht, geht es an die Hand.

Warum muss Ihr Sohn in sein Zimmer? Als Erziehungsmöglichkeit versteht Ihr Sohn es noch nicht. Dafür ist er noch zu jung. Lassen Sie ihn nicht allein in einer anderen Etage. Möchten Sie, dass Ihr Sohn seine Gefühle bei einem Wutanfall wieder unter Kontrolle bekommt, setzen Sie ihn vielleicht auf einen Stuhl oder ein Sofa in der gleichen Etage, in der Sie sich aufhalten und lassen auf jeden Fall die Tür offen, falls Sie sich nicht im selben Raum aufhalten.

Planen Sie morgens etwas mehr Zeit ein, wenn Sie Ihren Sohn in den Kindergarten bringen. Machen Sie dort noch etwas Gemeinsames, auf das sich Ihr Sohn freuen kann. Lesen Sie ihm im Kindergarten noch eine Geschichte vor, legen ein Puzzle oder malen ein Bild. Die eigentliche Verabschiedung sollte dann möglichst zügig ablaufen. Bitten Sie eine Erzieherin um Unterstützung.

Geben Sie Ihrem Sohn in den nächsten Wochen keine Dinge in die Hand, von denen er welche abgeben soll. Geben Sie der Cousine oder anderen die Bonbons selbst. Er wird in naher Zukunft lernen zu teilen, bis dahin sollten Sie Geduld haben und es ihm und sich einfacher machen und nicht zu viel von ihm erwarten.

Spielzeug, das er anderen wegnimmt, muss er wieder abgeben. Spielzeug, das er zuerst hatte, soll er behalten dürfen. Das gemeinsame Spiel und damit auch das freiwillige Abgeben von Spielzeug wird sich auch in den nächsten Wochen entwickeln.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 06.06.2019


Re: Trotzphase
Wenn er nicht auf dem Sofa sitzen bleibt was tu ich dann???

Das mit dem teilen ist eine gute Idee, die ich so versuchen werde. Allerdings ist mein Sohn gerade dass er sogar Dinge nicht abgeben will die er nicht einmal hat! Auch beim Essen mit uns! Er will alles für sich!!! Und wenn Mama oder Papa was nimmt dann sagt er alles meins und tobt wieder! Gibt es hier einen Tipp ihrerseits?

Er ist sehr auf Mama fixiert, der Papa darf gerade überhaupt nichts machen!

Vielen Dank!

von Gutholz am 08.06.2019

Antwort auf:

Trotzphase

Liebe Gutholz,

erklären Sie Ihrem Sohn vor der Mahlzeit, dass alle, auch Mama und Papa, essen dürfen, was auf dem Tisch steht. Kündigen Sie an, dass er vom Tisch aufstehen muss, wenn er darüber schimpft. Versuchen Sie, diese Erklärung liebevoll auf Augenhöhe rüber zu bringen. Während der Mahlzeit handeln Sie konsequent. Mit drei Jahren darf Ihr Sohn lernen, dass er nicht alles vorgeben kann.

Bekommen Sie bzw. Ihr Sohn Besuch von anderen Kindern, darf er im Vorfeld wenige Lieblingsspielzeuge aussuchen, mit denen die anderen Kinder nicht spielen dürfen und Sie diese weglegen. Mit den anderen Spielsachen dürfen alle Kinder spielen. Auch hier gehen Sie zum Erklären auf Augenhöhe. "Ich kann verstehen, dass du nicht alles teilen magst. Darum darfst du drei Sachen aussuchen, die wir weglegen, damit keiner damit spielen kann."

Soll Ihr Sohn für eine kleine Auszeit auf dem Sofa sitzen bleiben, setzen Sie sich ggf. zu ihm, damit er nicht aufsteht.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 11.06.2019

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