Sylvia Ubbens

ADHS?

Antwort von Sylvia Ubbens

Frage:

Liebe Frau Ubbens,
mein Sohn wird im September drei Jahre alt. Er war schon seit seiner Geburt sehr fordernd. Lange Schreiphasen, Verdauungs- und Trinkprobleme, später sehr starker Bewgungsdrang. Mit einem Jahr kam er in die KITA, die Eingewöhnung dort klappte problemlos. Aber er hatte dort Probleme zu schlafen und nach sechs Monaten fing eine starke Beißphase an. Nach einem Jahr meldete ich ihn wieder ab, da wir ein weiteres Kind bekamen und ich zu Hause war. Er schien mir dort auch nicht besonders glücklich. Zu Hause entwickelte er sich super, er ist sehr weit mit der Sprache, lässt sich gerne vorlesen, puzzelt gerne, auch alleine und liebt es draußen zu spielen und Laufrad zu fahren. Er ist sehr interssiert, spielt Memory und schneidet gerne Papier. Auch im Straßenverkehr klappt es schon gut. Allerdings ist er sehr willensstark und lässt sich kaum etwas sagen. Windelwechseln ist zum Beispiel kaum möglich, auf Toilette will er aber auch nicht.Und er ist auch noch oft grob zu seinem kleinen Bruder, als ob er seine Kräfte nicht richtig einschätzen kann. Das passiert auch noch manchmal, wenn auch nicht oft, bei anderen Kindern. Zuhause klappt es wie gesagt gut, aber wenn wir Besuch bekommen oder zu anderen zu Besuch gehen, dreht er oft völlig auf. Dann kommen wir nur schwer an ihn heran. Er läuft wird rum, wirft sein Spielzeug durch die Gegend und will volle Aufmerksamkeit. Selbst das reicht aber manchmal nicht aus. Ich erkenne ihn dann kaum wieder. Sonst spielt er sich schon mal eine halbe Stunde alleine ruhig in seinem Zimmer. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nur an Reizüberflutung liegt. Man kann mit ihm problemlos einkaufen, auf den Spielplatz oder in den Zoo oder andere Ausflüge machen, das genießt er. Als wir einmal Schlafbesuch hatten, stand er komplett neben sich und ist nur wild rumgetobt. Ich musste mich dann letztendlich mit ihm zusammen hinlegen, weil er nicht zur Ruhe gekommen ist. Wenn wir in der Stadt jemanden treffen und ich mich unterhalten will, läuft er oft einfach weg, damit ich ihm meine Aufmerksamkeit schenke. Haben Sie Tipps, wie ich am besten mit ihm umgehe? Und wie schätzen Sie sein Verhalten ein? Kann sich so etwas verwachsen? Oder sind das Anzeichen für ADHS? Andere sagen manchmal, er sei hyperaktiv, habe ein einnehmendes Wesen etc. Er soll ab Herbst in den Kindergarten und ich habe große Sorgen, dass er sich dort nicht unterordnen kann. Vielen lieben Dank für Ihre Antwort

von Linnie0404 am 25.05.2020, 08:30 Uhr

 

Antwort auf:

ADHS?

Liebe Linnie0404,

ADHS lese auch ich nicht aus Ihrem Text heraus.

Ihr Sohn ist ein aufgeweckter Zweijähriger mit ganz normalem Verhalten.
Er ist sehr aufgeregt, wenn er mit anderen Kindern zusammen ist. Er ist voller Freude und kann seine Gefühle aufgrund seines Alters noch nicht so gut zuordnen und noch nicht für sich behalten. Er wird mit der Zeit ruhiger werden, es kann jedoch noch ein klein wenig dauern.

Sehr viele Kinder im Kleinkindalter mögen ihr Spielzeug nicht teilen. Sie können vor einem Kinderbesuch mit Ihrem Sohn besprechen, dass Sie bestimmte Spielzeuge weglegen können, mit denen die anderen Kinder nicht spielen sollen. Die anderen Spielsachen stehen dafür für alle Kinder zur Verfügung.

Selten haben Kinder Geduld, wenn sich Erwachsene miteinander unterhalten. Treffen Sie Personen, mit denen Sie sich unterhalten möchten, nehmen Sie Ihren Sohn an die Hand oder auf den Arm.

Zu Hause arbeiten Sie, wie meine Vorrednerin schon geschrieben hat, gerne mit logischen Konsequenzen.

Ihr Sohn wird die Strukturen des Kindergartens im Kindergarten lernen, dazu gehört auch, sich "unterzuordnen". Er wird seine Freude haben, sich viel bewegen zu können und in Kontakt mit anderen Kindern zu sein.

Viele Grüße Sylvia

von Sylvia Ubbens am 26.05.2020

Antwort auf:

ADHS?

Nachtrag: Trotzanfälle kennen wir bei ihm auch, die sind zwar meist nur kurz, aber heftig. Generell klappt es draußen besser als drinnen, wobei ich das Gefühl habe, dass er weniger Aufmerksamkeit braucht, je besser er eine Umgebung oder die Menschen kennt. Bei Oma und Opa dreht er meistens nicht so auf. Und wenn Spielbesuch da ist, will er sein Spielzeug nicht teilen.

von Linnie0404 am 25.05.2020

Antwort:

ADHS? Nö ;-)

Eher ein ganz normler 3-jähriger, der seinen (Trotz?)-Kopf durchsetzen möchte, sprich: immer mehr selbst entscheiden will. Der evt. auch um Aufmerksamkeit meint kämpfen zu müssen, weil er seit Brüderchen eben nicht mehr der "Kind im Ring" ist. Der einen großen Bewegungsdrang hat etc Und eben bei Wut auch richtig wütend ist. Das war unser Kind übrigens auch - aber dabei mit großer Ausdauer gesegnet ;-) Das konnte auch schon mal 45 Minuten Toberei bedeuten - und ja, mit viel Ausdauer und Mühe im zu helfen, seine Emotionen etwas besser zu steuern ist auch das total normal geworden.

Besuchssituationen, Unterhaltung/Telefonate mit anderen Menschen etc sind die ganz normalen Dinge, bei denen ein Kind erst lernen muss, auch mal nicht im Mittelpunkt zu stehen.
Das Zauberwort heißt eigentlich wie immer "logische Konsequenzen".
Umziehen des Abends ist ein Drama? Dann eben nett und freundlich erklären, dass man ja noch eine Geschichte lesen könnte, wenn es jetzt gut klappt. Aber ansonsten eben dazu leider keine Zeit mehr ist.
Spielzeug werfen - dann muss das leider erst mal weg, weil es/andere Dinge sonst kaputt gehen.
Also natürlich solche Dinge ankündigen - dann aber auch umsetzen und das sicher große Theater einfach aushalten.

Man kann ganz gut aber auch mal Situationen mit Spaß auflösen - wer zB zuerst oben im Bad ist, wer jetzt schneller die Bauklötze eingesammelt hat usw.

Bzgl. Kindergarten würde ich erst mal keine Sorgen machen - evt. ist es genau das, was er braucht. Mit anderen Kindern spielen, sich dort austoben können, neue Anreize erhalten.
Wartet erst mal ab, wie es klappt.
ADHS lese ich aber nicht aus deinem Text.

von cube am 25.05.2020

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