Prof. Dr. med. Serban-Dan Costa

Ernährung in der Schwangerschaft

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Zu spät festgestellte Gestationsdiabetes - Folgen fürs Baby?

Guten Tag, Herr Prof. Dr. Costa,

ich bin derzeit zum 2. Mal schwanger in der 21. SSW.
In der ersten Schwangerschaft hatte ich (nicht insulinpflichte) Gestationsdiabetes.
In verschiedenen Internetquellen (unter anderem auf der Seite der deutschen Diabetesgesellschaft) habe ich gelesen, dass man bei Vorbelastung den Blutzuckerbelastungstest schon im 1. Trimester machen soll.

Ich habe meinen Frauenarzt darauf angesprochen, der hielt dies für aber für unnötig.
Da ich aber trotzdem keine Ruhe fand, habe ich mir vom Hausarzt eine Überweisung zum Diabetologen geholt und den Test gestern zu Beginn der 21. SSW durchführen lassen. Und siehe da, der Test war eindeutig positiv:
nüchtern: 95 mg/dl
1 h später: 240mg/dl
2 h später: 170mg/dl
Nun halte ich natürlich Diät und es funktioniert auch sehr gut.

Jetzt mache ich mir aber große Sorgen, dass mein Blutzucker schon längere Zeit so hoch gewesen sein könnte. Das hat ja niemand getestet.
Kann das Baby bereits vor der 24. SSW geschädigt werden, wenn der Blutzucker so hoch ist? Wenn ja, was kann ich im schlimmsten Fall erwarten?
Bei der letzten Vorsorge war das Baby normal groß, aber es sind ja auch Schädigungen von Lunge und Leber möglich, die man nicht sofort auf einem normalen Ultraschallgerät sieht, oder?

Ganz abgesehen davon fühle ich mich jetzt darin bestätigt, den Ärzten nicht zu vertrauen, sondern selbst Informationen im Internet zu holen, aber das ist ein anderes Thema;-))

Vielen Dank schon einmal für Ihre Antwort!!

Viele Grüße,
Sarah

von Mercedes22 am 16.02.2016, 12:04 Uhr

 
 

Antwort:

Zu spät festgestellte Gestationsdiabetes - Folgen fürs Baby?

Es ist schon so, dass das Risiko an Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken, in der zweiten Schwangerschaft höher ist, wenn das in der ersten der Fall war. Dieses Risiko beziffert man auf 20 - 50% Risikoerhöhung. Das bedeutet, dass man in Ihrem Fall eine Blutzuckermessung in der Frühschwangerschaft hätte machen sollen. Das Vorgehen ist von der Fachgesellschaft der Frauenärzte vorgegeben. Wenn ein spontan gemessener Blutzuckerwert über 200 ist, muss man einen "Nüchternwert", also Morgens messen. Wenn dieser über 92 ist, wäre ein oGTT indiziert.

Wie war es bei Ihnen, haben Sie in der Frühschwangerschaft den Blutzucker mal gemessen ? Wenn nicht, dann muss ich schon sagen, dass man Sie hätte darauf hinweisen müssen...

Wie haben Sie sich bislang ernährt, haben Sie "ein bisschen Diät" eingehalten oder sich gesund ernährt ? Ich meine die Zeit vor dem Test.

Tatsache ist, dass Ihr Kind offenbar "nichts abgekriegt" und sich bislang normal entwickelt hat. Also ist kein Schaden entstanden, davon können Sie ausgehen.

Wenn das jetzt mit Diät gut klappt und in der ersten Schwangerschaft das auch so war, Sie also kein Insulin gebraucht haben, lag und liegt bei Ihnen keine schwere Form eines Diabetes vor. Seien Sie einfach diszipliniert und richten Sie sich beim Essen danach, was der Diabetologe bzw. die Ernährungsberater sagen. Dann wird alles gut gehen.

Es tut mir sehr Leid, dass Ihr Vertrauen in die Ärzte "einen Knacks" bekommen hat. Aber bitte glauben Sie mir - Ärzte sind besser als das Internet, und zwar viel besser ! Dass uns mal "was durchrutscht" und wir etwas vergessen, ist so, weil wir alle Menschen sind.

Dass es gut ist, wenn man uns nicht alles glaubt und man uns kontrolliert, von mir aus über Informationen aus dem Internet, haben Sie selbst bewiesen... Das gilt aber auch für mich genauso. Weil auch ich, leider (!...) nicht unfehlbar bin... Schade, eigentlich....

von Prof. Dr. med. Serban-Dan Costa am 20.02.2016

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