Hebamme Martina Höfel

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Martina Höfel

   

 

Immer wiederkehrende Bakterien Infektionen

Sehr geehrte Frau Höfel,

Ich ärgere mich nun schon seit der 16 ssw mit immer wiederkehrenden bakteriellen Infektionen rum. Im Wechsel dann noch mit Pilz Infektionen oder blasenentzümdung.
Mehrfache nähme von oraler und vaginalem Antibiotika,sowie nähme von Pilz Medikamente, vagiflor und vagi c. Solangsam bin ich am Ende mit den Nerven weil ich ständig eine Infektion habe.
Und ich Angst um eine Frühgeburt habe. Haben sie mir noch ein Vorschlag zur Verhinderung neuer Infektionen?

Es kommt noch hinzu dass in der 24 ssw ein weicher Muttermund festgestellt wurde sowie eine Verkürzung des GmH auf 39 mm.
Kann der Muttermund wieder fester werden und sich der GMH wieder verlängern?
Meine Ärztin meinte es wer soweit alles in Ordnung und müsste nichts weiter beachten oder mich schönen. Ich mache mir aber trotzdem sehr sorgen.
Ein beschäftigungsverbotbhabe ich bin Anfang an der so berufsbedingt.

Nehme vorsorglich schon Magnesium weil mein kleiner ein großer Turner ist und des Öfteren dabei der Bauch hart wird.

Macht es Sinn bryophillum noch dazu zu nehmen?

Mit freundlichen grüssen

von Dlkgirl am 08.12.2015, 17:19 Uhr

 

Antwort:

Immer wiederkehrende Bakterien Infektionen

Liebe Dlkgirl,

Pilze/ Keime bekommen die Oberhand, wenn das Milieu nicht stimmt. Eine Vorlage mit Quark oder Joghurt wird den ersten JUckreiz lindern.

Dann sollten SIE einmal schauen, wo es bei IHNEN hapert, dass die Keime/Pilze die Oberhand haben!

Die Frage ist ja, warum kehren die Infektionen und Mykosen immer wieder? Wo versteckt sich der Schwachpunkt in Ihrer Immunabwehr? Ein versteckter Diabetes, zuviel Süßes, übertriebene oder falsche Hygiene oder immer wiederkehrende Ansteckung durch den Partner .....oder, oder!?
Da sollte einmal genau geschaut werden. Der Pilz oder die Infektion ist immer nur das Ergebnis einer gestörten Immunabwehr.

Die Haut im Intimbereich ist nicht nur sehr empfindlich, es befinden sich dort auch viele Schweißdrüsen eines besonderen Typs, sogenannte apokrine Schweißdrüsen. Solche Drüsen befinden sich auch in den Achselhöhlen. Sie sondern ein Sekret mit vielen fettartigen und geruchsaktiven Stoffen ab, die zu unserer persönlichen Duftnote beitragen. In den Hautfalten des Intimbereichs kann sich zudem Feuchtigkeit halten, was die Entstehung von Ekzemen und Pilzinfektionen begünstigt. Die Schleimhaut des Intimbereichs ist mit unzähligen Mikroorganismen besiedelt, von denen einige für ein saures Milieu sorgen und eine wichtige Schutzfunktion ausüben. So wird verhindert, daß sich krankmachende Keime wie Hefepilze dort ansiedeln können. Zum Teil zersetzen diese Mikroorganismen Ausscheidungen des Menschen und können damit für einen unangenehmen Geruch sorgen.

Intimpflege wird von manchen Menschen vernachlässigt, während andere die Pflege übertreiben und oft auch ungeeignete Substanzen verwenden.

Da die Haut im Intimbereich zur Feuchtigkeit neigt, sollte man Unterwäsche aus saugfähiger Baumwolle bevorzugen. Das feuchtwarme Hautmilieu wird auch durch enge Hosen gefördert. Weite, luftige Kleidung aus Naturfasern kann vielen Hautproblemen in diesem Bereich vorbeugen.

Verwenden Sie für die Intimpflege nur Wasser.
Seife beeinträchtigt den Säuremantel der Haut und tötet die Mikroorganismen, die normalerweise die Haut besiedeln. Durch Beseitigung dieser Schutzbarriere kann eine Infektion mit Pilzen oder Bakterien begünstigt werden. Geeigneter sind synthetische Waschprodukte, sogenannte Syndets, die schwach sauer reagieren (pH-Wert etwa 5). Solche Syndets sollten, wenn überhaupt, nur schwach parfümiert sein.

Falls Sie ein Deodorant für den Intimbereich verwenden wollen, so darf dies keinesfalls Alkohol enthalten, da dieser die Schleimhaut reizt und austrocknet.

Spülungen der Scheide sind für die normale Körperpflege nicht notwendig. Sie stören nur die natürliche Scheidenflora, die vor Infektionen schützt.

Manche Frauen werden immer wieder von Pilzinfektionen der Scheide heimgesucht. Beispielsweise sind Diabetikerinnen häufig betroffen, da der Zuckergehalt des Uris ein günstiges Milieu schafft. Aber auch Frauen mit gesundem Stoffwechsel können befallen werden, wenn die natürlichen Schutzfaktoren wegfallen. Die natürliche Scheidenflora kann z.B. durch eine Antibiotikabehandlung oder übertriebene Intimhygiene geschwächt werden. Bis sich die Bakterienflora der Scheide davon erholt hat, ist das Risiko einer Pilzinfektion erhöht. Auch die Einnahme von hormonhaltigen Arzneimitteln wie der "Pille" kann ebenso wie die hormonelle Umstellung bei Schwangerschaft und Geburt eine Pilzinfektion begünstigen.

Zur Erneuerung einer geschädigten Scheidenflora helfen Vaginaltabletten, die normalerweise in der Scheide vorkommende Bakterien enthalten, Vaginalcremes und -gele sowie Ovula und Milchsäurezäpfchen. Diese Medikamente sind rezeptpflichtig. Bei wiederholten Pilzinfektionen kann auch eine Mitbehandlung des Partners ratsam sein!!!!

Liebe Grüße
Martina Höfel

von Martina Höfel am 08.12.2015

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