Dr. med. Ludger Nohr

Soziale Bindung beim Baby

Antwort von Dr. med. Ludger Nohr

   

 

Soziale Bindung beim Baby

Hallo Herr Nohr,
Unser Sohn ist Ende Februar geboren, jetzt also knapp 8 Wochen alt. Seitdem war er einmal bei Oma&Opa auf dem Arm und einmal bei einer Freundin. Dann kamen die Kontaktbeschränkungen, an die wir uns brav halten und die ja aber wahrscheinlich noch Monate andauern werden. Seitdem hat der Sohnemann außer unseren Körperkontakt nur den mit der Kinderärztin. Wenn das noch über Monate so geht - sollte man beim Einverständnis der Großeltern den Abstand lieber nicht einhalten, um ihm die direkten Kontakte zu ermöglichen? Wir treffen die Großeltern regelmäßig (circa 1x die Woche), halten dann aber immer 2m Abstand und sind draußen. Aber so hört er wenigstens die Stimmen... und i.wann kann er so weit gucken, dass er sie auch sieht... ?!

von KittiKat am 20.04.2020, 09:00 Uhr

 

Antwort:

Soziale Bindung beim Baby

Hallo,
ich glaube, dass sehr viele Säuglinge in den ersten Monaten nur die Eltern und evtl. Geschwister körperlich erleben. Das ist ganz OK so und sicher kein Mangel. Es bedarf vieler Kontakte und sinnlicher Erfahrungen, bis jemand als bekannt identifiziert wird.
Üblicherweise sind junge Säuglinge beim getragen werden gar nicht so wählerisch, weil das fehlende Erkennen vom Wohl der angenehmen Bewegung überwogen wird. Aber brauchen tun sie es nicht. Es ist ja nicht der Körperkontakt als solcher, der gesucht wird, sondern der angenehme/bekannte/beruhigende und vertraute Kontakt.
Sie können also das bisherige Verhalten beibehalten, ohne dass dem Kind daraus ein Nachteil erwächst. Es sind eher die Großeltern, die das Bedürfnis nach größerer Nähe haben. Aber auch deren Zeit kommt wieder.
Dr.Ludger Nohr

von Dr. med. Ludger Nohr am 20.04.2020

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