Piper84
Hallo, meine Tochter ist vier Wochen alt und zur Zeit ist das Stillen für uns beidenicht schön. Ich produziere so viel Milch, dass sie richtig rausgeschossen kommt. Die kleine Maus verschluckt sich ein paar mal, ist total unruhig und panisch. Dann weint sie ganz fürchterlich. Und mir tut es einfach nur so leid, dass ich sie nicht ruhig und entspannt ernähren kann. Zu allem Überfluss schluckt sie dabei so viel Luft , dass sie Bauchschmerzen bekommt. Haben Sie Tipps für uns, wie das Stillen wieder angenehm wird?
Liebe Piper84, bei einem sehr starken Milchspendereflex hat es sich bewährt, das Baby von der Brust zu nehmen sobald die Milch zu fließen beginnt (lege dir eine Windel zum Auffangen der Milch hin) und erst nach ein bis zwei Minuten weiter zu stillen, wenn der Milchfluss etwas nachlässt. Eine weitere Möglichkeit ist das „Berg auf Stillen“. Dazu wird das Baby so gehalten, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als die Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnt die Mutter sich dabei nach hinten, beim Wiegengriff wird das Baby von unten mit zwei Kissen im Schoß der Mutter abgestützt und die Mutter lehnt sich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Auch wenn Du das schon probiert hast, mache es weiterhin, irgendwann wird sich ein Erfolg zeigen. Weitere Möglichkeiten einem starken Milchspendereflex zu begegnen sind: die Häufigkeit der Stillmahlzeiten erhöhen. Dadurch verringert sich die Menge der gestauten Milch Wenn Du die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößerst verschlimmert sich das Problem noch weiter. nur eine Brust pro Mahlzeit anbieten. Dieser Vorschlag passt nicht zu dem, was üblicherweise gesagt wird. Aber das Ziel ist es die Brust weniger zu stimulieren. Wenn dein Baby quengelt und oft trinken möchte, kann es nötig sein, dass Du ihm mehrere Male dieselbe Brust über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden anbietest, bevor Du die Seite wechselst. Wenn sich die zweite Brust zwischendrin zu voll anfühlt oder spannt, solltest Du gerade so viel Milch ausstreichen, dass Du dich wohl fühlst, um die Milchproduktion nicht zu sehr anzuregen. Es gibt also keine fixe Vorschrift „es muss mit der Seite begonnen werden, an der das letzte Mal zuletzt getrunken wurde". Wichtig ist, dass das Baby gedeiht und sich gut entwickelt und ihr beide euch wohl fühlt. Viele Frauen tasten einfach und geben die Brust, die sich voller anfühlt. das Baby stillen, wenn es gerade wach geworden ist. Es wird dann eventuell nicht so stark saugen, wie wenn es richtig wach und hungrig ist. Wenn das Baby weniger intensiv saugt, ist häufig auch der Milchspendereflex weniger stark. verschiedene Stillpositionen ausprobieren (auch das oben beschriebene Berg auf Stillen) das Baby oft aufstoßen lassen. den Gebrauch von künstlichen Saugern und Schnuller vermeiden. Mit dem Schnuller lässt sich ein Baby vielleicht hinhalten, aber es bleibt hungrig. Die Milch wird dann um so mehr mit Macht herausschießen, vor allem je mehr das ausgehungerte Baby kräftig saugen wird. Gerade im Liegen ist es für das Baby oft leichter, wenn der Milchspendereflex sehr stark ist. Ich kann dir gerne empfehlen, einmal ein Stillgruppentreffen zu besuchen oder zumindest einmal mit einer Stillberaterin in deiner Nähe ein direktes Gespräch (auch am Telefon) zu führen. Viele Unsicherheiten lassen sich im direkten Gespräch sehr viel besser ausräumen und der Austausch mit anderen stillenden Müttern kann sehr ermutigend sein und vor allem wirst Du sehen und erleben, dass sich andere Babys genau so verhalten wie dein kleines Menschlein. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi
Piper84
Soll ich sie besser immer wecken? Manchmal schläft sie 4-5 std und dann sind die Brüste schon sehr voll. Vor allem Nachts schläft sie meistens gut, dann wecke ich sie natürlich ungern.
Tina_1992
Hallo! Ich hoffe es stört nicht, wenn ich auch antworte :-) Ich hatte bei meinem Sohn das gleiche Problem, genau so wie du es beschreibst - ich war am verzweifeln! Das einzige was bei uns wirklich geholfen hat war das Anlegen an nur einer Brust und auch erst nach 2 - 3 Stillmahlzeiten die Seite zu wechseln und wenn die andere Brust schon unerträglich voll war nur gerade so viel ausstreichen, dass der "Druck" nachlässt. So wie es dir auch Biggi u.a. geschrieben hat, den Tipp kann ich dir sehr empfehlen! Aufwecken würde ich sie nicht, eher wie schon gesagt etwas ausstreichen wenn es nicht mehr geht. Deine Brust passt die Produktion nach ein paar Tagen automatisch an, wenn die Milch über einen längeren Zeitraum in der Brust bleibt = Milch wird nicht gebraucht = weniger produzieren! Lg :-)
Piper84
Ich danke Dir.
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