Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, eine Freundin von mir stillt ihre 3 Wochen alte Tochter und diese hat so sehr abgenommen. Die Hebamme meint, sie hat zu wenig Fett in der Muttermilch. Was kann meine Freundin denn da machen? Sie füttert jetzt erst mal zu. Könnte es helfen, wenn sie mehr bzw. fetter isst? Liebe Grüße Guapa
Liebe Guapa, "zu dünne Muttermilch" ist ein Ammenmärchen. Obwohl sich Frauen in verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Kulturen sehr unterschiedlich ernähren gibt es so gut wie keine Unterschiede in der Zusammensetzung der Muttermilch. Es ist sehr schwierig bis unmöglich, die Milchzusammensetzung deutlich über die Ernährung zu beeinflussen. Dies mag ein Schachzug der Natur sein, um das Überleben des Babys zu sichern.Ernährt sich eine Mutter nicht gut, so geht dies zunächst nicht zu Lasten der Qualität der Muttermilch, sondern zu Lasten der Mutter. Erst wenn die Reserven der Mutter erschöpft sind (zum Beispiel bei schwer unterernährten Frauen in Hungergebieten), kommt es zu Veränderungen der Muttermilch, die jedoch weniger die Qualität als die Quantität betreffen. Auch Stress führt nicht zu einer Qualitätseinbuße der Milch. Hier gibt es nur zwei Ausnahmen, dass die Milch nicht alles enthält, was das Baby braucht: bei extremen Ernährungsformen ohne jegliche tierische Produkte (vegane Ernährung) kann der Gehalt an Vitamin B12 in der Muttermilch nicht ausreichen und bei einer sehr seltenen Stoffwechselkrankheit.Ich gehe jedoch davon aus, dass Ihre Freundin weder kurz vor dem Hungertod steht, noch sich streng vegan ernährt oder gar an Hyperlipoproteinämie leidet. Es ist sehr viel wahrscheinlicher, dass ein Problem im Stillmanagement besteht. Wird in dieser Situation zugefüttert, so kann das zu einem ungewollt frühen Abstillen führen. Da Ihre Freundin ja bereits zusätzliche Nahrung gibt, sollte diese nur langsam wieder reduziert werden. Nun kann ich aber weder Ihre Freundin noch das Baby sehen und kann daher das Saugverhalten nicht beurteilen und Ihnen auch nichts zeigen. Am besten wendet sich Ihre Freundin sich deshalb einmal an eine Stillberaterin in ihrer Nähe und lässt sich beim Stillen zuschauen. Die Kollegin kann ihr dann bei Bedarf Tipps zum korrekten Anlegen geben, kann ihr erklären, woran sie erkennt, ob ihr Kind korrekt saugt und ihr überhaupt gezielte Hinweise geben. Im direkten Kontakt lassen sich viele Fragen viel besser klären. Wenn Sie mir den Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihrer Freundin gerne die nächstgelegene LLL Stillberaterin heraus. LLLiebe Grüße Biggi Welter
Mitglied inaktiv
VIELEN DANK für die Antwort. Die PLZ lautet 41238 Mönchengladbach. Dann wird sie eine Stillberaterin kommen lassen, da sie unbedingt weiter stillen möchte! Mir wurde in diesem Forum übrigens auch schon ganz toll geholfen übers mitlesen. Meine Kleine ist 7 Wochen alt und es klappt super. Vielen Dank dafür und weiter so! Liebe Grüße Guapa (Andrea)
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