Tschänne
Liebe Fr. Welter, zunächst möchte ich loswerden, dass dieses Forum so ein Segen ist und mich oft inspiriert, mich versichert oder ein gutes Gefühl gibt! Danke dafür! Nun zu meinem Anliegen. Meine Kleine ist 6 Wochen alt und ich stille sie voll. Von Anfang an war sie eine gute Trinkerin. In den letzten Wochen hat es sich so eingependelt, dass sie ca 5-10min eine Brust trinkt und dann evtl nochmal 5 min die andere Brust. Da sie beim trinken einen enormen Zug drauf hat und auch sehr sehr gut zunimmt, denke ich sie gibt in der Zeit alles und bekommt auch immer die Hintermilch zu fassen :-) Oder ist es doch zu kurz? Nun zu meiner Frage- die Abstände zwischen den Mahlzeiten sind sehr verschieden und manchmal relativ kurz- mal 1,5h, mal 2h, mal 3h, in der Nacht auch mal 4- 5h. Dann trinkt sie oft auch mal nur eine Brust, wenn die letzte Mahlzeit noch nicht solange her war. Und abends vor der Nacht clustert sie sehr häufig. Durch ihren großen Bruder und den dadurch unverhinderlichen reizintensiven und energiereichen Tag, hat sie wahrscheinlich viel zu verarbeiten und fordert sich so ihre abendliche Erdung :-) Nun zu meinem Anliegen- ich lege sie quasi immer an, wenn sie nicht anders zu beruhigen ist und dann trinkt sie meistens und ist dann zufrieden. Jedoch sind wie beschrieben die Abstände häufig relativ kurz- kann bzw muss ich da i.was lenken? Verhalte ich mich falsch indem ich die Brust anbiete? Aber ich denke immer, wenn sie trinkt und auch saugt, dann hat sie ja Durst, sonst würde sie ja weinen, oder? Oder kann ich beruhigt so weiter machen und darauf vertrauen, dass es so richtig ist und sie sich i.wann ein wenig kontinuierlicher bzw mit längeren Abständen einpendelt? Ich möchte nicht den Anspruch oder die Erwartung auf einen Rhythmus haben, aber habe Bedenken das ich ihr die Brust zu oft anbieten bzw zu schnell und ihr damit auch keinen Gefallen tue... Seit ihrer 2. Lebenswoche hat sie auch eine Schnupfennase, die sie nicht richtig los bekommt- wahrscheinlich auch durch den großen Bruder, der sie durch die Kindergartenvormittage auch nicht richtig los bekommt. Vielleicht können sie mir einen Rat oder Beruhigung verschaffen. Ich wäre sehr dankbar. Liebe Grüße, Tschänne
Liebe Tschänne, herzlichen Dank für das liebe Lob – es freut mich sehr! Und ich kann und darf dich beruhigen, du machst NICHTS falsch, sondern alles richtig ;-). Die Unterteilung der Milch in Vordermilch und Hintermilch ist nicht so, wie es immer wieder zu lesen ist und ist für die Praxis abgesehen von wenigen, besonderen Fällen kaum relevant. Der Milchspendereflex setzt beidseitig ein, so dass das Kind an der zweiten Brust dann eine „Mischmilch" erhält. Die Unterscheidung in „Vordermilch" und „Hintermilch" ist in aller Regel allerdings eine akademische Frage, die für den normalen Stillablauf keine Bedeutung hat. Solange das Kind gedeiht und sich wohl fühlt, muss keine Mutter über die Anteile an Vorder- oder Hintermilch nachdenken. Solange dein Baby gedeiht, ist es vollkommen unwichtig, ob es an einer oder beiden Brüsten trinkt. Es gibt keine feste und unumstößliche Regel, dass ein Kind immer an beiden Seiten trinken muss. Wichtig ist alleine das Gedeihen des Babys. Jedes Stillpaar muss herausfinden, was für die beiden am besten funktioniert. Dein Baby nimmt gut zu, also kein Grund zur Sorge! Zum nächsten Thema - ein Kind kann, soll und darf nach Bedarf gestillt werden und es muss KEIN Mindestabstand eingehalten werden! Mit der Brust kannst du dein Kind nicht zustöpseln. Kein Kind lässt sich an die Brust zwingen und wenn dein Kind nicht gestillt werden will, sondern ein anderes Bedürfnis hat, dann wird es dies unmissverständlich kundtun. Stillen ist eine aktive Sache von beiden Partnern und ohne, dass das Kind mitmacht, geht es nicht. Alle Stillexperten sind sich einig, dass Stillen nach Bedarf für Mutter und Kind am besten ist. So wird sichergestellt, dass das Baby die Nahrung, die es braucht, genau dann bekommt, wenn es sie braucht und sich das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellen kann. Während eines Wachstumsschubs kann es durchaus sein, dass ein Baby alle Stunde an die Brust möchte. Stillen ist viel mehr als nur eine Form der Ernährung: es ist Trost, gibt Nähe, Geborgenheit und Zuwendung. Deshalb ist das Stillen in keiner Hinsicht mit dem Flaschegeben zu vergleichen. So kleine Babys wollen im Schnitt zwischen acht und zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden. Im Schnitt heißt, es gibt Babys die seltener nach der Brust verlangen (eher wenige Babys) und es gibt Babys, die häufiger an die Brust wollen (die Mehrzahl). Nun ist es jedoch nicht so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Verhalten heißt Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys. Besonders gehäuft treten diese Stillepisoden am Nachmittag und Abend auf, wie überhaupt die Abstände zwischen den Stillzeiten im Verlauf des Tages immer kürzer werden. Gerade Kinder, die nach Bedarf gestillt werden, behalten ein gutes Gefühl dafür, wann sie satt sind, denn sie entscheiden ja selbst, wann und wie viel sie trinken. Mach dir keine Sorgen! Liebe Grüße Biggi
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