pecanpie
Hallo, mein Baby ist heute 8 Tage alt und ich habe seit dem zweiten Tag extrem Probleme mit wunden Brustwarzen. Habe jetzt schon probiert: Heilwolle, Johanniskraut-Öl, MAM-Kompressen, Lanolin-Salbe, Brüste viel an die Luft und Speichel und Milch antrocknen lassen. Nichts hilft! Mittlerweile sind die Warzen eitrig und die Haut hängt in Fetzen. Bei jedem Anlegen muss ich Schreien und heulen, so sehr tut es weh. Meine Hebamme sagt, dann hilft es nichts und ich soll mir Stillhütchen besorgen. Habe total Angst davor, diese zu benutzen. Auch, wenn mein Baby ursprünglich sehr gut saugt, ist in den letzten Tagen schon eine leichte Saugverwirrung entstanden, weil wir ihm einen Tag dooferweise den Schnuller gegeben haben. Nun dauert es manchmal ewig, bis er die Warze zu fassen bekommt und sie dann auch im Mund behält. Er spuckt sie immer wieder aus und wird dann frustriert. Durch die Hütchen wird die Verwirrung sicher größer und ich habe Angst, dass er nicht mehr an der Brust trinkt, wenn die Wunden abgeheilt sind. Andererseits halte ich die Schmerzen langsam echt nicht mehr aus... Was mache ich denn jetzt?
Liebe pecanpie, wunde Brustwarzen werden fast immer durch falsches Anlegen verursacht. Es wäre deshalb sinnvoll, wenn Sie einmal versuchen, einen schnellen Termin mit einer Kollegin vor Ort ausmachen, die Ihnen dann genau zeigen kann, wie Sie Ihr Baby korrekt anlegen müssen. Adressen von Stillberaterinnen finden Sie im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Bis Sie eine Kollegin gefunden haben, hier einige Tipps für eine Verbesserung der Heilung: • vor dem Stillen etwas Milch ausstreichen, um den Milchspendereflex auszulösen, bevor das Baby an die Brust anlegt wird. • an der weniger wunden Seite (so es eine gibt) zuerst anlegen • nach dem Stillen etwas Muttermilch ausstreichen und auf den Brustwarzen trocknen lassen (dies wird nicht empfohlen, wenn das Wundsein durch eine Soorinfektion verursacht wird, da Soor auf Milch gute Wachstumsbedingungen findet). • ausreichend hochgereinigtes Lanolin (unter den Handelsnamen Lansinoh, Purelan oder Lanosin erhätltich) auf die Brustwarze auftragen, um sie zwischen den Stillmahlzeiten feucht zu halten (aber nicht zu viel Lanolin verwenden, sonst wird die Brustwarze glitschig und das Baby kann beim Stillen abrutschen). Es hat sich herausgestellt, dass dadurch der Heilungsprozess bei wunden, offenen und blutenden Brustwarzen beschleunigt wird, wenn diese durch schlechte Stillhaltung, falsche Anlegetechnik oder Saugprobleme entstanden sind. • zwischen den Stillmahlzeiten Brustwarzenschoner mit großen Öffnungen und Löchern zur Luftzirkulation im Büstenhalter tragen, um die Brustwarzen zu schützen. Es können auch mehrere Einmalstilleinlagen aufeinandergeschichtet und in der Mitte ein Loch, das als Aussparung für die Brustwarze dient, hineingeschnitten werden. In manchen besonders schlimmen Fällen kann eine vorübergehende Stillpause, während der die Milch von Hand ausgestrichen oder mit einer guten Pumpe vorsichtig abgepumpt wird, sinnvoll sein. Das Baby wird während der Stillpause am besten mit einer alternativen Fütterungsmethode gefüttert. Auch über das Handausstreichen, Abpumpen und alternative Fütterungsmethoden kann Sie eine Kollegin vor Ort genau informieren. Außerdem ist es sinnvoll, dass Sie Ihr Kind so anlegen, dass die Wunde genau in seinen Mundwinkel zu liegen kommt, dann kommt nicht so viel Spannung drauf und sie wird weniger belastet. Solange jedoch nicht die Ursache der wunden Brustwarzen beseitigt ist, sind alle Tipps wirklich nur Kosmetik und bringen keine langfristige Lösung! Gute Besserung und LLLiebe Grüße Biggi Welter
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