Mitglied inaktiv
Hallo! Ich habe vor 2 Jahren meinen Sohn geboren,aber ich hatte zu wenig Milch zum stillen.Ich habe versucht den Milchfluss mit abpumpen zu fördern,aber es kamen nur 30 ml aus beiden Brüsten(zusammen!!).Davon wurde mein Sohn nicht satt.Nun bin ich wieder schwanger,meine Frage ist nun ob diesmal milch kommen kann,oder ich halt nur wenig Milch produziere.Liebe Grüsse Anja
? Liebe Anja, zwei Prozent aller Frauen können nicht oder nicht voll stillen. Niemand kann im voraus sagen, wer zu diesen zwei Prozent gehören wird und manchmal ist es ein langer Weg, festzustellen, dass eine bestimmte Frau dazu gehört. Im Nachhinein und ohne sehr viel nähere Information wird sich wohl kaum mehr feststellen lassen, warum Ihre Stillerfahrung beim ersten Kind so unglücklich verlaufen ist und ob Sie vielleicht zu den wenigen Frauen gehören, die tatsächlich nicht genügend Milch bilden können, um ihr Kind zu ernähren. Statistisch gesehen ist es jedoch sehr viel wahrscheinlicher, dass es an einer nicht ausreichenden Beratung und mangelnder Unterstützung lag, dass Sie Ihren Sohn nicht stillen konnten und diese Erfahrung muss sich nicht wiederholen. Die wichtigsten Punkte für den Grundstein einer erfolgreichen Stillbeziehung auf die folgenden Schlagworte zusammenfassen: Bald stillen - oft stillen - uneingeschränkt stillen - keine Flüssigkeit oder andere Nahrung dazugeben außer bei medizinisch begründeten Fällen. Die wichtigste Vorbereitung für das Stillen ist INFORMATION. Sehr viele Stillprobleme lassen sich vermeiden, wenn die Frau über die richtigen Informationen verfügt und zusätzlich eine kompetente Unterstützung erfährt. Wunden Brustwarzen und anderen Stillproblemen können Sie am besten dadurch vorbeugen, dass Sie sich informieren. Wunde Brustwarzen entstehen in über 80 % der Fälle durch falsches Anlegen oder Ansaugen. Es ist extrem wichtig, korrekt anzulegen, nicht nur um wunde Brustwarzen zu vermeiden, sondern auch, damit die Brust gut stimuliert und richtig entleert wird und so die Milchbildung gut in Gang kommt bzw. aufrecht erhalten wird. Deshalb ist es entscheidend, dass Sie sich möglichst gut über das Stillen und die grundlegenden Dinge wie korrektes Anlegen und Ansaugen, das Prinzip von Angebot und Nachfrage, Stillen nach Bedarf usw. informieren. Nochmals: Ganz wichtig ist dass Sie wissen, wie korrekt angelegt ist und woran Sie erkennen, dass das Baby richtig ansaugt und effektiv an der Brust trinkt. Hierzu bietet sich neben dem Lesen der entsprechenden Literatur (z.B. „Stillen - Rat und praktische Hilfe für alle Phasen der Stillzeit" von Marta Guoth-Gumberger und Elizabeth Hormann, „Das Handbuch für die stillende Mutter" von der La Leche Liga, „Stillen - einfach nur stillen" von Gwen Gotsch, das erste bekommen Sie im Buchhandel, die beiden letzteren im Buchhandel, bei der La Leche Liga oder jeder LLL-Stillberaterin) der Besuch einer Stillgruppe an. In einer Stillgruppe treffen Sie nicht nur andere stillende Mütter, sondern Sie lernen auch gleich eine kompetente Ansprechpartnerin kennen, für den Fall, dass es nach der Geburt zu Stillproblemen kommen sollte. In jedem Fall würde Ihnen raten, noch während der Schwangerschaft eine Stillgruppe zu besuchen und sich dort informieren und beraten zu lassen. Dort lernen Sie auch gleich eine kompetente Ansprechpartnerin kennen, falls es nach der Geburt zu Problemen kommen sollte. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. Eine schöne Schwangerschaft und eine gute Geburt. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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