Laubfrosch82
Hallo ihr Zwei! Folgende Situation: Ich stille meine zweijährige Tochter noch immer mehrmals täglich und vor allem in der Nacht (Familienbett) und bin auch sehr stolz darauf, dass es so klappt und wenn ich deshalb in der Öffentlichkeit mal schräg angeschaut werde, bestärkt mich das nur umso mehr, weil ich es schade finde, dass etwas so natürliches so wenig Ansehen hat und mich dafür einsetzen möchte. Jede Mutter sollte, wenn sie denn überhaupt möchte und kann, so lange stillen, wie es sich für das Kind und sie richtig anfühlt. Leben und leben lassen. Der Kindsvater und ich sind allerdings seit Beginn der Schwangerschaft getrennt. Während dieser hatten wir kaum Kontakt (seine Stimme zählt keineswegs zu denen, die die Maus im Bauch des Öfteren gehört hat). Er hat jedoch seit Geburt an regelmäßigen Umgang mit der Kleinen. Mittlerweile fast jeden zweiten Nachmittag. Übernachtungen gibt es noch nicht. Und ich darf mir deshalb ständig anhören, ich könne nicht loslassen und würde auch nur deshalb noch stillen, obwohl sie es ja gar nicht mehr braucht. Sie kommt prima über längere Zeit ohne Brust klar, wenn ich nicht anwesend bin und geht auch schon seit einem halben Jahr in die Kita. Während sie Zuhause nur an der Brust einschläft und die bisherigen Versuche bei der Tante (sehen sich mindestens 3 mal die Woche) Mittagsschlaf zu machen, äußerst lautstark und tränenreich verliefen, schläft sie nach etwas Eingewöhnung in der Kita anstandslos ein. Ich gehe davon aus, dass das an der Gruppendynamik liegt. Nun habe ich Angst, dass sie aber noch nicht so weit ist, eine Nacht beim Papa verbringen. Die beiden verstehen sich super und haben viel Spaß gemeinsam, aber sie haben eben keinen richtigen Alltag, sie lässt sich nicht von ihm trösten, wenn ich dabei bin und er wollte auch nie bleiben, wenn sie zu Bett gebracht wurde, selbst wenn ich es ihm angeboten habe. Er setzt mich ständig unter Druck, ich solle doch abstillen und würde sogar gerne mit ihr verreisen. Ich stille ja nicht, um ihn zu schikanieren oder weil ich nicht loslassen kann (und natürlich fällt es nicht leicht, sein "Baby" loszulassen, aber ich weiß ja, dass es früher oder später sein muss), so wie es alleinerziehenden Langzeitstillerinnen häufig unterstellt wird. Ich stille noch, weil ich keine Ahnung habe, weil ich keinen rechten Plan habe, wie man aufhört und sie nicht unter Tränen abstillen will. Sie scheint es ja noch zu brauchen und mir macht das Stillen auch nichts aus, ich genieße es meist. Die Zeiten, in denen ich wieder tiefer und in bequemereren Positionen schlafen könen werde, kommen noch früh genug. Alkohol ist sowieso ein schlechter Tausch gegen die Nähe und das Wohl meines Kindes. Also warum abstillen? Am Liebsten wäre mir, sie würde sich selbst abstillen, wenn sie dazu bereit ist. (Gegenargument des KV: Kein Kind stillt sich selbst ab, weil es Gewohnheit ist. ??? Ich habe gelesen, dass sie es eben doch tun und so nur das Urvertrauen und das Selbstvertrauen gestärkt werden) Lange Rede, kurzer Sinn – Nun zur eigentlichen Frage: Denken Sie, meine Tochter könnte schon eine Nacht ohne mich verbringen oder gar ein paar Tage verreisen? Ich habe Sorge, dass sie das Vertrauen zu mir verliert und will auf gar keinen Fall, dass sie sich in den Schlaf heulen muss oder Nachts aufwacht, nach mir sucht und sich nicht mehr beruhigen lässt. Die Vorstellung, dass dies dann auch noch geschieht, wenn mehrere hundert Kilometer zwischen uns liegen bereitet mir Übelkeit. Der KV sieht es allerdings so, dass ich ihm das Kind entfremde und setzt mich somit unter ständigen psychischen Druck. Er lässt keine meiner Befürchtungen oder Argumente gelten und will ständig recht haben. Ich verstehe, dass er sich mehr Zeit und auch Nächte mit ihr wünscht, aber mir geht es nun mal nicht um seine, sondern um ihre Bedürfnisse. Ich hoffe, Sie können mir irgendwie weiterhelfen. Liebe Grüße
Liebe Laubfrosch, Du solltest mit dem Vater zusammen versuchen, einen Weg zu finden, der für Euch ALLE passt. Du musst sicher nicht abstillen, aber dein Kind weiß genau, dass es nur bei DIR an die Brust kann und wird das auch verstehen. Du könntest den Vater bitten, Dich anzurufen, wenn dein Kind weint und sich nicht beruhigen lässt in der Nacht. Wenn Du ihm vertrauen kannst, dann wird es sicherlich auch für dich leichter sein und auch der Vater kann zuversichtlich sein, wenn er weiß, dass Du auch ihm zugestehst, dass er sein Kind auch mal in der Nacht haben möchte. Vielleicht wäre es gut, wenn Ihr Euch beide versprecht, ehrlich zueinander zu sein, am besten macht Ihr einen richtigen „Vertrag“ im Beisein einer Person, der Ihr beide vertraut. Wichtig ist, dass dein Kind Euch beiden vertrauen kann und Ihr einen Weg findet, mit den Verletzungen und Wunden gut klar zu kommen. Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass es klappt. Gute Nacht Biggi
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