Mia-2
Hallo, ich habe einen 2 Monaten altes Baby und ein 2 jähriges Kind. Ich habe direkt nach der Geburt angefangen zu stillen, leider wurde es so schlimm dass ich an Tag 3 im Milcheinschuss abgestillt habe obwohl ich stillen wollte, ich wäre auch bereit gewesen abzupumpen, meine Hebamme mir aber dazu abgeraten hat, da ich noch ein Kind habe und das alles zu viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Jetzt waren wir alle krank und das Baby auch. Er hat nachts so geröchelt, weil die Nase so zu war und zusätzlich hat er Probleme Stuhl zu lassen. Das hat mir alles so zu schaffen gemacht, bzw habe ich mir selbst vorwürfe gemacht nicht weiter gestillt zu haben, dass mir dann die Brustwarze gekribbelt hat und ich ein paar Tropfen Milch hatte.Daraufhin habe ich versucht alle 2 Stunden über ein paar Tage abzupumpen, das hat aber nicht funktioniert. Immer waren es nur ein paar Tropfen. Jetzt weiß ich nicht ob ich eine falsche Pumpe dafür habe( momcozy, handsfree Pumpe). Danach habe ich mit einem Brusternährungsset den kleinen versucht bei jeder Mahlzeit zu stillen, außer nachts. Das war vor 2 Tagen. Ich hatte mal mehr mal weniger Schmerzen aber das Gefühl das mit Milch das Stillen nicht so schmerzhaft ist. Ich bin aber nicht immer drangeblieben, da es mit Kleinkind schwieriger ist und die Flasche doch schneller gemacht war. Ich dachte es bringt nicht viel weil der kleine leider nur 5-7 Minuten pro Seite an der Brust geblieben ist und ich gelesen habe, dass er 15-20 Minuten pro Seite trinken muss, dass die milchproktion in Gang kommt. Heute nach dem stillen habe ich dann gesehen, dass ich noch einen halben Tl aus der Brustwarze "drücken " kann. Milch wäre anscheinend ja noch bisschen da. Jetzt habe ich viele Fragen. Wie lange kann es dauern, bis ich wieder mehr Milch habe. So dass ich Teilstillen kann? Meine Tochter musste ich auch zu füttern. Muss ich die Flasche komplett weglassen, sodass der kleine merkt das es nur an der Brust Nahrung gibt und somit auch länger an der Brust trinkt? Wann merke ich das nicht mehr Milch kommt und ich meine Kapazitäten voll ausgeschöpft hab. Wann kann ich wieder die Flasche einführen denn nur mit BES möchte ich nicht und ich finde die Freiheiten mit Flasche stressfreier dennoch mag ich das Stillen zuhause in Ruhe auch wenn es mich außerhalb belastet. Würde die Milch wieder zurückgehen wenn ich nicht stille sondern abpumpe und die Pumpe nur ein paar ml rausbekommt? Bekommt man auch wieder einen Milcheinschuss oder steigert sich die Menge langsam? Wie lange trinken Babys normal an der Brust, denn ich bin es jetzt gewöhnt, dass er in 10 Minuten seine Flasche getrunken hat und ich mich dann wieder um mein 1. Kind kümmern kann. Ich ärgere mich aufgehört zu haben, denn es ist doch das Beste fürs Kind und jetzt steh ich da und überlege über eine Relakation nach und ob sie überhaupt Sinn macht und ich sie durchsetzen kann gerade mit Kleinkind im haus und die Aussicht wieder starke Schmerzen zu haben. Zu meiner Vorgeschichte ich habe eine Brustop und eine Bruststraffung. Das Stillen meines 1.Kindes vor 2 Jahren war schon so schmerzhaft das ich erst nach 6 Monaten schmerzfrei war und im 7. Monat hatte sie sich selbst abgestillt weil keine Milch mehr da war. Teilweise hat sich auch noch Lyphflüssigkeit gebildet was noch schmerzhafter war. Ich hoffe, dass ich nicht all zu wirr geschrieben habe .
Liebe Mia-2, man kann eine Faustregel aufstellen, dass ungefähr eine Woche pro Monat, der nicht mehr gestillt wurde, plus eine zusätzliche Woche gerechnet werden muss, um wieder eine ausreichende Milchmenge zu bilden. Allerdings gibt es keine Garantien. Das grundlegende Vorgehen bei einer Relaktation und auch der induzierten Laktation besteht darin, das Baby dazu zu bringen so oft wie möglich an der Brust zu saugen. Dadurch werden die Brüste (wieder) zur Milchbildung angeregt. Ein ähnlicher Effekt lässt sich auch mit einer guten Milchpumpe erreichen. Häufig ist auch zusätzliches Pumpen neben dem Anlegen des Kindes sinnvoll, um die Milchproduktion zu steigern. Viele Frauen geben auch die abgepumpte Muttermilch mit der Flasche. Allerdings verlangt eine Relaktation sehr viel Durchhaltevermögen und möglichst die Unterstützung einer darin erfahrenen Stillberaterin. Eine wesentliche Rolle spielt auch das Kind, das die Brust (wieder) annehmen muss. Adressen von Stillberaterinnen findest du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Da du ja bereits zusätzliche Nahrung gibst, sollte diese nur langsam wieder reduziert werden. Ich werde dir jetzt allgemeine Tipps geben, wie du deine Milchmenge steigern kannst. Oberste Regel: Häufiges Anlegen und ein gut saugendes Kind stimulieren die Brust zu mehr Milchbildung. Deshalb solltest du dein Baby in den nächsten Tagen oft anlegen. Um das Interesse des Babys an der Brust wach zu halten, kannst du es mit Wechselstillen versuchen. Dabei legst du dein Baby an und stillst es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nimmst du es sanft von der Brust (vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und lässt es aufstoßen, streichelst seine Fußsohlen oder massierst es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, solange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem du es wieder etwas ermuntert hast. Dieses "Wecken und Wechseln" wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden. Richte dich mit deiner Flüssigkeitszufuhr nach deinem Durstgefühl. Eine zu hohe Flüssigkeitsaufnahme führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Milch, da sie dazu führt dazu, dass das antidiuretische Hormon (ADH) zurückgeht, die Frau erfährt dann eine vermehrte Wasserausscheidung ("schwemmt aus") und die Milchbildung verringert sich. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit (davon höchstens zwei bis Tassen Milchbildungstee) sind im Allgemeinen ausreichend. Wenn der Urin dunkelgelb wird und die Menge gering ist, trinkst du zu wenig Schwarzer Tee, Matetee und Kaffee sollten nur mäßig genossen werden. Auf Limonaden oder Colagetränke sowie künstlich gesüßte Getränke sollte möglichst verzichtet werden. Auf die (angebliche) milchflussfördernde Wirkung von Bier oder Sekt sollte verzichtet werden. Alkohol geht bereits in kleinen Mengen in die Milch über und belastet den Stoffwechsel des Babys. Achte darauf, dass DU ausreichend und möglichst ausgewogen isst. Kohlenhydratreiche Nahrung hat einen positiven Einfluss auf die Milchbildung. Ruhe dich oft aus und entspanne dich. Arbeite für eine Weile so wenig wie möglich. Die Hausarbeit läuft dir nicht davon! Stress wirkt sich ungünstig auf den Milchspendereflex und auf die Milchbildung aus. Vielleicht kannst du ja ein paar "Stilltage" einlegen, das heißt du legst dich mit deinem Baby ins Bett und kümmerst dich ausschließlich um dein Baby und das Stillen. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, dass jemand sich um das Geschwisterkind kümmern kann? So hättest du mehr Zeit, dich ausschließlich um das Stillen zu kümmern. Liebe Grüße Biggi