Lena_2309
Hallo Frau Welter, Ich weiß aktuell nicht weiter. Meine Tochter ist nun 4 Monate und seit einer Weile ist sie in einer schwierigen Phase. Früher hat sie wirklich überall geschlafen. Stundenlang im Kinderwagen, in der Trage, im Stubenwagen etc... Seit einiger Zeit hat sich dies auf Trage und Brust beschränkt. Was ok für mich war. Daheim habe ich sie eben gestillt und unterwegs in die Trage genommen. Seit einer Woche jedoch c.a. will sie auch nicht mehr in der Trage schlafen. Sie sucht in der Trage nach der Brust und schreit. Meist c.a. 5 Minuten und schläft dann ein. Das zerbricht mir jedes mal das Herz. Auch im Kinderwagen versucht sie einzuschlafen. Sucht die Brust, findet diese nicht und schreit. Allgemein ist sie seit so c.a. 4 Wochen sehr nuckelfixiert. Früher habe ich sie c.a. 3 mal Nachts gestillt und sie hat weiter geschlafen. Mittlerweile nuckelt sie fast die halbe Nacht an der Brust. Ich würde halt so gerne wieder mit ihr Spazieren gehen aber das Schreien tut mir weh. Ich habe nun auch Angst, dass das so bleibt und ich nie wieder mit ihr in Ruhe spazieren gehen kann. Schnuller hat sie früher genommen aber seit c.a. 2 Monaten mag sie diesen auch nicht mehr. Auch ein Tuch oder Kuscheltier habe ich vereinzelt schon probiert. Haben Sie einen Rat? Vielen Dank schon mal
Liebe Lena_2309, es tut mir leid zu lesen, wie schwer sich das gerade für dich anfühlt und wie verunsichert du bist. Und ich möchte gleich vorweg sagen: du machst nichts falsch. Als Eltern glauben und hoffen wir immer auf eine lineare Weiterentwicklung der Fähigkeiten unserer Kinder, aber der jetzt scheinbare Rückschritt im Verhalten deiner Tochter ist eigentlich ein Fortschritt, denn er zeigt, dass ihre Entwicklung voranschreitet. Die Kinder beginnen um diesen Zeitraum die Welt sehr konkret zu erleben, sie müssen das Erlebte, sie lernen neue Fähigkeiten (umdrehen, robben, gezieltes Greifen ...), sie beginnen den Unterschied zwischen fremd und bekannt zu erkennen. All dies ist ungeheuer aufregend und auch anstrengend. Dazu kommt, dass sich die Zähne so langsam verstärkt bemerkbar machen, dass vielleicht die erste Erkältung kommt und, und, und ... Du kannst jetzt mit vielen Tricks versuchen, die Situation zu verändern, aber es wird nur Stress und Tränen geben, denn dein Kind IST einfach in der Phase, in der es dich so viel braucht. In dieser Zeit verarbeiten Kinder vieles und brauchen die Bestätigung, dass Mama ganz nah ist, und die beruhigende Milch, noch ziemlich. Es hat seinen Grund, warum stillende Mütter die besten Einschlafhilfen SIND. Beim Saugen an der Brust findet ein Baby das, was es braucht: Trost, Nahrung, Sicherheit. Es liegt vermutlich an einer gewissen neurologischen Unreife, wenn einige Babys das mehr brauchen als andere, und es "verwächst" sich wirklich von alleine!! Dein Baby braucht also vor allem eines: Zeit zum Reifen. Vielleicht "schenkst" du ihm einfach noch ein bisschen von dieser Zeit, in der du ihm gestattest, so zu sein, wie es ist. Du machst nichts falsch! Wichtig ist auch, dass du weißt, dass dies zwar eine lange Phase ist, aber sie WIRD vorbei gehen! Bis dahin ist es meist einfacher, das Drumherum zu ändern, als das Baby. Du kannst natürlich trotzdem versuchen, die Situation etwas zu verändern. Hast du es mal mit dem "Kinn-Trick" probiert? Der ist oft sehr hilfreich bei Babys, die die Brust fast ein wenig aus Gewohnheit im Mund haben wollen beim Schlafen. Dabei legst du, wenn du die Brust dem schlafenden Kind aus dem Mund gezogen hast, einen Finger längs unter die Unterlippe, so dass die Lippe beim "Suchen" einen gewissen Widerstand spürt. Dieser Widerstand wirkt beruhigend auf viele Kleinen, und sie schaffen es sich zu entspannen und eine tiefere Schlaf-Ebene zu erreichen... das geht auch, wenn das Kind im Schlaf oder Halbschlaf wieder zu "suchen" beginnt: Man drückt ganz sanft sein Kinn nach oben. Bei vielen Babys wirkt das Wunder und sie schlafen plötzlich auch ohne Brust weiter/wieder ein. Manche Mütter berichten, dass es sogar geholfen hat, wenn sie ein kleines Kuscheltier ans Kinn des Kindes gelegt haben... Da ist es natürlich wichtig darauf zu achten, dass die Atemwege nicht blockiert werden! Beim Spazierengehen würde ich mal versuchen, das Tuch oder die Trage enger und höher zu binden, manchmal hilft das schon. Probiere es mal aus! Und denk daran, diese Phase geht ganz bestimmt vorbei! Ich würde mich über eine Rückmeldung sehr freuen, ganz liebe Grüße Biggi
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