Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Tandemstillen

Frage: Tandemstillen

Ann-Kristin

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Liebe Biggi, Mein Ziel ist Tandemstillen. Bin 34. SSW und stille noch 5 x/24 Stunden meinen älteren Sohn. Zervix ist fast fünfeinhalb Zentimeter und ich habe zwar manchmal 1-2 x Übungswehen beim Stillen, aber die habe ich auch, wenn ich mich ohne Stillen hinlege. Ich will unbedingt eine späte Frühgeburt vermeiden und auch ungern den Kleinen gleich nach 37+ rauswerfen, denn obwohl da die Frühgeburtlichkeit endet, profitieren die Babys doch noch von 1-2 Wochen mehr...soll ich die letzen Wochen etwas weniger oder kürzer Stillen? Meine Hebamme vor Ort sagt, eine Seite pro Kind reservieren - aber da werden die Brüste doch unterschiedlich angeregt, da doch das Kleine wesentlich mehr trinken wird?-wollte wechseln - reicht es, die Brust mit Wasser zu waschen, wenn der Große getrunken hat? Und wenn er mal einen Infekt hat? Sind gleichzeitige Mahlzeit empfehlenswert oder schafft das “Unfriede“? Wenn der Große mich nach der Entbindung besuchen kommt, darf ich ihn anlegen oder wird das Kolostrum dann vorzeitig alle? Kriegt der Große eventuell zu viele Kalorien? Entschuldige bitte die vielen Fragen, aber man findet kaum Infos dazu. Besten Dank und bin schon gespannt auf Deine Antwort! Anni


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Liebe Ann-Kristin, selbst wenn einige stillende Mütter stärkere und häufigere Kontraktionen während der Spätschwangerschaft spüren, scheinen diese keine Gefahr für das ungeborene Baby im Verlauf einer normalen Schwangerschaft darzustellen. Eine Studie ergab, dass Stillen keine negativen Auswirkungen auf den Verlauf der Schwangerschaft zu haben scheint (Moscone und Moore, 1993). Jedoch kann niemand vorhersagen, wie es läuft und auch keine Garantie geben. Die Entscheidung liegt bei dir und hängt vermutlich auch davon ab, wie alt dein ältere Sohn ist, ob er sich schon abstillen lässt oder es selbst auch noch braucht (emotional bzw. zur Ernährung). Was dann das Tandemstillen nach der Geburt des neuen Babys betrifft: Wenn das ältere Kind nur gelegentlich stillt, muss die Mutter nicht darauf achten, dass das Neugeborene genug Kolostrum bekommt. Direkt nach der Geburt wäre es sinnvoll, wenn erst das Neugeborene trinken darf. Sollte das ältere Kind öfter stillen, möchte die Mutter ihm vielleicht erklären, dass das Neugeborene Vorrecht an der Brust hat, weil es mehr Schutz braucht. Wenn die Mutter während der ersten Wochen Extra Hilfe zuhause hat, kann diese Hilfe oder der Vater vielleicht dem größeren Kind mehr Aufmerksamkeit widmen, so dass es für die Mutter einfacher ist, sich dem Baby zu widmen. So kann das Neugeborene zuerst stillen und das ältere Kind danach. Eine Seite pro Baby kann man machen, ist aber in der Regel nicht nötig. Natürlich können die Kinder auch gleichzeitig gestillt werden. Und ja, ein bisschen abwaschen wird genügen. Um deine Brustwarze herum sind Drüsen, die eine Art natürliches Antibiotikum aussondern und auf das reagieren, was in Babys Mund ist. So sind die Kinder auch gegen Infekte geschützt. Lediglich bei einer Soor-Infektion müsstet ihr besondere Maßnahmen anwenden. Ich empfehle dir, schon vor der Geburt Stillgruppentreffen zu besuchen. Genau da findest du Antworten und Erfahrungsberichte, die dir weiterhelfen können. Natürlich stillen nicht alle Mütter Tandem, aber es sind doch mehr, als man denkt. :-) Eine Stillberaterin in deiner Nähe findest Du im Internet unter http://wwwlalecheliga.de (La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). Und/oder schau doch auch mal bei Facebook in dieser Gruppe vorbei: „Tandemstillen - "Langzeitstillen"“-Gruppe". Auch da sind sicher viele hilfreiche Tipps zu haben. Lieben Gruß, Kristina


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