Mitglied inaktiv
Hallo, mein Sohn ist 8 Monate alt. Er wurde 6 ½ Monate voll gestillt, bevor ich mit der Beikost angefangen habe. Vor ein paar Wochen konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass ich ihn irgendwann einmal von der Brust „wegbekomme“, weil er schon immer oft und gerne gestillt werden wollte. Hatte tagsüber noch nie einen anderen Stillrhythmus als 2-3 Stunden, nachts waren es zwischen 3 und 4, auch mal 5 Stunden. Seit 2 Wochen macht er jedoch ein Theater beim Stillen. Sobald ich ihn anlegen möchte, macht er sich ganz steif und wirft seinen Kopf in den Nacken, dreht sich weg und schreit. Vor allem betrifft es die rechte Brust, die er noch nie so gerne mochte. Er streikt regelrecht. Ich mache mir jetzt Sorgen, dass er zu wenig MM bzw. Flüssigkeit bekommt. Überhaupt zu wenig trinkt und isst, weil er bisher ein richtiger "Mampfbär" war. Er kann auch nicht aus einer Flasche bzw. Trinklernbecher trinken, d.h. er kaut nur an der Wasserflasche herum. Zur Zeit sehen unsere Tage ungefähr so aus: 4.00-6.00 Brust (geht so) (9.00-10.00 Brust, wenn überhaupt und dann wenig) 12.00 Gemüse-Kartoffel-Fleisch, Brust (wenig) 15.00 Brust (gut) 18.00 Milchbrei (mit Kuhmilch), Brotrinde kauen 20.00 Brust (geht so) 00.00-02.00 Brust (geht so). Habe hier nun über Saugverwirrung (Wasserflasche?), Schmerzen (Zähne!) und Stillstreik gelesen. Oder hat er mittlerweile so einen starken Zug, dass er gleich satt ist? Eigentlich könnte es alles sein. Ich hätte jetzt gedacht, dass er sich so langsam abstillt, weil er am Tisch immer ganz wild auf unser Essen wird. Ich weiß gerade nicht, wie ich weitermachen soll, weil er ja auch nichts aus der Flasche trinkt. D.h. ich kann auch gar nicht abpumpen bzw. mit Pre zufüttern. Außerdem traue ich mich nicht, den Getreide-Obst-Brei am Nachmittag anzufangen, weil dies ja im Augenblick die einzige Brustmahlzeit ist, die wirklich funktioniert. Ich wäre dankbar für eine Rückmeldung und einen Tipp! LG
Liebe kk2420, ein acht Monate altes Kind stillt sich nicht selbst ab, es streikt eventuell an der Brust oder es ist saugverwirrt. Am besten wendest Du dich einmal für eine persönliche Beratung an eine Stillberaterin in deiner Nähe. Ich suche dir gerne die nächstgelegene LLL Stillberaterin heraus, wenn Du mir deinen Wohnort mit Postleitzahl angibst. Bis Du eine Kollegin erreichen kannst, hier einige allgemeine Tipps: Du kannst versuchen dein Baby anzulegen, wenn es schon sehr schläfrig oder fast eingeschlafen ist. Viele Babys, die sich weigern, an der Brust zu trinken, wenn sie hellwach sind, tun es im Halbschlaf dann doch. Du kannst ihm die Brust auch immer wieder anbieten, wenn es wach ist, dränge aber nicht. Manche Babys sind eher bereit zu trinken, wenn ihre Mutter umhergeht statt stillzusitzen. Weitere Maßnahmen, die sich bei einem Stillstreik bewährt haben, sind: im Umhergehen stillen, in der Badewanne oder im Schaukelstuhl stillen, im Halbdunkeln stillen, im Halbschlaf stillen, das Baby mit der Brust spielen lassen, unterschiedliche Stillhaltungen ausprobieren, alle künstlichen Sauger vermeiden, das Baby massieren, viel Körperkontakt (Haut auf Haut), und ganz wichtig: keinen Stillstress erzeugen, weder bei der Mutter noch beim Kind, Ruhe und Gelassenheit, auch wenn es schwer fällt. Um deine Milchproduktion aufrecht zu erhalten und zu verhindern, dass die Brust übervoll wird, sollte die Milch ausgestrichen oder abgepumpt werden. Die so gewonnene Milch kann dem Kind mit einer alternativen Fütterungsmethode angeboten werden, z.B. mit einem Becher. Die Flasche ist in dieser Situation nicht unproblematisch, denn es kann passieren, dass sich dein Kind dann zur Flasche hin abstillt. Kann es denn sein, dass dein Sohn zahnt und deswegen nicht an die Brust mag? Wie viele nasse Windeln hat er im Moment, nimmt er zu? Bekommt dein Kind einen Schnuller? Wenn ja, lass diesen mal weg, damit das gesamte Saugbedürfnis an der Brust gestillt wird, das hilft oft ungemein! LLLiebe Grüße Biggi Welter
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