Barbara702
Liebe Biggi, ich habe folgendes Problem und hoffe auf einen Ratschlag ihrerseits. Mein Sohn ist fast 2,5 Jahre alt. Trotz einiger Probleme zu Beginn und einer Beissphase stillen wir immer noch sehr gerne (meist morgens und zum Einschlafen mittags und abends). Bevor ich das erste Mal schwanger wurde (2022) wurde ich mit Fluconazol vor allem wegen Candida behandelt. Diese habe ich nach Rücksprache mit dem Arzt damals abgebrochen. Leider gab es dann 2 frühe Fehlgeburten, bis es beim dritten Versuch dann geklappt hat. Seit einigen Monaten hat mein Sohn nun auf einer Wange ein Ekzem, das auch mit Cortison behandelt wird. Alle anderen Salben (Bepanthen,...) helfen leider nicht. Auf der Zunge hat er immer wieder eine Pilzinfektion. Es ist nicht klar, woher diese kommt - vom Cortison, vom Stillen? Ich habe ungefaehr seit der selben Zeit Brustinfektionen (gerötet, schuppt, wunde Stellen) Diese wurden beim ersten Mal mit einer Pilz-Creme behandelt, beim zweiten Mal mit einer antibiotischen Creme, Pilz-Creme und dann mit Cortison. Das Cortison hat mir eine Vaginalinfektion und starken Juckreiz vor allem an den Beinen eingebracht. Die Ãrztin will mich nun auf Fluconazol setzen, ich soll am besten abstillen. Ich habe das letzte Monat probiert, Zucker aus meiner Ernährung zu streichen, jede Menge pflanzliche Tabletten genommen und versucht, so Candida in den Griff zu bekommen. Aber heute ist das Resultat wieder gleich: meine Brustwarzen sind gerötet, etwas geschwollen und es juckt und brennt. Ich bin nun kurz davor das Fluconazol zu nehmen. Dann sehe ich wieder meinen Sohn an, der friedlich an der Brust nuckelt und weiss einfach keinen Rat. Haben Sie eine Idee, was ich noch machen bzw testen lassen kann, so dass wir weiterstillen können? Eigentlich wollte ich so lange stillen, wie mein Sohn das möchte. Vielen Dank und sorry für den langen Text.
Liebe Barbara702, Soor ist eine ungeheuer hartnäckige Sache und muss mit ebenso ungeheurer Konsequenz mit dem richtigen Mittel und lange genug behandelt werden. Ganz wichtig ist dabei, dass nicht nur die Mutter, sondern auch das Baby behandelt wird, auch wenn das Baby, was allerdings nur sehr selten der Fall ist, symptomfrei erscheint. Wird nur die Mutter behandelt und das Kind nicht, dann stecken sich beide gegenseitig immer wieder an (Ping Pong Effekt). Da Pilzinfektionen so seeeeehr hartnäckig sind, ist neben der Behandlung absolute Hygiene unabdinglich ist absolute Hygiene wichtig und du musst auch noch weiter behandeln, wenn schon alle Symptome verschwunden sind. Die Pilze halten sich nämlich noch eine Weile, nachdem die Symptome bereits verschwunden sind und schlagen erneut zu, wenn die Behandlung zu früh beendet wird. Candida albicans, der Erreger des Soors liebt Zucker und deshalb wird bei Soorbefall empfohlen auf Zucker weitgehend zu verzichten. Muttermilch enthält Laktose, das ist ebenfalls ein Zucker und Candidapilze leben ganz gut davon. Deshalb sollte bei einer Soorinfektion die Milch nach dem Stillen nicht auf den Brustwarzen eintrocknen, sondern mit klarem Wasser abgewaschen werden, um dem Soor die Lebensgrundlage zu entziehen. Hier noch einige generelle Hinweise zum Thema Soor: Nachdem die Behandlung der Soorinfektion begonnen wurde, können die Beschwerden für ein bis zwei Tage schlimmer erscheinen, bevor eine Besserung eintritt. Die Mutter sollte ihre Brustwarzen nach jedem Stillen mit klarem Wasser abspülen und an der Luft trocknen lassen, da Soor in Milch und feuchtem Milieu gut gedeiht. Bis der Schmerz verschwindet, können folgende Vorschläge dazu beitragen, das Stillen weniger schmerzhaft zu machen: häufigere, kürzere Stillmahlzeiten anbieten, an der weniger schmerzhaften Seite zuerst anlegen (wenn es eine weniger schmerzhafte Seite gibt), den Saugschluss des Babys unterbrechen, bevor es von der Brust genommen wird, indem sanft am Kinn des Babys oder am Mundwinkel des Babys gezogen wird. Soorpilze können sich an vielen Stellen (einschließlich Muttermilch) halten. Deshalb sollte sich die Mutter ihre Hände häufig waschen und die folgenden Vorsichtsmaßnahmen einhalten, um einen Rückfall zu vermeiden. Das Baby kann mit abgepumpter Milch gefüttert werden. Die Milch, die während einer Soorinfektion abgepumpt wurde, sollte jedoch nicht aufbewahrt und eingefroren werden. Einfrieren inaktiviert Hefepilze, tötet sie aber nicht ab (Rosa 1990). Daher kann eingefrorene Milch, die das Baby nach Abschluss der Behandlung erhält, einen Rückfall verursachen. Erhält das Baby einen Beruhigungssauger oder werden Flaschensauger oder Beißringe benutzt, müssen sie einmal täglich zwanzig Minuten lang ausgekocht werden, um die Soorerreger abzutöten. Nach einer Behandlungsdauer von einer Woche sollten sie weggeworfen und neue gekauft werden. Wird eine Milchpumpe benutzt, müssen alle Teile, die mit der Milch in Berührung kommen (mit Ausnahme der Gummidichtungen), täglich ausgekocht werden. Einmalstilleinlagen sollten nach jedem Stillen weggeworfen werden. Stilleinlagen aus Stoff sollte die Mutter nach jedem Stillen wechseln und erst wieder benutzen, nachdem sie in heißem Seifenwasser gewaschen wurden. Ist das Baby bereits alt genug, um mit Spielsachen zu spielen, muss alles, was es in den Mund nehmen kann, häufig mit heißem Seifenwasser abgewaschen werden, um eine erneute Infektion und ein Weiterverbreiten der Infektion an andere Kinder zu verhindern. Auf der Webseite von LLL findest du ein Infoblatt zum Thema Soorinfektion in der Stillzeit http://lalecheliga.de/downloads Dort ist das geballte LLL-Wissen zu diesem Übel zusammengefasst! Lass dich nicht zum Abstillen überreden, wenn du das nicht möchtest, schau mal hier: https://www.embryotox.de/arzneimittel/details/ansicht/medikament/fluconazol Liebe Grüße, ich hoffe, es geht Dir ganz bald besser! Biggi