anita16
Liebes Expertenteam, mein 4 Wochen alter Sohn (kam 3 Wochen per Not KS zu früh), wächst zwar innerhalb der Norm, aber in den letzten Tagen ist Stillen etwas schwerer geworden: 1. Er schläft öfters beim Stillen ein, das heißt jedes Mal stille ich für mehrere Stunden. Ich habe vom Cluster-feeding gelesen - ist es Schicksal, oder kann man etwas unternehmen um ihm effektiveres Stillen und Saugen beizubringen? 2. Er zappelt oft, bekommt einen Wein-Schreianfall vor der Brustwarze, sucht sie Hin und Her, dabei ist sie vor seiner Nase. Die Forum Hebamme vermutete einen starken Milchspendereflex, es kann schon sein, wenn ich die Brustwarze drücke, dann spudelt die Milch raus. Hierzu habe ich irgendwo den Satz gelesen "he gets soup, but no cheesecake". Das würde heißen, er wird zwar satt, aber ihm fehlt die "Delikatessenmilch"? Was kann ich tun? - Ich nehme an, ich sollte ihm mehrmals diesselbe Brust bieten Wie erkenne ich, wann die Milch fettiger wird? Wenn er hin und her zappelt ist es, weil es ihm gerade zu schnell oder zu langsam geht? Sollte ich mit Brustmassage helfen, oder eher die Seite wechseln? Wenn ich die Brust wechsle, höre ich, wie er schluckt, aber schluckt er dann wieder die "Suppe" und nicht den "Käsekuchen"? Soll ich etwas Milch schießen lassen bevor ich ihn anlege? - Stillpositionen probieren wir gerade aus, bergauf (er sitzt fast dabei), im Liegen klappt es noch nicht, welche Position könnte sonst helfen? - Wird das besser mit der Zeit? - Ist es in solchen Fällen sinnvoll, die Milch abzupumpen und ihn mit der Flasche zu füttern, allein um sicher zu sein, daß er seine benötigte Trinkmenge bekommt? in der Regel trinkt er gut, es gibt aber auch Tage, da trinkt er weniger. Ehrlich gesagt, ich würde am liebsten weiterstillen, aber es soll ja Spaß machen und das tut es gerade nicht so wirklich. Außerdem möchte ich mich nicht durch die ganzen Zahlen (Gewicht, Windeln oder Milchmenge) stressen lassen. Wozu raten Sie mir? Vielen Dank, Anita
Liebe Anita, die Unterteilung der Milch in Vordermilch und Hintermilch ist nicht so, wie es immer wieder zu lesen ist und ist für die Praxis abgesehen von wenigen, besonderen Fällen kaum relevant. Der Milchspendereflex setzt beidseitig ein, so dass das Kind an der zweiten Brust dann eine „Mischmilch" erhält. Die Unterscheidung in „Vordermilch" und „Hintermilch" ist in aller Regel allerdings eine akademische Frage, die für den normalen Stillablauf keine Bedeutung hat. Solange das Kind gedeiht und sich wohl fühlt, muss keine Mutter über die Anteile an Vorder oder Hintermilch nachdenken. Solange Ihr Baby gedeiht, ist es vollkommen unwichtig, ob es an einer oder beiden Brüsten trinkt. Es gibt keine feste und unumstößliche Regel, dass ein Kind immer an beiden Seiten trinken muss. Wichtig ist alleine das Gedeihen des Babys. Jedes Stillpaar muss herausfinden, was für die beiden am besten funktioniert. Ich würde eher am Problem arbeiten und nicht die Flasche geben, denn sonst kann es passieren, dass dein Baby saugverwirrt wird und die Brust komplett ablehnt. Bei einem sehr starken Milchspendereflex hat es sich bewährt, das Baby von der Brust zu nehmen sobald die Milch zu fließen beginnt (leg dir eine Windel zum Auffangen der Milch hin und vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und erst nach ein bis zwei Minuten weiter zu stillen, wenn der Milchfluss etwas nachlässt. Eine weitere Möglichkeit ist das „Berg auf Stillen". Dazu hältst Du dein Baby so, dass sein Kopf, Nacken und Hals höher liegen als deine Brustwarze. Beim Stillen mit dem Rückengriff lehnst Du dich dabei nach hinten, beim Wiegengriff stützt Du dein Baby von unten mit zwei Kissen in deinem Schoß und lehnst dich, möglichst in einem bequemen Sessel sitzend, zurück. Weitere Möglichkeiten einem starken Milchspendereflex zu begegnen sind: erhöhe die Häufigkeit der Stillmahlzeiten. Dadurch verringert sich die Menge der gestauten Milch und damit die Milchmenge, die während des Milchspendereflexes freigegeben wird. Wenn Du die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten vergrößerst, verschlimmert sich das Problem noch weiter. biete nur eine Brust pro Mahlzeit an. Diese Vorgehensweise kann durchaus hilfreich sein, obwohl es nicht zu dem passt, was üblicherweise gesagt wird. Aber das Ziel ist es die Brust weniger zu stimulieren. Wenn dein Baby quengelt und oft trinken möchte, kann es nötig sein, dass Du ihm mehrere Male dieselbe Brust über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden anbietest, bevor Du die Seite wechselst. Wenn sich die zweite Brust zwischendrin zu voll anfühlt oder spannt, solltest Du gerade so viel Milch ausstreichen, dass Du dich wohlfühlst, um die Milchproduktion nicht zu sehr anzuregen. stille dein Baby wenn es gerade wach geworden ist. Es wird dann eventuell nicht so stark saugen, wie wenn es richtig wach und hungrig ist. Wenn das Baby weniger intensiv saugt, ist häufig auch der Milchspendereflex weniger stark. versuche verschiedene Stillpositionen (auch das oben beschriebene Berg auf Stillen) Eventuell kann dein Baby auch schon an deiner Brust trinken während es auf deinem Bauch liegt. So könntest Du dann im Liegen stillen und das Baby anschließend auf deinem Bauch einschlafen lassen.) lass das Baby oft aufstoßen. vermeide den Gebrauch von künstlichen Saugern und Schnuller. Mit dem Schnuller lässt sich ein Baby vielleicht hinhalten, aber es bleibt hungrig. Die Milch wird dann um so mehr mit Macht herausschießen, vor allem je mehr das ausgehungerte Baby kräftig saugen wird Versuche überhaupt einmal verschiedene Stillpositionen, möglicherweise gefällt deinem Baby die von dir bevorzugte Haltung nicht. Zusätzlich ist es ein guter Gedanke, dass Du dich an eine Kollegin vor Ort wendest, die dich und dein Kind im Gegensatz zu mir sehen kann und damit sehr viel gezielter beraten kann. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi
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