JoBi
Hallo und guten Abend, mein Sohn ist nun sechseinhalb Monate alt, ich habe ihn bis vor drei Wochen voll gestillt und danach mit Beikost begonnen (mittags Gemüsebrei, den er nicht so sehr mag, seit etwa einer Woche auch mal ein wenig Obst, was er sehr liebt oder Getreide-Fett-Brei). Er ist sehr interessiert am Essen, grabscht nach allem, was ich selbst esse und lutscht mit Hingabe an einer Brotrinde. Er ist laut Kinderarzt gut entwickelt, bei seiner U5 (da war er genau sechs Monate alt) wog er 8000 g bei einer Länge von 68 cm (Geburtsgewicht waren 3050 g bei 51 cm Länge). Einen länger andauernden Stillstreik haben wir überstanden und harmonieren momentan wieder sehr schön miteinander... Nun habe ich allerdings zwei Fragen: zum einen: sollte er nicht auch etwas trinken zur Beikost? Also Wasser? Aus dem Becher kriegt er das leider (noch) nicht hin und die Flasche möchte ich nicht so gerne geben, aus Angst, es könnte erneut ein Stillstreik eintreten. Zum anderen: ich stille immer vor dem Essen, so habe ich das in der Empfehlung der WHO gelesen und auch in einigen Publikationen, die die LLL herausgegeben hat. Wenn mein Sohn allerdings nach dem Stillen noch isst, muss ich dann die Portionsgröße immer eher klein halten, auch wenn er gerne mehr essen würde? Ich meine, mit den zusätzlichen Kalorien der Breie plus Muttermilch könnte er doch sicher auch schnell zu dick werden, oder täusche ich mich da? Soll ich ihm also bis zum Alter von einem Jahr nur kleine Brei-Portionen geben, auch wenn er sie gerne isst? Auf Ihre Antwort bin ich sehr gespannt, Grüße, JoBi
Liebe JoBi, im gesamten ersten Lebensjahr kann der Flüssigkeitsbedarf eines Babys vollständig über die Muttermilch gedeckt werden, vorausgesetzt, es wird weiterhin nach Bedarf gestillt. Dennoch ist es sinnvoll parallel zur Einführung der Beikost auch den Becher mit Wasser einzuführen. Tee oder Saft sind nicht notwendig. Ihr Sohn kann langsam lernen, wie er aus einer Tasse oder einem Becher trinken kann und bei diesem Lernvorgang ist es ganz normal, dass eine Zeitlang der größte Teil am Kinn herunter läuft und irgendwo nur nicht im Magen landet. Manche Kinder trinken übrigens sehr gern und gut mit einem Strohhalm aus einem Becher (die dicken, biegsamen Halme eignen sich recht gut). Ihr Sohn kann essen, so viel er mag, Gemüse hat nicht viele Kalorien und ein Getreide-Obst-Brei auch nicht. Nur würde ich keinen Milchbrei anbieten, so lange das Kind ausreichend oft gestillt wird. Man kann eine Faustregel aufstellen, dass ein Baby mit sieben Monaten eine bis zwei zusätzliche Beikostmahlzeiten ergänzend zur Muttermilch bekommt, mit acht Monaten zwei bis drei, mit neun Monaten zwei bis vier, mit zehn Monaten vier und mit zehn bis zwölf Monaten drei bis fünf. Daneben kann und darf es so oft gestillt werden, wie es möchte. Mit sieben bis neun Monaten braucht das Kind noch mindestens drei Milchmahlzeiten, mit zehn bis zwölf Monaten noch mindestens zwei. Für Tipps rund um das Thema Beikost bietet sich das Buch „Babyernährung gesund & richtig – B(r)eikost und Fingerfood“ von Gabi Eugster an. Dort finden sich sehr viele Informationen und Tipps zum Thema Ernährung ab dem siebten Monat. Sie bekommen es im Buchhandel, bei einer LLL Beraterin oder auch hier im Still Shop. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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