Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Schmerzen beim anlegen

Frage: Schmerzen beim anlegen

Mickey3

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Hallo, kurz zu uns, mein kleiner Sohn ist jetzt 16 Tage alt und wurde aus gesundheitlichen Gründen von mir per Kaiserschnitt 6 Tage vor ET geholt. Es lief alles sehr gut. Hatten aber "Stillprobleme" Wir hatten Anfangs im Krankenhaus große Problem mit dem Stillen, ich bekam schnell wunde und blutige Brustwarzen. Man gab mir dann ein Stillhütchen was irgendwie alles schlimmer machte. Zu Hause haben wir dann in Ruhe weiter geübt ohne Hütchen. Die Brustwarzen sind auch nicht mehr wund also sämtlicher Schorf der sich gebildet hatte ist nun auch weg. Also irgendwas machen wir jetzt dann hoffentlich doch richtig. Die Hebamme meint das Anlegen selbst wäre korrekt. Es gibt hinterher auch keine Verformung oder Druckstellen wie zu Anfang. Ich habe aber das Problem, dass das erste Ansaugen bei mir extrem schmerzhaft ist - ich könnte wirklich schreien oder irgendwo rein beißen. Und auch nach dem Stillen ist meine Brust rot (Warzenhof) genau da wo der Kleine seinen Mund hatte, Brustwarze und Vorhof brennen richtig, jede Berührung selbst von Stoff tut richtig weh. Das saugen selber dann aber nicht. Also wirklich nur vorher und hinterher. Ein Pilz soll es nicht sein sagen Gyn und Kinderarzt. Es belastet mich aber sehr weil ich wirklich Angst vor dem nächsten Stillen haben, das wiederum macht mich total traurig. Was machen wir falsch oder wo können wir was optimieren? Er ist beim trinken auch sehr wild. Egal wie früh ich seine Zeichen deute, er zappelt und strampelt steckt sich seine Hände in den Mund und das obwohl er dann schon direkt vor der Brust liegt. Er müsste nur noch sein Mund öffnen und könnte loslegen. Dann trinkt er auch sehr hastig (hört sich jedenfalls so an) und verschluckt sich auch manchmal. Was kann ich tun? Gruß


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Mickey3, das könnte das Einsetzen des Milchspendereflexes sein und ist nicht gefährlich oder besorgniserregend. Ein derartig schmerzhaftes Einsetzen des Milchspendereflexes kommt vor allem in den allerersten Wochen vor und vergeht im Laufe der Zeit von selbst. Bis dahin kannst Du leider nicht viel mehr tun, als Entspannungsübungen einsetzen (z.B. solche, wie Du sie im Geburtsvorbereitungskurs gelernt hast, falls Du einen besucht hast). In Extremfällen kann auch beim Arzt nachgefragt werden, ob er ein stillverträgliches Schmerzmittel verordnen kann. Sollten die Schmerzen nicht bald deutlich weniger werden bzw. ganz aufhören, sollte nachgeschaut werden, ob nicht doch eine Soorinfektion vorliegt. Wichtig ist auch, dass Du dich zum Stillen immer in eine bequeme Position begibst, um Verspannungen und daraus resultierende Schmerzen zu vermeiden. Haben dein Kind oder Du in den letzten Wochen Antibiotika nehmen müssen oder hatte dein Kind einen Mund- oder Windelsoor? Wenn ja, kann es sein, dass Du eine Soorinfektion hast. Mögliche Symptome für eine Soorinfektion bei der Mutter sind: • starke Schmerzen der Brustwarzen oder der Brust, die seit der Geburt auftreten, während der gesamten Stillmahlzeit anhalten und durch verbesserte Stillpositionen und Anlegetechniken nicht gelindert werden können, • plötzlich einsetzenden Schmerzen der Brustwarzen und/oder Brust nach Ablauf der Neugeborenenperiode, • juckende oder brennende Brustwarzen, die rosa oder rot, glänzend und fleckig aussehen und/oder mit einen Ausschlag aus kleinen Bläschen bedeckt sind, • offene Brustwarzen, • stechende Schmerzen in der Brust während oder nach dem Stillen, • schmerzende Brustwarzen und/oder Brüste bei korrektem Gebrauch einer vollautomatischen elektrischen Milchpumpe, • Infektionen der Scheide mit Hefepilzen (Monolia). Mögliche Symptome für eine Soorinfektion beim Baby sind: • Windelausschlag, • cremige, weiße Ablagerungen auf der Innenseite des Munds, der Wangen oder der Zunge des Babys, • wiederholtes Herausnehmen der Brust durch das Baby, ein klickendes Geräusch beim Stillen oder Brustverweigerung (weil es einen schmerzempfindlichen Mund hat), • Blähungen und Quengeln, • in seltenen Fällen kann Soor mit zu einer langsamen Gewichtszunahme beitragen. Das Baby muss keine sichtbaren Symptome haben. Du solltest unbedingt auch Kontakt zu einer Stillberaterin vor Ort aufnehmen, die dich und dein Kind beim Stillen beobachten kann. Es ist wichtig, dass Du korrekt anlegst und dass dein Kind korrekt saugt. Es kann auch sein, dass dein Baby nicht richtig saugt oder eine Saugschwäche hat, was korrigiert werden müsste. Das kann ich nicht beurteilen, denn ich kann dich nicht sehen. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße Biggi Welter


Mickey3

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Lieben Dank für deinen schnellen und umfassenden Rat.


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