Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Satt?

Biggi Welter

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Stillberaterin der La Leche Liga Deutschland e.V.

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Frage: Satt?

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Hallo Biggi und andere stillerfahrene Mütter! mal wieder eine Frage zum Stillen: wie merke ich das mein Sohn (9Wo) satt ist? Und ob er event. nach einer Brust genug hat? Ich frage deshalb, weil er meistens nach dem Stillen quengelt, aber an der Brust auch keine Ruhe gibt. Ich erkläre mal die Situationen: Ich lege ihn an die Brust an, er trinkt ziemlich rege etwa 5-8 Min., er löst sich selber oder schläft ein. Daraufhin wickle ich ihn und leg ihn an der 2. Brust an. Da trinkt er i.R. höchstens 4-5 Min und löst sich, weint aber sobald ich ihn hochhebe. Wenn ich ihn wieder an die Brust lasse, saugt er vielleicht 1-2 mal und löst sich wieder. Manchmal spür ich aber auch "Pupser", die ihn wahrscheinlich auch quälen, aber nicht immer (hab auch den Eindruck das die verstärkt beim Stillen rauskommen--warum?) Er wird voll gestillt und bekommt keinen Schnulli. Hat mir jemand Rat, oder die selbe Erfahrung gemacht? Danke MfG


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? Liebe Sita, Unruhe bedeutet nicht zwangsläufig Hunger und ein Baby kann nach dem Stillen auf verschiedensten Gründen unruhige oder quengelig sein. Als erstes sollten Sie sich Ihr Kind in Hinblick auf die Anzeichen für ein gut gedeihendes Baby anschauen: • mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass „nass" ist, können Sie sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.). • in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal) • eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 110 g pro Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht (mit zunehmendem Alter verringert sich die durchschnittliche Gewichtszunahme), • eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, • Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs • ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Wenn diese Kriterien alle erfüllt sind, ist davon auszugehen, dass das Kind gut gedeiht und keine Maßnahmen zur Steigerung der Milchmenge oder gar zusätzliche Nahrung erforderlich sind. Die Unruhe muss dann andere Ursachen haben. Der nächste Schritt besteht darin, dass Sie die Anlegetechnik und das Saugen des Kindes überprüfen (lassen). Ein nicht korrekt angelegtes Kind und/oder ein Baby, das nicht richtig saugt, schluckt an der Brust viel Luft und das wiederum kann zu Bauchproblemen und Unruhe führen. Lassen Sie sich am besten von einer Stillberaterin vor Ort beim Stillen zuschauen. Die Kollegin kann Ihnen dann im Bedarfsfall gezielte Tipps geben und Ihnen zeigen, wie Sie Ihr Kind optimal anlegen und zum korrekten Saugen führen. Wenn Sie mir Ihren Wohnort mit Postleitzahl angeben, suche ich Ihnen gerne die nächstgelegene LLL-Stillberaterin heraus. Das Füllen das Magens bei Stillen führt zu einer Stimulation des Darmes, so dass es vollkommen normal ist, wenn der Darm während des Stillens aktiv wird. Schlafende Babys reagieren oft ungehalten auf eine Lageveränderung. Es ist nicht sehr erstaunlich, dass ein Kind wieder aufwacht, wenn es nach dem Stillen hingelegt wird, denn es bekommt die Lageveränderung durchaus mit. Es wird einfach deshalb wach, weil es durch die Lageveränderung von senkrecht zu waagerecht geweckt wird. Eine solche Lageveränderung reizt das Gleichgewichtsorgan im Ohr und kann dazu führen, dass das Baby aufwacht. Wenn ein Baby liegend (an der Brust) einschläft und liegen bleiben kann, die Lageveränderung also wegfällt, sind die Chancen, dass es weiterschläft erheblich besser. Möglicherweise wird Ihr Kind auch wach, weil das Bett kälter ist als der Körper von Mutter oder Vater. Diese Temperaturunterschiede können ebenfalls zum Aufwachen führen. Hier hilft es, das Baby in eine Decke zu wickeln und in die Decke eingewickelt hinzulegen. Auch der Kopf sollte in der Decke liegen. Dazu kommt: Menschenbabys sind Traglinge, die den Kontakt zur Mutter brauchen. Es ist von der Natur nicht vorgesehen, dass sie alleine sind und auch nicht, dass sie alleine schlafen. Das widerspricht dem Bild vom süß in der Wiege schlummernden Baby, das fast alle Frauen (zumindest beim ersten Baby) haben. Es ist daher nicht verwunderlich, dass ein Baby weint, wenn es abgelegt wird. Ein Tragetuch kann da wie ein Zaubermittel wirken. Ihr Baby kann Ihre Nähe spüren, es wird sich an Ihrem Körper beruhigen, die Koliken verringern sich, es wird weniger weinen, vielleicht sogar recht gut schlafen und Sie haben mindestens eine Hand frei (und auch Ihren Kopf, weil das Baby wieder ruhiger ist), um andere Dinge zu tun. Versuchs einmal. Eine Autorin nennt dies so schön „Perspektive teilen". Das Tragetuch ermöglich es dem Kind, am Leben der Familie problemlos teilzunehmen und mit Ihnen die Perspektive zu teilen. Mit dem entsprechend gebundenen Tragetuch, können Sie Ihr Kind sogar im Tuch stillen, während Sie umhergehen oder sich um ihr anderes Kind kümmern. Lassen Sie sich von einer tucherfahrenen Frau einmal zeigen, wie vielseitig einsetzbar ein Tragetuch sein kann. Tucherfahrene Frauen finden Sie in fast jeder Stillgruppe und auch sonst wäre es sicher ein guter Gedanke, einmal ein Stillgruppentreffen zu besuchen. Neben vielen nützlichen Tipps bekommen Sie dort auch moralische Unterstützung. Bei nicht wenigen Babys schieben die Zähne bereits mit wenigen Wochen in den Kiefer ein. Dieses Einschieben macht manchen Kindern mehr Beschwerden als der eigentliche Zahndurchbruch. Sie können Ihrem Kind helfen, indem Sie seine Zahnleisten massieren und ihm ein (gekühltes) Beißspielzeug anbieten. Wegen der Haut sollten Sie nochmals mit dem Kinderarzt sprechen und eventuell auch eine zweite ärztliche Meinung einholen. LLLiebe Grüße Biggi Welter


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Hallo SiTa, mir gehts genauso. Ich weiß einfach nicht, wann meine Süße (13 Wochen alt) satt ist. Sie trinkt auch erst sehr zügig die erste Brust, hört dann auf. Dann lasse ich sie aufstoßen und biete ihr die andere Seite an. Sie legt dann auch kurz los, als ob sie noch nichts bekommen hätte. Aber auch nur kurz (4, 5 Minuten). Dann läßt sie immer wieder los. Dann schnappt sie sich die Brust wieder, läßt wieder los ... . Wenn ich sie hochnehme protestiert sie. Wenn ich sie aber nochmal anlege, trinkt sie so lustlos weiter. Ich hab dann immer irgendwie das Gefühl, sie zum trinken zu überreden. Ich denke sie ist relativ schnell satt und spielt dann nur noch mit der Brust. Babys trinken doch nicht weiter wenn sie voll sind, oder? Meine große Tochter hat immer den Mund zugekniffen und ließ nichts mehr rein, wenn sie satt war. Jetzt konnte ich dir ja nicht wirklich helfen. Vielleicht kann Biggi noch etwas dazu sagen. Jedenfalls gut zu wissen, daß es nicht nur mir so geht. Liebe Grüße Anja


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Hab noch was vergessen: Mein Kleiner hat in den letzten ca 10 Tagen soviel Spucke und "trielt" sehr stark. Kann es sein, das er schon Zähne bekommt? Und noch ein Problem: Er kratzt sich so oft im Gesicht. Kann es sein, das ihn was juckt. Er hat ziemlich trockene Haut, aber der KiA sagt ich soll nicht cremen. Was habt ihr für Erfahrungen gemacht? Danke! MfG


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