Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Reicht die Milch nicht mehr?

Frage: Reicht die Milch nicht mehr?

Mäusermama

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Hallo Frau Welter, mein Sohn wird am Donnerstag 9 Wochen alt und bis jetzt habe ich ihn voll gestillt. Es hat auch immer ganz gut geklappt aber seit 2 Tagen war er besonders am Abend immer sehr unruhig beim Stillen. Er hat angefangen zu trinken und ich habe auch immer gemerkt, dass der Milchspandereflex eingesetzt hat, aber kaum, dass es aufgehört hat leicht zu fließen, wurde er hektisch und hat die Brustwarze immer wieder losgelassen und den Kopf hin und her geworfen und dann angefangen zu schreien. Da habe ich ihm dann erstmal die andere Brust angeboten und dort war es dann dasselbe. Satt geworden ist er dabei aber nicht, denner weinte danach immer noch weiter. Deshalb habe ich im gestern probeweise hinterher noch eine Fertigmilchflasche angeboten von der er auch 40ml getrunken hat und heute abend sogar 60ml. Als er dann eingeschlafen war habe ich mit einer Handmilchpumpe abgepumpt um zu sehen, od die Brust wirklich "leer" war aber es sind noch 40ml zusammen gekommen.... Auch tagsüber wollge er heute alle 2h trinken-sonst hat er wenigstens 3h, manchmal auch schon4h ausgehalten. Und er ist auch am Tag sehr unruhig gewesen und hat kaum geschlafen. Ich denke, dass er nicht richtig satt geworden ist und nur vor Erschöpfung bißchen geschlafen hat bevor dann der Hunger wieder da war??? Ich muss dazu sagen, dass er auch einen Avent Beruhigungssauger hat, den bekommt er allerdings schon von Anfang an. Und am Wochenende war mein Mann mit ihm alleine und hat ihm eine Mahlzeit aus einer Nuk-Flasche gegeben. Denken Sie, dass er davon jetzt eine Saugverwirrung hat? Oder habe ich tatsächlich zu wenig Milch? Ich habe heute über den Tag auch mal die vollen Windeln gesammelt und gewogen und bis heute Abend sind wir bei reichlich 450g. Dazu habe ich im Internet gelesen, dass das eigentlich für seine Altersklasse als ausreichend für die Milchaufnahme gewertet werden kann. Ich hatte in letzter Zeit auch etwas mehr Stress- wir haben schon einen 3 Jahre alten Sohn, der natürlichbauch Aufmerksamkeit fordert, mein Mann hat Gürtelrose und kann mich nicht unterstützen und ich selber bin stark erkältet. Aber schlägt sich das wirklich in der Milchmenge nieder? Ich habe mich sehr gefreut, dass das mit dem Stillen bisher so gut geklsppt hat- bei meinem ersten Sohn konnte ich nur eine Woche voll stillen, dann ist er nicht mehr satt geworden und ich mußte zufüttern und als er 6 Wochen alt war, kam gar keine Milch mehr. Und diesmal wollte ich so gerne so lange wie möglich stillen ohne die ganze Fertigmilchgeschichte, aber ich bringe es auch nicht über mich, meinen Sohn hungrig zu lassen, zumal er sich ja auch nicht beruhigen läßt. Sonst hätte ich versucht, ihn einige Zeit hinzuhalten bis wieder mehr Milch zu Verfügung steht... Ich hoffe sehr, daß Sie mir helfen können und mir sagen können, was los ist und wie ich das alles wieder hinbekommen kann... Vielen Dank schon mal für Ihre Bemühungen und Ihre Beratung.


Biggi Welter

Biggi Welter

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Liebe Mäusermama, wie viel Milch eine Frau abpumpen oder ausstreichen kann sagt NICHTS darüber aus, wie viel Milch sie tatsächlich bildet. Erstens gibt es ganz große Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der Milchpumpen (und noch dazu arbeitet nicht jede Pumpe bei jeder Frau gleich wirkungsvoll). Zweitens ist das Abpumpen oder Ausstreichen eine Technik, die erlernt werden muss (die Frau muss auch lernen mit der Pumpe einen Milchspendereflex auslösen zu können) und drittens gibt es keine Pumpe, die so wirkungsvoll eine Brust entleeren kann wie ein Baby. Dazu kommt, dass der Milchspendereflex bei der Mutter um ein vielfaches besser durch ein Baby als durch eine Milchpumpe ausgelöst wird. Ein neun Wochen altes Kind ist im klassischen Alter für einen Wachstumsschub. Wachstumsschübe sind Zeiten erhöhter Nachfrage, in denen das Baby sehr oft gestillt werden möchte. Wird das Baby dann auch häufig angelegt (etwa alle zwei Stunden, manchmal sogar noch häufiger), erhält der Körper der Frau das Signal „mehr Milch bilden" und nach ein paar Tagen ist der Spuk vorbei und die Milchmenge hat sich dem Bedarf des Babys wieder angepasst. Stillen funktioniert nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Sie haben dann nicht zu wenig Milch, sondern der Bedarf Ihres Babys hat sich vergrößert und die Brust muss darauf erst reagieren. Wird in dieser Situation zugefüttert, wird der Brust kein erhöhter Bedarf signalisiert und die Milchmenge kann sich auch nicht auf den erhöhten Bedarf einstellen. Das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird gestört und es kann der Beginn eines unfreiwilligen Abstillens sein. Aber auch ohne Wachstumsschub ist es normal, dass ein so kleines Baby mindestens acht bis zwölf Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden will. Die Trinktechniken an Brust und Flasche (künstlichem Sauger) unterscheiden sich grundlegend. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel zwischen den beiden Techniken nicht klar und versuchen dann mit der falschen Technik an der Brust zu trinken. Das funktioniert nicht, das Kind bekommt an der Brust keine oder nur wenig Milch, ist frustriert und lehnt die Brust dann im schlimmsten Fall sogar ab. In dieser Situation spricht man dann von einer Saugverwirrung. Nun kann ein verhängnisvoller Kreislauf beginnen: da das Kind mit der falschen Technik an der Brust trinkt, wird es an der Brust hektisch, saugt an, lässt wieder los, dreht den Kopf hin und her schluckt viel Luft (die wiederum führt möglicherweise zu Bauchproblemen) und da es die Brust nicht mehr richtig stimuliert kommt es zu einem Rückgang der Milchmenge, wenn dieser Kreislauf nicht unterbrochen wird. Das ist ein ernsthaftes Stillproblem, das schon viele Sorgen und Tränen bei Müttern und Kindern verursacht hat. Doch eine Saugverwirrung kann überwunden werden. Dabei ist es die erste Maßnahme, dass sämtliche künstlichen Sauger weggelassen werden. In leichteren Fällen kann dies schon ausreichen. Lass den Schnuller mal weg und schreibe mir, wie es in einigen Tagen so ist. LLLiebe Grüße Biggi


Mäusermama

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Liebe Biggi, Vielen Dank für den Hinweis mit dem Wachstumsschub!!!! Das hat mich erstmal sehr beruhigt! Ich stille meinen Sohn im Moment wirklich so alle 2h weil er dann Hunger hat und dann ist er auch mit dem "Angebot" aus der Brust zufrieden- ich habe ihm allerdings die Flasche auch gar nicht mehr angeboten und hoffe, dass sich meine Milchbildung jetzt gut an seinen Bedarf anpassen kann... In der Zeit, in der er schläft ist er sehr unruhig aber ich glaube, das ist normal, oder? Den Schnuller habe ich ihm deshalb aber zum Einschlafen erstmal noch gelassen. Er "verliert" ihn aber immer gleich sobald er im Reich der Träume ist. Insgesamt geht es mir schon viel besser seit ich weiß, dass ich weiter stillen kann und daß es sich nicht um eine Saugverwirrung handelt, weil er sehr gut trinkt wenn er öfter an die Brust darf. Und vielleicht überträgt sich ja meine neu gewonnene Gelassenheit auch auf mein Baby und er übersteht diese schwierige Phase gut. Vielen, vielen Dank für Ihre schnelle Antwort! Es ist so schön, dass es jemanden mit so viel Erfahrung gibt, der hilft, wenn man als Mama am Verzweifeln ist.


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