damabe06
Liebe Stilberatung! Ich bin aktuell schwanger und Stille meine 2 jährige Tochter noch. Derzeit warte ich auf eine 2. Auswertung der Toxoplasmosetestung und es muss nun abgeklärt werden, ob es sich um eine frische Infektion handelt. Wenn ja muss ich sofort mit einer antibiotischen Therapie beginnen, die nicht stillfreundlich ist. Ich habe große Panik, wie ich dies meiner Tochter erklären soll und wie das Abstillen funktionieren kann. Sie trinkt noch sehr sehr häufig ihren Busen. Vorallem zum Einschlafen und nachts. Ich hoffe auf zahlreiche Tipps. Vielen Dank
Liebe damabe06, bevor du aus dem Verdacht heraus, dass das Antibiotikum ein Problem für deine Tochter darstellt, abstillst, bitte doch deinen Arzt darum, dass er sich eine Einschätzung von der Embryotox geben lässt. Das kostet ihn nichts, nur die Zeit für den Anruf. Dein gutes Recht ist das allemal, darum solltest du dich nicht einfach abwimmeln lassen, egal ob der Arzt das Stillen in diesem Alter noch für wichtig bzw. richtig erachtet oder nicht. DIE Entscheidung ist deine, nicht seine!! Er wird Informationen darüber benötigen, wie oft ihr stillt und vermutlich auch, wie sie sich sonst noch ernährt. Das kannst du dem Arzt ja zusammen mit den Kontaktinformationen geben. Hier sind die Kontaktdaten: Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie Charité-Universitätsmedizin Berlin, Campus Virchow-Klinikum Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin Tel. 030 / 450-525700 Fax 030 / 450-525902 Sprechzeiten: (nur werktags, nicht an Feiertagen): Vormittags (Mo-Fr) 9:00 - 12:30 Uhr Nachmittags (außer Mittwoch) 13:30 - 16:00 Uhr Hilft dir das weiter? Natürlich kannst Du auch versuchen, Dein Baby abzustillen. DU kennst DEIN Baby am besten und spüren, was dein Kind verkraften kann und was nicht. Wenn Du abstillen möchtest, dann sprich mit deinem Kind darüber, dass eure Stillzeit nun langsam zu Ende geht und zeige ihm, dass Du es selbstverständlich noch genau so lieb hast wie schon immer. Du entziehst ihm die Brust aber nicht dich selbst und deine Liebe. Dazu kannst Du die Stillzeiten immer weiter verkürzen. Viele Mütter haben festgestellt, dass es wirksam und relativ wenig belastend ist, ein Kind so oft anzulegen, wie es möchte, aber es nicht so lange zu stillen. Du kannst dein Kind eine kleine Weile anlegen und es dann ablenken oder ihm etwas zu essen oder zu trinken anbieten. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. Wenn dein Partner nicht einspringen kann, bleibt es an dir, Euer Kind auf andere Weise zu trösten und zu beruhigen und ihm einen Ersatz für die Brust anzubieten. In dieser Situation ist ein Nachthemd bzw. Kleidung, die sich vorne nicht öffnen lässt oft hilfreich. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt mit dem Abstillen. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Probiere es einmal mit immer kürzerem Stillen und viel Kuscheln. LLLiebe Grüße Biggi Welter
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