Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Milchspendereflex und Pumpe u. a. F.

Frage: Milchspendereflex und Pumpe u. a. F.

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Liebe Biggi, danke nochmal für Deinen Zuspruch zur " Beikostfrage" von vorletzter Woche, ich fand eigentlich auch, daß mein Sohn (8 Monate) sich mit "hier und da ein Häppchen" wohl gefühlt hat. Mittlerweile sind wir bei folgendem Rhythmus: 7.30 Uhr Stillen - 9.00 Frühstück (ein halber Dinkelvollkorntoast mit Bio-Wurstaufstrich) - 11.30 Uhr Stillen - 13.00 Uhr ca 100 g Obstkompott, 1/2 Banane o. ä. - 16.30 Uhr Stillen - 19.00 Stillen, im Anschluß Abendessen (1/2 Kartoffel, etwas Gemüse, einige Fleischstückchen, und das alles nach wie vor ohne Zähne...;-). Erst stillen geht nicht, dann trinkt er nichts mehr nach dem Essen und die Sache mit dem Becher klappt leider immer noch überhaupt nicht... Nachts auch noch einmal stillen (manchmal auch zweimal, je nach Witterung). Soweit, so gut. Letzte Woche allerdings hat sich mein Sohn beinahe versehentlich selbst abgestillt, er hatte nämlich einen Mundsoor und hat super wenig getrunken und ich war echt erschrocken,wie rapide die Milch runterging. Einige Mahlzeiten hat er ganz ausgelassen. Als er dann wieder "zulangte" konnte man gar nicht sagen, wer ob der verbliebenen Menge dummer geschaut hat, er oder ich... :-( Schließlich habe ich ihn zwei Tage lang mit allen Tricks öfter an die Brust gelockt und noch fleißig nachgepumpt, aber ich war schon ziemlich mit den Nerven fertig. Das Problem ist, daß mein Milchspendereflex immer sehr lange braucht, bis er einsetzt (2-3 Minuten), und mein Sohn wird zunehmend gallig, wenn es so lange dauert und streikt dann auch schon mal ganz. Wie krieg ich bloß die Milch schneller in Gang??? Mit der Milchpumpe krieg ich es gar nicht hin (habe eine Medela-Handpumpe,mit der ich - fließende Milch vorausgesetzt - sonst sehr gut zurecht komme)! Leider gibt es in meiner Nähe keine LLL-Stillberaterin (21266 PLZ), ich hatte im April aus anderen Gründen mal eine Stillberaterin ILB.. IBLC...wie auch immer, Du weißt schon ;-) hier, aber die ist - na klar - die nächsten zwei Wochen im Urlaub. Kann man die Technik auch online erklären ;-) ? Vielen Dank im voraus, Ellen


Biggi Welter

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Liebe Ellen, am besten wäre es, wenn dein Sohn sein gesamtes Saugbedürfnis an der Brust stillen würde, also keine Flaschen und keinen Schnuller! Viele Frauen erleben im Laufe der Stillzeit, dass sie das Einsetzen des Milchspendereflexes nicht mehr spüren und denken dann, dass er ausbleibt. Deshalb ist es die Frage, ob es wirklich ein fehlender oder verzögerter Milchspendereflex ist oder ob Du ihn schlicht nicht mehr bemerkst. In jedem Fall ist der größte "Feind" des Milchspendereflexes das Warten darauf bzw. die Angst er könne nicht einsetzen. Diese Anspannung kann den Milchspendereflex tatsächlich blockieren. Die Milch ist nicht einfach plötzlich weg. Es kann schon mal vorkommen, dass der Milchspendereflex nicht gleich einsetzt. Wenn die Mutter verspannt ist oder das Kind nicht ganz so optimal saugt. Das ist aber kein Beinbruch und wenn die Mutter es dann schafft ruhig zu bleiben, vielleicht die Seite zu wechseln (eventuell mehrfach) und sich gezielt entspannen, dann ist meist alles bald wieder so wie es sein soll. Also: Keine Panik, sondern Ruhe bewahren und sich mit dem Kind bequem und in Ruhe hinsetzen oder hinlegen und auch mal an was anderes denken. Die Entspannungsübungen aus dem Geburtsvorbereitungskurs können ebenfalls sehr hilfreich sein. Plötzlicher Aktionismus und viel Trinken sind kontraproduktiv, wichtig ist es jetzt wirklich ruhig zu bleiben, am besten mit dem Baby zusammen ein paar reine Baby und Stilltage einzulegen. Das kann wahre Wunder wirken, wenn Du dich für ein paar Tage mit deinem Kind ins Bett legen kannst (oder auf ein gemütliches Sofa) und dich um nichts anderes kümmerst als um dich und dein Baby und dich selbst so richtig verwöhnen (lässt). Ruf doch einmal bei Frau Christel Opitz Lüders Tel.: 040 7015579 an, vielleicht gibt es in deiner Nähe noch eine andere Beraterin. LLLiebe Grüße Biggi


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