Sarahm70
Guten Abend, meine Tochter ist heute 21 Wochen alt und ich stille voll. Seit einigen Wochen ist es manchmal so, dass sie mir hungrig erscheint, aber nach wenigen Momenten an der Brust dreht und windet sie sich, schreit, weint und will nicht mehr trinken. Bisher hat sich so ein Trinkrhytmus von alle 3-4 Std. eigependelt, hin und wieder sind es aber auch nur 2 Std.-3 Std. Seit einer Woche kommt sie nachts nun Punkt genau alle 2 Std, obwohl sie da eigentlich bereits meist immer 4 Std. (manchmal auch mehr) durchgeschlafen hat. Wird die nicht mehr richtig satt? Meine Milch fließt, aber sieht sehr wässrig aus. Ich habe mal versucht abzupumpen und ihr das zu geben, doch sie trinkt nicht richtig aus der Flasche. Tee wollte sie auch nicht. Sie wiegt jetzt 6.900 Gramm. In der 13. Woche wog sie 6.333 , das heißt nur 600 Gramm in 8 Wochen. Das ist zu wenig oder? Vielen Dank.
Kristina Wrede
Liebe Sarahm70, Die durchschnittliche Gewichtszunahme bei einem gestillten Baby beträgt in den ersten drei bis vier Monaten 150 bis 227 Gramm pro Woche, bei einem vier bis sechs Monate alten Stillkind beträgt sie noch 85 bis 142 Gramm wöchentlich. Das nimmt dann immer weiter ab, was verständlich ist, denn sonst wären unsere Babys irgendwann Riesen! Mit 600 Gramm in 8 Wochen liegt sie nicht alarmierend niedrig, vor allem wenn man bedenkt, dass die Kleinen nicht linear sondern in Schüben zunehmen! Wie sieht denn die Gewichtskurve im U-Heft hinten aus? Wenn er sich mehr oder weniger auf einer Kurve bewegt, dann ist alles in Butter. Achte einmal auf die folgenden Anzeichen bei deinem Baby: • mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass „nass" ist, kannst Du sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.). • in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal) • eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, • Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs • ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Wenn alle diese Punkte erfüllt sind, kannst Du davon ausgehen, dass Ihr Baby auch satt wird, ansonsten besteht Handlungsbedarf. Dass dein Baby nachts häufiger wach wird liegt weniger am Sättigungsgrad als an einer normalen Entwicklung. Es ist ein normaler entwicklungsphysiologischer Verlauf, dass Babys in diesem Alter nachts (wieder) vermehrt aufwachen. Dieses Aufwachen liegt nicht an der Ernährung des Kindes, sondern ist entwicklungsbedingt. Darum ist Abstillen in der Regel auch keine Lösung sondern nur eine Verschiebung der Belastung. In dieser Zeit verarbeiten Kinder vieles in der Nacht, und brauchen die Bestätigung, dass Mama ganz nah ist, und die beruhigende Milch, noch ziemlich. Es ist kein Rückschritt, wie es scheint, sondern zeigt, dass sich dein Kleines weiter entwickelt! Lieben Gruß, Kristina
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