Frage im Expertenforum Stillberatung an Kristina Wrede:

Milch geht zurück

Frage: Milch geht zurück

smile-ever

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Meine Tochter ist nun 6 Wochen alt und ich würde gerne voll stillen. Bisher hat es auch geklappt. Nur hab ich ne Zeitlang stark abgenommen, knapp 500g am Tag und meine Tochter war immer kürzer an der Brust und fing an zu meckern. Inzwischen trinkt sie nur noch 5-8 Minuten und kommt dafür ständig wieder, tagsüber mindestens jede Stunde. Durch die kurzen Trinkzeiten hat sie dann auch gerade mal 40 Gramm mehr auf der Waage, wenn ich sie nach dem Stillen wiege. Ich hab inzwischen sogar das Gefühl, dass nach den 5 Minuten nichts mehr kommt und auch ne Stunde später meckert sie mehr, nuckelt dann ewig und saugt, aber schluckt kaum. Dann setzt sie hab und sucht wieder.... Die Kinderärztin meinte, ich solle abends eine Flasche zufüttern, da es anscheinend nicht reicht. Die zieht sie auch sofort ganz hektisch leer. Beim Abpumpen bekomm ich mit der Handpumpe sowieso nur 30 ml raus, wenn ich ne halbe Stunde pumpe, aber das soll ja normal sein, dass da weniger kommt. Was kann ich tun, damit sie länger trinkt? Ich hab leider die ganze Zeit zu wenig gegessen und getrunken (ca. nen Liter bis 1,5l am Tag), steigere das aber in den letzten Tagen wieder, trinke drei bis vier Tassen Stilltee und 0,5l Malzbier. Dazu dann noch Wasser. Häufiger anlegen geht ja kaum, das mach ich eh schon stündlich. Kann ich die Milchmenge noch anders steigern? Ich pumpe nun nach dem Stillen schon etwas mit der Milchpumpe nach, damit zukünftig mehr gebildet wird.


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Liebe smile-ever, wieso hast du denn so stark abgenommen? Das ist ja nicht gesund für dich, und könnte sich auch auf deine Milchbildung ausgewirkt haben. Solange du deine Maus immer anlegst, wann sie will, wird sie sich das holen können, was sie braucht. 40 ml pro Mahlzeit sind durchaus ok, wenn es dann 12-14 Mahlzeiten in 24 Stunden sind. Dein Kind stimuliert die Brust sowieso viel besser als die Pumpe, und Das Problem beim Pumpen ist folgendes: es erlaubt KEINEN Rückschluss auf die tatsächlich verfügbare Milchmenge, da ein Baby beim Saugen an der Brust mit der optimalen Saugtechnik ganz andere Mengen herausbekommt, als eine Pumpe das vermag! Wenn beim Pumpen der Milchspendereflex nicht oder nicht intensiv genug ausgelöst wird (was oft so ist), dann fließt nur ganz wenig Milch - ein korrekt saugendes Baby könnte dennoch sofort ganz andere Mengen Milch aus der Brust bekommen. Es kann also durchaus sein, dass du mehr Milch haben könntest als du jetzt denkst. In erster Linie solltest du nun schauen, dass es DIR gut geht! Stilltee und Malzbier brauchst du nicht, das wirkt sich nicht wirklich auf die Milchmenge aus. Aber Wasser schon soviel, wie dein Körper benötigt. Deiner Maus kannst du versuchen, mit Brustkompression und Super-Wechselstillen zu helfen. Unten findest du die Erklärungen dazu... Wenn du die Flasche gibst, kann deine Maus saugverwirrt werden und ungeduldig mit der Brust, so dass es immer schwerer werden kann, sie zum Stillen anzuregen. Vielleicht kannst du es noch einmal aussetzen und erst einmal die zwei unten aufgeführten Methoden anwenden? Wenn du parallel dazu die Windeln von 24 Stunden sammelst und wiegst, und das Gewicht mit der gleichen Menge frischer Windeln vergleichst, können wir gut beurteilen, ob deine Maus genug Milch von dir bekommt. Lieben Gruß, Kristina Brustkompression "Der Zweck der Brustkompression ist den Muttermilchfluss zum Baby weiter zu erhalten, auch wenn das Baby selber nicht mehr so produktiv trinkt ("weit geöffneter Mund Pause dann Schliessen des Mundes"). Auf diese Weise wird das Baby länger weiter trinken. Die Brustkompression simuliert einen Milchspendereflex ("Letdown reflex") und oft stimuliert sie sogar tatsächlich das Auftreten eines natürlichen Milchspendereflexes. Diese Technik kann bei schlechter Gewichtszunahme eines Babys hilfreich sein. Die Brustkompression setzt den Milchfluss fort, wenn das Baby nicht mehr richtig von der Brust trinkt, sondern nur noch daran nuckelt, und bewirkt beim Baby folgendes: 1. Es bekommt mehr Muttermilch. 2. Es bekommt mehr fettreiche Milch (Hintermilch). Die Brustkompression Wie funktioniert sie? 1. Halten Sie das Baby mit einem Arm/einer Hand. 2. Halten Sie die Brust mit der anderen Hand, den Daumen auf der einen Seite der Brust (am einfachsten ist es, wenn der Daumen auf der oberen Seite der Brust positioniert ist), die anderen Finger auf der anderen, unteren Seite (C Griff). Alle Finger sollten ziemlich weit weg von der Brustwarze sein. 3. Schauen Sie wie das Baby trinkt (zu Ihrem Verständnis können Sie folgenden Video anschauen unter: www.thebirthden.com/Newman.html). Machen Sie sich keinen Stress, sie brauchen nicht jeden Schluck zu erwischen. Das Baby bekommt eine nahrhafte Menge Muttermilch, wenn es mit der Technik "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes" trinkt. 4. Wenn das Baby nur noch an der Brust nuckelt und nicht mehr richtig mit der oben beschriebenen Technik trinkt, dann ist es Zeit, die Brustkompression einzusetzen. Rollen Sie nicht ihre Finger über die Brust zum Kind, sondern drücken sie nur. Aber nicht so sehr, dass es schmerzt und versuchen Sie, die Form des Brustwarzenhofes nicht zu verändern. Mit der Kompression sollte das Baby wieder anfangen effektiv zu saugen und schlucken, d.h. mit dem Typus "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes". Benutzen Sie die Brustkompression nur dann, wenn das Kind nuckelt, nicht aber wenn es richtig trinkt! 5. Belassen Sie den Druck so lange, bis das Baby auch mit der Kompression nicht mehr richtig trinkt, dann lösen sie den Druck. Oft hört das Baby ganz auf zu saugen wenn der Druck wegfällt, aber es wird bald wieder damit anfangen, nämlich sobald die Milch wieder fließt. Falls das Baby nicht aufhört zu nuckeln warten Sie einen kurze Zeit, bevor Sie wieder mit der Brustkompression beginnen. 6. Die Gründe, wieso Sie den Druck lösen sollen sind einerseits, dass Sie Ihre Hand etwas ausruhen können und anderseits, damit die Muttermilch wieder zum Kind fließen kann. Das Baby wird, falls es aufgehört hat zu saugen als Sie die Kompression gelöst haben, nun wieder damit beginnen, wenn es die Milch wieder schmeckt. 7. Wenn das Baby wieder zu saugen beginnt kann es sein, dass es effektiv trinkt mit dem Typus "Weit geöffneter Mund Pause dann Schließen des Mundes". Falls dies nicht der Fall ist, d.h. das Kind nur nuckelt, benutzen Sie wieder die Brustkompression wie oben erklärt. 8. Fahren Sie so an der ersten Brust fort bis das Baby auch trotz der Kompression nicht mehr trinkt. Sie sollten dem Baby erlauben, noch eine kurze Weile länger an dieser Seite zu bleiben, da Sie manchmal einen erneuten "Let down" Reflex (Milchspendereflex) bekommen können. Das Baby würde dann von selber wieder zu trinken beginnen. Falls es jedoch nicht mehr trinkt, erlauben Sie ihm sich selbst von der Brust zu lösen oder nehmen sie es von der Brust. 9. Falls das Baby mehr möchte, offerieren Sie ihm die andere Seite und wiederholen den Prozess." (Quelle: Handout Nr. 15. Breast Compression. Revised Januar 2005 Verfasst von Dr. Jack Newman, MD, FRCPC. ©2005; www.BreastfeedingOnLine.com; Übersetzung von: Anke Käppeli Tinnes, IBCLC in Ausbildung, Zollikerberg, April 2006) Super-Wechselstillen Beim Super-Wechselstillen lässt die Mutter das Baby so lange an der Brust, wie es nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung schluckt. Sobald es seltener schluckt oder beginnt einzuschlafen, wird es von der Brust abgenommen. Die Mutter beugt es einige Male sanft von der Hüfte aus nach vorne, um es aufzuwecken; dann wird es an die andere Brust angelegt und wieder so lange gestillt, wie es regelmäßig schluckt. Erfolgt das Schlucken wieder seltener, lässt die Mutter das Baby aufstoßen oder beugt es in den Hüften, um es aufzuwecken, und legt es wieder an der ersten Brust an. Dieses »Wecken und Wechseln« wird 20 bis 30 Minuten lang durchgeführt, und wenn es darum geht, die Milchmenge zu steigern (etwa weil das Baby nicht gt genug zunimmt) sollte es tagsüber mindestens alle zwei Stunden und nachts alle vier Stunden erfolgen. Bei manchen Babys muss die Mutter möglicherweise schon nach jeweils 30 bis 60 Sekunden wechseln, zumindest in der Anfangsphase.


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