Mama85
Hallo Frau Welter, hallo Frau Wrede, ich habe folgendes Problem: mein sohn ist 12 Wochen, seit er geboren wurde bekommt er abends zum schlafen gehen und wenn er nachts wach ist ein Fläschchen mit Milch pulver. nachts habe ich dann milch abgepumpt. am tag stille ich ihn und er bekommt die abgepumpte milch. das klappt gut und der Kinderarzt meint das ist ok! jetzt hatten wir die letzten 2 wochen ziemlich Streß zuhaus, da habe ich aus Zeitgründen das stillen gelassen und ihm auch an tag ein Fläschchen gegeben. jetzt wo wieder ruhe eingekehrt ist möchte ich wieder zum alten Rhythmus zurück. ich habe aber den Eindruck das kaum bzw sehr wenig milch da ist. wenn ich dann doch merke das die milch einschießt lege ich ihn an und er weigert sich zu trinken. macht sich steif und brüllt. kann es sein das er sich in den 2 wochen zu sehr an die fertig milch gewöhnt hat und deshalb nicht mehr an die brust will? wie kann ich ihn wieder zum trinken ermutigen und wie steigere ich die milch menge? ich möchte noch nicht abstillen, ich genieße so das kuscheln mit ihm. bitte um Antwort und danke schon mal :-) Lg Mama85
Liebe Mama85, ich glaube, dass dein Baby saugverwirrt ist und nicht mehr korrekt und effektiv trinken KANN außer im Halbschlaf. Die Trinktechniken an Brust und Flasche (künstlichem Sauger) unterscheiden sich grundlegend. Manche Kinder kommen mit dem Wechsel zwischen den beiden Techniken nicht klar und versuchen dann mit der falschen Technik an der Brust zu trinken. Das funktioniert nicht, das Kind bekommt an der Brust keine oder nur wenig Milch, ist frustriert und lehnt die Brust dann im schlimmsten Fall sogar ab. In dieser Situation spricht man dann von einer Saugverwirrung. Bei den Beruhigungssaugern handelt es sich um künstliche Sauger. Und unabhängig davon, ob sie auf einer Flasche oder als Beruhigungssauger Anwendung finden, können sich künstliche Sauger negativ auf das Stillen auswirken, Dies ist eines der Probleme, die sich aus dem Gebrauch von Beruhigungssaugern beim gestillten Baby ergeben können, insbesondere dann, wenn das Baby noch nicht gelernt hat, korrekt an der Brust zu saugen. Das Saugen an einem künstlichen Sauger unterscheidet sich wie bereits geschrieben grundlegend vom Saugen an der Brust. Der künstliche Sauger ist bereits vorgeformt und relativ steif. Die Brust ist weich und nachgiebig. Ein Schnuller kann in den geschlossenen Mund eines Babys gesteckt werden. Um die Brust zu erfassen, muss das Baby den Mund weit öffnen, die Brustwarze reicht dann weit nach hinten in den Mund, wo die Bewegungen des Kiefers und der Zunge nicht stören. Auch die Bewegungsmuster der Muskeln von Mund, Gesicht und Zunge, sind am künstlichen Sauger ganz anders, als an der Brust. Mit der Saugtechnik, die das Baby beim Trinken an einem Flaschensauger oder beim Nuckeln an einem Beruhigungssauger anwendet, kann es kaum Milch aus der Brust bekommen. Nun kann ich aber weder dich noch dein Baby sehen und kann daher das Saugverhalten nicht beurteilen und dir auch nichts zeigen. Am besten wendest Du dich deshalb einmal an eine Stillberaterin in deiner Nähe und lässt dir beim Stillen zuschauen. Die Kollegin kann dir dann bei Bedarf Tipps zum korrekten Anlegen geben, kann dir erklären, woran Du erkennst, ob dein Kind korrekt saugt und dir überhaupt gezielte Hinweise geben. Im direkten Kontakt lassen sich viele Fragen viel besser klären. Adressen von Stillberaterinnen findest Du im Internet unter: http://wwwlalecheliga.de (Stillberaterinnen der La Leche Liga), http://www.afs-stillen.de (Stillberaterinnen der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen) oder http://www.bdl-stillen.de (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC). LLLiebe Grüße, Biggi
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