frau_julika
Einen schönen guten Tag, letzte Woche hatte ich eine schwere Grippe mit hohem Fieber und lag 3 Tage im Bett. Da meine Nebenhöhlen auch total zu waren, verordnete mir mein Arzt ein Kindernasenspray, das ich nachts auch verwendete. Seit Donnerstag merkte ich aber, dass ich deutlich weniger Milch für meine Tochter Mila (fast 5 Monate) habe, las im Beipackzettel nach und tatsächlich stand dort, dass der Wirkstoff in ganz seltenen Fällen milch-mindernd wirken kann. Der Milchspendereflex setzt jetzt auch sehr spät (nach ca. 20 Zügen) ein. Seitdem trinke ich täglich 2 Liter Stilltee, nehme Schüsslersalz Calcium phosphoricum und lege Mila ständig an. Heute war ich auch in der Apotheke und man riet mir homöopathische Kügelchen zu nehmen (asa foetida). Auch Milchbildungskugeln aus Getreide habe ich heute gemacht - alles ohne merklichen Erfolg. Vor allem abends, das letzte Stillen, ist ein absoluter Witz, da Mila saugt und saugt und nichts, wirklich gar nichts kommt, sie schluckt nicht. Jetzt bin ich echt verzweifelt! Ich hatte das schon häufiger, dass weniger Milch da war, aber nach einem Tag häufigem Anlegen, viel Trinken etc. war alles wieder auf normalem Niveau und das Stillen klappte wieder normal. Doch jetzt ist schon Montag und ich habe so wenig Milch seit Donnerstag. Kommt sie überhaupt wieder? Ist es zu spät? Muss ich abstillen? Ich möchte doch noch gar nicht! Über einen Tipp und eine Antwort bin ich Ihnen unglaublich dankbar! Julia
Liebe Julia, keine Sorge, so schnell ist die Milch nicht weg und die Menge lässt sich auch steigern. Deine Milch ist nicht plötzlich vollständig weg, es ist vielmehr so, dass eine Frau manchmal so angespannt oder seelisch aufgewühlt sein kann, dass der Milchspendereflex blockiert wird und die Milch deshalb nicht fließt. Wenn dies passiert, dann funktioniert in aller Regel das Abpumpen noch viel weniger, so dass der Eindruck entsteht, die Milch wäre weg. Leider entwickelt sich dann ganz schnell ein Teufelskreis: die Mutter glaubt, sie habe keine Milch mehr, dadurch ist sie noch angespannter und verzweifelter, was zu einer noch stärkeren Blockierung des Milchspendereflexes führt. Deshalb ist es jetzt ganz wichtig, dass DU DIR alle Ruhe und Entspannung gönnst, die Du bekommen kannst. Wenn möglich, lege dich mit deiner Tochter ins Bett und kümmere dich um nichts anderes, als um dein Kind, dich und das Stillen. Ruhe dich aus, gönne dir etwas Gutes (z.B. ein gemütliches Wannenbad mit einer schönen Tasse Tee und Musik, die dir gefällt). Versuche alle Störungen auszuschalten. Du solltest z.B. das Telefon aushängen, und alles was Du brauchen könntest bei der Hand haben. Dazu können ein Glas Wasser oder Saft, ein gesunder Imbiss oder etwas zu lesen gehören. Also: Keine Panik, sondern Ruhe bewahren und sich mit dem Kind bequem und in Ruhe hinsetzen oder hinlegen und auch mal an was anderes denken. Die Entspannungsübungen aus dem Geburtsvorbereitungskurs können ebenfalls sehr hilfreich sein. Plötzlicher Aktionismus und viel Trinken sind kontraproduktiv, wichtig ist es jetzt wirklich ruhig zu bleiben, am besten mit dem Baby zusammen ein paar reine Baby und Stilltage einzulegen. Das kann wahre Wunder wirken, wenn Du dich für ein paar Tage mit deinem Kind ins Bett legen kannst (oder auf ein gemütliches Sofa) und dich um nichts anderes kümmerst als um dich und dein Baby und dich selbst so richtig verwöhnen (lässt). Wende dich auch einmal an eine Stillberaterin vor Ort und überlege dir, ob Du nicht ein Stillgruppentreffen besuchen magst. Der direkte Kontakt mit anderen stillenden Müttern und einer Stillberaterin ist ungeheuer hilfreich. LLLiebe Grüße Biggi
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