Frage: Komisches stillverhalten?

Hallo, ich habe ein jetzt 8 Wochen altes Baby. Leider schläft es tagsüber so gut wie gar nicht. Ich stille, ab und zu schläft es dann an der Brust ein, nach drei Stunden stillen ja auch kein wunder. Jedoch wacht es nach 2-3 minuten wieder auf und trinkt erneut. Ablegen geht leider nicht. Sobald es in seiner Wiege, Kinderwagen, Bettchen liegt schreit es und will an die Brust. Schnuller spuckt es Sofort wieder aus. Mit Rücksprache meiner Kinderkrankheitenschwester (Schweden, hier trifft man nur ganz selten Ärzte und erste Anlaufstelle ist die Kinderkrankheitenschwester) habe ich auch die Flasche gegeben.. ca 120 ml, trinkt er auch aus und danach spuckt er fleißig aber Schläft trotzdem nicht ein und will wieder an die Brust. Wäre ja wirklich nicht schlimm, hätte ich nicht noch einen 2 jährigen, der nur di-do in die Kita darf (9-14uhr). Er will natürlich auch bespasst werden und kann natürlich nicht verstehen wenn ich jedes Mal 3 Stunden stille ihn ablege und er wie am Spieß schreit, rausgehen ist auch schwierig weil das Baby nicht im Kinderwagen schläft. Wenn das Baby auf dem Rücken liegt, dann sind auch die Beine ständig in der Luft und nicht entspannt auf der Matratze etc. das einzige was ein bisschen Abhilfe schafft ist die Trage, wo er zwar auch nur 30 Minuten schläft und dann unruhig wird und ich es dann Aber schaffe ihn da wenigstens etwas länger drin zu habe ... weil ich ja sonst wirklich zu nichts komme. 2 Minuten auf Klo sind auch ein Marathon, weil er sofort schreit wenn ich ihn eben ablege... und dazu dann dieser Stillmarathon..

von Annii87 am 13.07.2022, 04:33



Antwort auf: Komisches stillverhalten?

Liebe Annii87, das Dauerstillen kann sehr anstrengend und auch nervend sein, aber es hat seinen Sinn. Rein wissenschaftlich gesehen ist es so, dass das Baby durch den Stillmarathon die Prolaktinausschüttung anregt und so dafür sorgt, dass die Milchbildung angeregt wird und genügend Milch für das Kind zur Verfügung steht. Zwei kleine Kinder sind eine ungeheuere Herausforderung. Doch das zweite Kind weiß nicht, dass es das zweite ist und dass seine Mutter noch ein Geschwisterkind zu versorgen hat und deshalb benimmt es sich wie alle Babys: es will ständig gestillt werden und es wacht auch in der Nacht regelmäßig auf. Gibt es jemanden in deinem Umfeld, der sich intensiver um das „große Kind" kümmern kann? Eine Oma, Tante, deine beste Freundin oder der Papa? So, dass du dich in der Zeit mit dem Baby ins Bett zurückziehen kannst und schlafen oder ausruhen? Sprich auch mal mit deinem Hausarzt. Wenn du gesetzlich versichert bist, kann er dir eine Haushaltshilfe auf Rezept verschreiben (du musst erklären, dass weder Mann noch Oma den ganzen - oder halben - Tag frei nehmen können um dir zuhause zur Seite zu stehen, das lässt sich meist schaffen!). Solch eine Hilfe kannst du nach Absprache auch nur stundenweise, dafür aber über längere Zeit hinweg, einsetzen, und allein schon die Tatsache, dass du nicht waschen, putzen, bügeln, kochen musst ist eine riesige Erleichterung. Sehr ans Herz legen mag ich euch ein Tragetuch. Denn getragene Säuglinge sind meist pflegeleichtere Säugling, weil sie durch den intensiven Körperkontakt eines ihrer Grundbedürfnisse auf wunderbare Weise befriedigen können. Ein weiterer Vorteil: Auch der Papa kann sich das Baby an den Körper binden und mit ihm schöne lange Spaziergänge machen, während denen das Kleine an seinen Körper gekuschelt schlafen wird. Dies stärkt auch die Bindung zwischen Vater und Kind auf besondere Weise! Wie so ein Tuch optimal gebunden wird können dir die meisten Stillberaterinnen zeigen, darum macht es allein deshalb schon Sinn, mal zu schauen, ob es jemanden in Eurer Nähe gibt! Ihr alle braucht Ruhe und Zeit, um Euch an das neue Menschlein zu gewöhnen. Wie wäre es, wenn du während dem Stillen ein Buch vorliest? Mir persönlich gefällt das Buch "Ich will auch Geschwister haben" von Astrid Lindgren für diesen Zweck sehr gut. Ein Buch, das sich vor allem auch mit dem Thema Stillen beschäftigt und mit liebevoll gezeichneten Bilder aus der Sicht des größeren Bruders vom Auf die Welt kommen, dem Stillen und Tragen erzählt ist "Busi sagte Henriette" von Edith Seitz. "Busi sagt Henriette bekommst Du im Buchhandel (Edition buntehunde, ISBN 3 934941 03 6). Weitere Tipps für die Zeit nach der Geburt: o dem älteren Kind eine Babypuppe schenken, (oder sie ihr von dem Baby schenken lassen), die es ebenfalls versorgen und stillen kann. Außerdem kann das ältere Kind in die Versorgung des Babys miteinbezogen werden (es kann die Windeln reichen, den Po eincremen ...). Entscheidend ist, dass Deine Maus sich wichtig fühlt und weniger zurückgesetzt durch das Baby. o dem älteren Kind erlauben wieder klein zu sein, eben auch ein Baby, und es, wenn das Baby schläft, ein bisschen herumtragen, mit ihm ausgiebig kuscheln usw. Der oft geäußerte Spruch "Du bist jetzt schon so groß" führt bei manchen Kindern gerade zum Gegenteil dessen, was man erreichen wollte, denn "groß sein" bedeutet nach Auffassung des Kindes, dass es jetzt nicht mehr so wichtig ist. (Ich weiß, dass dies objektiv nicht so ist, aber das Kind kann es so empfinden). o ein Tragetuch verwenden. Mit dem Baby im Tuch, ist mindestens eine Hand frei für das ältere Kind (bei einem korrekt gebundenen Tuch). So kann die Mutter sich mit dem älteren Kind beschäftigen und gleichzeitig auf das Bedürfnis des Babys nach Nähe und Körperkontakt eingehen. Das Baby ist mit dabei, schläft wahrscheinlich sogar recht gut und es wird Freiraum für das Große gewonnen. Viele Mütter machen die Stillzeit mit dem Baby zu einer gemütlichen Kuschel- und Lesestunde für das größere Kind. Mit etwas Übung kann das Baby beim Stillen mit einem Arm gehalten werden und in den anderen Arm kann sich das größere Kind mit einem Bilderbuch o.Ä. kuscheln. Das ältere Kind kann das Buch so halten, dass die Mutter darin lesen kann oder mit ihm die Bilder anschauen und außerdem bekommt es die wichtige Aufgabe, die Seiten umzublättern. Eine andere Möglichkeit die Stillzeiten für das große Kind zu etwas besonderem zu machen ist eine "Stillkiste" (der Begriff stammt von einer meiner Gruppenmütter). In dieser Kiste sind besondere Dinge (z.B. ganz spezielle Stifte und glänzende Papierbögen, bunte Perlen, die zu Ketten aufgereiht werden können, ein Spielzeugauto je nachdem, was für das Kind besonders attraktiv sein kann), die nur zu den Stillzeiten benutzt werden dürfen. Nur Mut, auch der (Still)Alltag mit zwei kleinen Kindern ist meisterbar, Ihr braucht nur Zeit dazu! Und es wird auch längere Abstände geben, versprochen! Liebe Grüße Biggi

von Biggi Welter am 13.07.2022



Antwort auf: Komisches stillverhalten?

... 2-3 Stunden am Stück sind keine Seltenheit... evtl. 5 Minuten Pause (damit ich dem 2 jährigen was zu trinken holen kann, mir was zu trinken holen kann oder auf Toilette gehen kann). Ich glaube ich habe genug Milch, denn volle Windeln hat das Baby Allemal... und es spritzt wirklich raus, wenn ich auf die Brust drücke.. und selbst die Flasche hilft ja nicht wirklich dabei. wie lange ist es denn normal am Stück zu stillen und das Kind ist satt und zufrieden und man könnte sich auch mal so mit ihm beschäftigen? also etwas "spielen", so langsam nimmt es ja seine Umgebung etwas mehr wahr, aber 2-3 Minuten sind schon was besonderes bevor er wieder an die Brust will. Ich weiß selbst nicht wie sich eine volle Brust anfühlen soll, da er die immer "leertrinkt" und es tut auch nicht weh beim stillen, auslaufen tun sie auch nicht. Er hat einen grummel Bauch und schluckt durch seine jetzt langanhaltende Erkältung viel Schleim was man dann auch in der Windel wiederfindet..

von Annii87 am 13.07.2022, 04:33



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