Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Keine Milch mehr

Frage: Keine Milch mehr

MaDa

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Hallo , ich habe zwei Fragen. 1. Mein Sohn ist 1 Jahr alt und wird zum einschlafen gestillt (1 mal vormittag und1 mal Nachmittag) sowie abends zum einschlafen und nachts beim aufwachen. Er nimmt weder Schnulli noch sonst etwas. Jetzt mach ich mir doch sorgen ob ich ihn wieder von der Brust bekomme. Ich möchte ihn eigentlich langsam anders in den schlaf begleiten bzw mein Mann soll jetzt auch mal dürfen. Wie stelle ich das am besten an? 2. ich habe irgendwie das Gefühl das ich nicht mehr genug Milch habe. Anfangs hatte ich zu viel Milch, es ist durchgehend gelaufen. Jetzt saugt mein Sohn ca 20 Sek , er zuzelt ganz fest. dann kommt bisschen was - ich hör ihn schlucken - aber das war's. Das dauert sich nur ganz kurz das schlucken. Ich füttere natürlich Brei zu, aber mach mir jetzt Gedanken ob er genug Flüssigkeit und Nahrung bekommt. Wenn ich meine Brust dann Drücke um zu schauen wie viel Milch kommt, kommt schon was, aber nicht mehr so viel wie früher Jetzt weiß ich nicht, wie ich es machen und testen soll. Gläschen isst er meist nur 1/2. Also müsste er ja noch Hunger Haben. Milcheinschuss habe ich nur noch ganz leicht und nicht mehr so oft Wie kann ich jetzt am besten abstillen und als Alternative zum schlafen anbieten? LG und danke


Biggi Welter

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Liebe MaDa, in diesem Alter kann dein Kind ganz langsam lernen, dass es nachts mal eine Pause gibt, eine stillfreie Zeit. Erkläre deinem Kind schon bei Tag, was sich in der Nacht ändern wird, und versuche, Signale zu definieren, die es wieder erkennen kann (z.B. "erst wenn der Radiowecker angeht, dann darfst Du trinken") und die sich eventuell anpassen lassen (den Radiowecker kann man etwa jeden 2. Tag eine viertel Stunde nach hinten programmieren, so dass die Pause immer länger wird). So wird die Nacht allmählich stillfrei. Wenn sich dein Kind dann in der Nacht beschwert, dass es nicht trinken darf (und das kann es natürlich nur durch weinen oder schreien), dann tröste es und sprich liebevoll-beruhigend mit ihm, und gestehe es ihm auch wirklich zu, sauer zu sein, aber bleib konsequent beim "Nein", bis der vereinbarte Zeitpunkt (z.B. der Radiowecker geht an) für das Stillen gekommen ist. Dann jedoch solltest Du auch von dir aus deinem Kind die Brust anbieten - so lernt es, dass es sich auf dein Wort verlassen kann. Natürlich kannst Du ihm während der Nacht einen Schluck Wasser oder auch einen Schnuller anbieten, doch sei nicht allzu überrascht, wenn das anfangs mit Wut abgewiesen wird. Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass die ersten Nächte zwangsläufig sehr unruhig sein werden. Doch in der Regel akzeptieren Kinder relativ schnell die neuen "Spielregeln", und je älter sie sind, desto einfacher. Einen "Knacks" beim Kind brauchst du nicht befürchten, wenn du ihm wirklich beistehst und ihn nicht "strafst" für seine natürliche Reaktion auf diese Veränderung. Nur wenn sich dein Kind über mehrere Tage hinweg gegen diese stillfreie Zeit sperrt, oder gar tagsüber extrem anhänglich bzw. weinerlich wird, oder gar eine Hautreaktion zeigt, dann weißt du, dass es noch zu früh ist und du vielleicht einfach noch ein paar Wochen warten und durchhalten solltest. Dieser Vorschlag stammt von Elizabeth Pantley, Autorin des Buchs "Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch: Das 10-Schritte-Progamm für ruhige Nächte", das ich wärmstens empfehlen kann. Pantley hat ein Programm entwickelt, mit dem man älteren Babys, auch Stillkinder, dabei helfen kann, auch ohne Brust oder ständiges Stillen die Nacht zu schaffen. Auch wenn man nicht alle ihre Schritte anwendet haben viele Mütter doch gute Erfahrungen mit diesem Buch gemacht. Wichtig ist, dass dein Kind weiterhin deine Liebe und Zuneigung spürt und Du nicht gleich die Geduld verlierst, wenn es nicht so schnell klappt. Viele Frauen glauben, dass sie sich beim Abstillen vom Kind distanzieren müssen, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Deshalb halte ich auch nicht viel von der Lösung, dass die Mutter einige Tage alleine verreist. Diese plötzliche Trennung kann das Kind in tiefe Trauer und Verzweiflung stürzen und vor allem: Was macht die Mutter, wenn das Kind nach der Rückkehr doch wieder an die Brust will? Du kannst versuchen, ob dein Kind sich mit Wasser beruhigen lässt, wenn das nicht klappt, kannst Du einen Becher mit Milch anbieten. LLLiebe Grüße, Biggi


Mitglied inaktiv

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Ich kann Dir das Buch: "Mein Kind will nicht essen" von Gonzalez sehr empfehlen, wenn Du Dir wegen des Wenigessens Gedanken machst. Das beruhigt ungemein. Mein Kind hat sehr lange sehr wenig gegessen, außer bei Wachstumsschüben, und dafür umso mehr gestillt. Sie ist jetzt 3 und stillt noch immer. Aber sie hören alle irgendwann damit auf, wenn sie soweit sind, die meisten zwischen 3 und 4 Jahren. Die Angst, das Kind käme nie von der Brust weg, beruht auf den Ammenmärchen hierzulande. Wenn es für Euch beide gut ist, kannst Du einfach weiterstillen. Ernährungstechnisch ist das das Optimum fürs Kind. Eure Stillzeiten sind auf jeden Fall doch ganz "bedienerfreundlich". Wir haben unserer Tochter damals auch beigebracht, dass sie mit Papa einschlafen kann. Sie macht das heute noch sehr gern. Anfangs hat sie sich sehr vehement beschwert, aber das wurde bald besser. Es geht. Man muss ihnen nur auch den Zorn und Ärger über die versagten Kuschelzeiten mit Mama nachsehen und anerkennen. Wenn man(n) da Ruhe bewahrt, wird es für das Kind bald Gewohnheit sein. Alles Gute und LG Sileick


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