Mitglied inaktiv
Ich bin völlig geschockt. Mein Kleiner ist 3 Monate alt und ich war heute nach 4 Wochen wieder beim Arzt, wegen der 2. Impfung. Auf der Waage- der Riesenschock - Pavel hat in den 4 Wochen 240 Gramm abgenommen. Ich war völlig platt. Er trinkt 5x am Tag, alle 3 Stunden, schläft nachts von 6 bis 6, ohne aufzuwachen. Und nun sagt mir die Ärztin, er trinkt nicht ausreichend. Obwohl er nach dem Stillen (allerdings immer nur ca. 10 Minuten) zufrieden `abfällt´. Jetzt muß ich zufüttern- sein ein Mist. Wollte ich eigentlich verhindern, hab da irgendwie kein gutes Gefühl bei! Aber was soll ich machen? Ich will nicht!!!! Habe ihm jetzt schon einmal nach dem Stillen heute mittag 100 ml angeboten, die hat er auch voll weggezischt. Obwohl nach der Brust eigentlich alles schön war. Nun meine Fragen: welche Milchsorte, worauf soll ich achten, kann man ihn damit überfüttern, wird er dadurch fett, ist diese Chemiemilch überhaupt gut? Das wichtigste: Wie kriege ich wieder mehr Milch? Muß dazu sagen, dass ich im Dauerstreß bin, habe noch eine Tochter von 2 Jahren; mein Mann ist selten zuhause, kaum vor der Schlafenszeit der Kinder, so dass ich mit allem alleine bin. Was also tuen???? Bitte helft mir, fühl mich sooo mies!!! Gruß & Danke, Brita.
Liebe Brita, ein Gewichtsverlust oder Gewichtsstillstand ist immer ein Alarmzeichen. Es muss nicht gleich etwas Bedrohliches sein, doch bei einem kleinen Baby sollte in JEDEM Fall festgestellt werden, warum es nicht zugenommen hat. In Absprache mit dem Kinderarzt und in Zusammenarbeit mit einer Stillberaterin vor Ort, wäre es der erste Schritt, festzustellen, wodurch die geringe Gewichtszunahme verursacht wurde und ob es notwendig ist sofort zusätzliche Nahrung zu geben und dabei gleichzeitig daran zu arbeiten die Milchmenge der Mutter zu erhöhen oder ob zunächst noch abgewartet werden kann mit der zusätzlichen Nahrung und die Mutter mit geeigneten Maßnahmen ihre Milchproduktion ankurbeln kann. Aus der Distanz kann ich dir jetzt keines Falls sagen, was in deinem Fall erfolgen sollte. Am besten setzt Du dich mit einer Stillberaterin in deiner Nähe in Verbindung und sprichst nochmals mit dem Kinderarzt (oder holst die Meinung eines zweiten Kinderarztes ein), ob es möglich ist, zunächst zu versuchen, das Kind durch ausschließliches Stillen weiter zu ernähren oder ob sofort Handlungsbedarf also die zusätzliche Gabe von künstlicher Säuglingsnahrung besteht. Ist es notwendig zusätzliche Säuglingsnahrung zu geben, dann sollte diese Nahrung möglichst nicht mit der Flasche, sondern mit einer alternativen Fütterungsmethode nach dem Anlegen gegeben werden (z.B. Becher). Gleichzeitig sollte durch die im folgenden beschriebenen Maßnahmen versucht werden, die Milchmenge der Mutter zu erhöhen und das Kind zu häufigerem Trinken an der Brust anzuregen. Die Maßnahmen zur Steigerung der Milchmenge gelten auch dann, wenn keine Zusatznahrung erforderlich ist. Oberste Regel: Häufiges Anlegen und ein gut saugendes Kind stimulieren die Brust zu mehr Milchbildung. Deshalb solltest Du dein Baby in den nächsten Tagen oft anlegen. Um das Interesse deines Babys an der Brust wach zu halten, kannst Du es mit Wechselstillen versuchen. Dabei legst Du dein Baby an und stillst es, solange es wirkungsvoll saugt, d.h. es schluckt nach jeder oder jeder zweiten Saugbewegung. Sobald es seltener schluckt, nimmst Du es sanft von der Brust (vergiss nicht den Saugschluss zu lösen) und lässt es aufstoßen, streichelst seine Fußsohlen oder massierst es sanft entlang der Wirbelsäule, um seine Aufmerksamkeit zu wecken. Dann wird es an der anderen Brust angelegt und wieder gestillt, so lange es wirkungsvoll saugt. Schluckt es wieder seltener, wird es zurück an die erste Brust gelegt, nachdem Du es wieder etwas ermuntert hast. Dieses „Wecken und Wechseln“ wird zwanzig bis dreißig Minuten lang ausgeführt, wie bereits erwähnt tagsüber alle zwei Stunden und nachts mindestens alle vier Stunden Eventuell ist es sinnvoll zusätzlich zu pumpen. Wenn gepumpt wird, dann sollte eine möglichst effektive Pumpe verwendet werden, am besten eine vollautomatische, elektrische Kolbenpumpe mit Doppelpumpset. Zu wenig Milch ist eine medizinische Indikation für die Verordnung der Pumpe durch den Arzt (auf der Verordnung muss „mit Zubehör“ stehen, sonst musst Du das Zubehör selbst zahlen). Richte dich mit deiner Flüssigkeitszufuhr nach deinem Durstgefühl. Eine zu hohe Flüssigkeitsaufnahme führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Milch, da sie dazu führt dazu, dass das antidiuretische Hormon (ADH) zurückgeht, die Frau erfährt dann eine vermehrte Wasserausscheidung („schwemmt aus“) und die Milchbildung verringert sich. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit (davon höchstens zwei bis Tassen Milchbildungstee) sind im Allgemeinen ausreichend. Wenn der Urin dunkelgelb wird und die Menge gering ist, trinkst Du zu wenig. Schwarzer Tee, Matetee und Kaffee sollten nur mäßig genossen werden. Auf Limonaden oder Colagetränke sowie künstlich gesüßte Getränke sollte möglichst verzichtet werden. Auf die (angebliche) milchflussfördernde Wirkung von Bier oder Sekt sollte verzichtet werden. Alkohol geht bereits in kleinen Mengen in die Milch über und belastet den Stoffwechsel des Babys. Achte darauf, dass DU ausreichend und möglichst ausgewogen isst. Kohlenhydratreiche Nahrung hat einen positiven Einfluss auf die Milchbildung. Ruhe dich oft aus und entspanne dich. Arbeite für eine Weile so wenig wie möglich. Die Hausarbeit läuft dir nicht davon! Stress wirkt sich ungünstig auf den Milchspendereflex und auf die Milchbildung aus. Vielleicht kannst Du ja ein paar „Stilltage“ einlegen, das heißt Du legst dich mit deinem Baby ins Bett und kümmerst dich ausschließlich um dein Baby und das Stillen. Viele Mütter machen die Stillzeit mit dem Baby zu einer gemütlichen Kuschel und Lesestunde für das größere Kind. Mit etwas Übung kann das Baby beim Stillen mit einem Arm gehalten werden und in den anderen Arm kann sich das größere Kind mit einem Bilderbuch o.ä. kuscheln. Das ältere Kind kann das Buch so halten, dass die Mutter darin lesen kann oder mit ihm die Bilder anschauen und außerdem bekommt es die wichtige Aufgabe, die Seiten umzublättern. Eine andere Möglichkeit die Stillzeiten für das große Kind zu etwas besonderem zu machen ist eine „Stillkiste" (der Begriff stammt von einer meiner Gruppenmütter). In dieser Kiste sind besondere Dinge (z.B. ganz spezielle Stifte und glänzende Papierbögen, bunte Perlen, die zu Ketten aufgereiht werden können, ein Spielzeugauto je nachdem, was für das Kind besonders attraktiv sein kann), die nur zu den Stillzeiten benutzt werden dürfen. Wenn möglich, sollte dein Kind keinen Schnuller und auch keine Flaschensauger bekommen, denn diese können dazu führen (bzw. schon dazu geführt haben), dass dein Baby nicht mehr weiß, wie es richtig an der Brust trinken soll. Die eventuell notwendige Zusatznahrung sollte mit einer alternativen Fütterungsmethode gegeben werden. Außerdem solltest Du Kontakt zu einer Stillberaterin vor Ort aufnehmen, die dich und dein Kind beim Stillen beobachten kann. Es ist wichtig, dass Du korrekt anlegst und dass dein Kind korrekt saugt. Es kann auch sein, dass dein Baby nicht richtig saugt oder eine Saugschwäche hat, was korrigiert werden müsste. Das kann ich nicht beurteilen, denn ich kann dich nicht sehen. Wenn Du mir deinen Wohnort mit Postleitzahl angibst, suche ich dir gerne die nächstgelegene LLL Stillberaterin heraus, die dich sicher bei deinem Problem im direkten Kontakt unterstützen wird. Am besten sprichst Du mit deinem Arzt, welche Ersatzmilch Du nehmen sollst (wenn sie tatsächlich notwendig ist). Muttermilch ist der Goldstandard und von allen künstlichen Säuglingsnahrungen ist diesem Goldstandard die Pre Nahrung noch am ähnlichsten. Alle weiteren Nahrungen entfernen sich immer weiter von Goldstandard, was keinerlei Vorteile für die Gesundheit des Kindes bringt. Deshalb ist es nicht sinnvoll und vom ernährungsphysiologischen Standpunkt her auch nicht notwendig, andere Nahrung als Muttermilchersatz zu geben, als eine Pre Nahrung. LLLiebe Grüße Biggi
Mitglied inaktiv
Hallo Brita, habe durch Zufall mal in dieses Forum geschaut und bin über Deinen Beitrag gestolpert. Bei mir herrscht eine fast identische Situation. 2. Kind (mein Großer ist 3 Jahre), Mann den ganzen Tag weg, super Streß ergo Milch weg! Meine kleine hat über 2 Wochen gar nicht zugenommen und in der dritten Woche gerade mal 40 Gramm. Dann habe ich zugefüttert. Das Ganze ist jetzt gut einen Monat her und meine Milch ist jetzt völlig versiegt. Wollte eigentlich gerne noch Teil-Stillen, aber das ewige hin und her zwischen Flasche und Brust hat meine Kleine ganz närrisch gemacht. Am Besten nimmst Du eine Pre Nahrung (HA wenn Allergien in der Fam. vorkommen!), die kannst Du ganz nach Bedarf füttern, wie MuMi. Versuche halt mal, wie lange Du noch Stillen kannst. Wenn Dein Kleiner Brust und Flasche zu jeder Mahlzeit akzeptiert, mache das auf jeden Fall so lange es geht. Wenn nicht, tröste Dich. Das Kind wird auch mit der Flasche gesund groß. Es hat ja die ersten 3 Monate das Beste erhalten, was es bekommen kann und sofern keine Allergien o. ä. vorliegen, brauchst Du Dir echt keine Sorgen zu machen. Ich würde übrigens auch später nicht von Pre auf eine 1er oder 2er Milch wechseln, sondern Ende sechster/Anfang siebter Monat Beikost einführen und Pre bis zum vollendeten 1. Lebensjahr geben. Diese Milch kommt der MuMi am nächsten und enthält keine unnötigen Stärken. Gruß und alles Gute! Eine Leidensgenossin (`:-)) Joy
Mitglied inaktiv
Liebe Joy, Dich schickt der Himmel!!! Vielen Dank für Deine Aufmunterung, Dein Verständnis und Deine Super-Tipps!!!! Werde ich dann auch so machen, wie Du sagtest und einfach mal hoffen, dass das Milchbächlein doch noch mal zu strömen anfängt... Lieben Gruß und Tausend Dank, Brita.
Mitglied inaktiv
Hallo Brita, Lass bloss den Kopf nicht hängen! Biggi’s Tipps sind Klasse und haben mir geholfen (danke nochmals an Biggi!). Zwar sind wir noch nicht ganz „über dem Berg“, aber auf dem besten Wege! Ich hatte mich sogar zwei Tage mit Vincent neben mir und einem Buch in der Hand ins Bett gelegt. Alle 2 Stunden im Wechsel 20 min lang angelegt. Dazu habe ich Milchbildungstee getrunken. Unser Sohn nahm gleich zu (wenn auch die Waage mal mehr, mal weniger im Vergleich zum Vortag anzeigte). Den Haushalt habe ich ne Woche lang links liegen gelassen. Aber ich hatte es auch einfacher, da ich kein weiteres Kind zu versorgen habe. Kannst Du vieleicht das Wochenende nutzen, eine Ruhepause einzulegen? Wenn dann vieleicht auch Dein Mann da ist und bereit ist, sich um Eure Tochter zu kümmern? Und sollte es wegen den stressigen Umstaenden doch nicht klappen, dann kann ich ebenfalls nur sagen, dass Pavel das Glück hatte, 3 Monate voll gestillt zu werden, was so viele andere Kinder nicht haben! Ist doch schon ‚ne tolle Leistung von Dir! Also toitoitoi, ich drück‘ Dir ganz fest die Daumen, dass es klappt. Liebe Grüsse, Susanne
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