Mitglied inaktiv
Hallo liebe Biggi, bei unserer Tochter hatte ich damals Milch bis zum Abwinken. Ich habe sie zwei Jahre lang gestillt. Bei unserem Sohn (7 Mon.) hab ich die Brüste so leer, wie bei unserer Tochter, als sie 1 Jahr alt war. Wenn er an der Brust ist, kämpft er wie wild (er Saugt stark, drückt seinen Kopf immer wieder an meine Brust, zappelt unruhig), daß der Milchspendereflex endlich einsetzt (früher lief die Milch nach dem 3. Saugen los, jetzt dauert es bestimmt 20 Sekunden). Er trinkt dann und nach einer Weile saugt er immer noch, aber ich höre gar kein Schlucken mehr. Da gebe ich ihm mittlerweile die andere Brust. Da läuft die Milch dann und er trinkt bis er satt ist, glaube ich. Bei unserer Tochter und auch bisher bei unserem Sohn wurden sie satt nach einer Brust. Jetzt "muß" ich schon beide geben. Hab ich bald keine Milch mehr? Hilfe! Soll ich jetzt Milchbildungstee trinken? Er bekommt außer 1x Brei mit Wasser als Getränk zum Brei nur die Brust. Kein Schnuller. Was soll ich tun? Ich will doch noch lange stillen! Liebe Grüße, Bienchen
Liebe Bienchen, es kommt höchst selten vor, dass die Milch plötzlich "wegbleibt". Solche Situationen gibt es, wenn die Mutter plötzlich einem überaus großen Stress ausgesetzt ist (z.B. weil das Kind einen Unfall hatte oder andere einschneidende Ereignisse vorgefallen sind). Dann kann es dazu kommen, dass die Muter so verkrampft ist, dass der Milchspendereflex ausbleibt. Aber wie schon gesagt, das ist sehr selten, außerdem vorübergehend und man kann etwas dagegen tun. Die Vorstellung, dass die Brust (ähnlich wie eine Flasche) nach dem Stillen leer ist und erst wieder aufgefüllt werden muss, ist so nicht richtig. Zwar wird zwischen den Stillmahlzeiten Milch produziert, der Hauptanteil der Milch wird jedoch erst während des Stillens gebildet. Das Saugen des Kindes gibt das entsprechende Signal zur Milchbildung, der Milchspendereflex wird dann ausgelöst. Viele Frauen erleben im Laufe der Stillzeit, dass sie das Einsetzen des Milchspendereflexes nicht mehr spüren und denken dann, dass er ausbleibt. Deshalb ist es die Frage, ob es wirklich ein fehlender oder verzögerter Milchspendereflex ist oder ob Du ihn schlicht nicht mehr bemerkst. In jedem Fall ist der größte "Feind" des Milchspendereflexes das Warten darauf bzw. die Angst er könne nicht einsetzen. Diese Anspannung kann den Milchspendereflex tatsächlich blockieren. Die Milch ist nicht einfach plötzlich weg. Es kann schon mal vorkommen, dass der Milchspendereflex nicht gleich einsetzt. Wenn die Mutter verspannt ist oder das Kind nicht ganz so optimal saugt. Das ist aber kein Beinbruch und wenn die Mutter es dann schafft ruhig zu bleiben, vielleicht die Seite zu wechseln (eventuell mehrfach) und sich gezielt entspannen, dann ist meist alles bald wieder so wie es sein soll. Also: Keine Panik, sondern Ruhe bewahren und sich mit dem Kind bequem und in Ruhe hinsetzen oder hinlegen und auch mal an was anderes denken. Die Entspannungsübungen aus dem Geburtsvorbereitungskurs können ebenfalls sehr hilfreich sein. Plötzlicher Aktionismus und viel Trinken sind kontraproduktiv, wichtig ist es jetzt wirklich ruhig zu bleiben, am besten mit dem Baby zusammen ein paar reine Baby und Stilltage einzulegen. Das kann wahre Wunder wirken, wenn Du dich für ein paar Tage mit deinem Kind ins Bett legen kannst (oder auf ein gemütliches Sofa) und dich um nichts anderes kümmerst als um dich und dein Baby und dich selbst so richtig verwöhnen (lässt). Nach ein paar Tagen wird deine Milchproduktion wieder zugenommen haben. Wenn nicht, melde dich nochmals. LLLiebe Grüße Biggi
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