Mitglied inaktiv
Vielen Dank fuer alle Antworten und Hinweise, die gestern auf mein Posting hin gekommen sind. Wir haben gleich am Abend mit dem Zufuettern angefangen – und haben seitdem ein neues Kind. Es ist unglaublich wie zufrieden und friedlich er ploetzlich ist. Wir koennen ihn sogar wach ins Bett legen und er schlaeft dann alleine ein. Ich bin so gluecklich mit dieser Entscheidung und selber jetzt auch so entspannt. Und ich denke wir waren eigentlich selber schon auf diesem Weg, aber durch die eindringlichen Antworten hier ist es uns nur noch bewusster geworden, dass es wirklich dringend an der Zeit ist etwas zu unternehmen. Es liegt mir schon noch schwer im Magen jetzt die Gewissheit zu haben, dass seine ganze Unruhe und das Weinen einfach nur Hunger waren – und wir es nicht frueher erkannt haben. Der Gedanke mein Kind hat so lange gelitten tut weh. Aber ich kann es leider nicht aendern, und gluecklicherweise haben wir letztendlich den richtigen Weg gefunden. Jetzt warten wir noch das Wochenende ab und gehen dann wieder wiegen und haben dann hoffentlich ein deutliches Plus zu verzeichnen. Nun habe ich gleich noch eine Frage, da ich mich mit Zufuettern und Flaschennahrung bisher noch gar nicht auseinandergesetzt hatte. Erst dachte ich, da er ja was aufzuholen hat muesste ich ihn erstmal regelmaessig wecken und kleine Portionen fuettern, aber er kriegt das gut hin, sich selber zu melden und zu zeigen wieviel er braucht. Muss ich dann sehr auf die Gesamtmenge am Tag achten? Was ist das Minimum, das er bekommen sollte und kann man Flaschennahrung auch ueberfuettern (gibt es ein Maximum)? Und gibt es sonst Grundlagen, die ich auf jeden Fall beachten muss? Liebe Gruesse, Dobi
Liebe Dobi, ich freue mich sehr, dass es Euch nun allen besser geht, ehrlich! Wenn Du Pre-Milch verwendest, kannst dein Kind trinken, so viel es möchte. Muttermilch ist der Goldstandard und von allen künstlichen Säuglingsnahrungen ist diesem Goldstandard die Pre Nahrung noch am ähnlichsten. Alle weiteren Nahrungen entfernen sich immer weiter von Goldstandard, was keinerlei Vorteile für die Gesundheit des Kindes bringt. Deshalb ist es nicht sinnvoll und vom ernährungsphysiologischen Standpunkt her auch nicht notwendig, andere Nahrung als Muttermilchersatz zu geben, als eine Pre Nahrung. Wenn Du dir die Zusammensetzung der künstlichen Säuglingsnahrungen anschaust, dann kannst Du sehen, dass Pre Nahrung eindeutig zu bevorzugen ist. Spätestens bei der sogenannten Folgemilch 2 ist es dann sogar so, dass diese kaum noch an die Muttermilch angepasst ist, oft sehr süß ist und von der Zusammensetzung her so, dass sie nicht mehr als ausschließliche Nahrung für das Kind ausreicht. Sie darf deshalb auch nur in Zusammenhang mit Beikost gegeben werden. Es gibt Länder, in denen Folgenahrungen gar nicht erhältlich sind. Eltern erhoffen sich, was die Werbung ja auch deutlich suggeriert, dass ihre Kinder mit einer Folgenahrung seltener gefüttert werden müssen und länger schlafen. Das ist der Hauptgrund, warum diese Nahrungen verkauft werden. Ich hoffe, dass dein Kind gut mit dem Wechsel von Brust und Flasche zurecht kommt. LLLiebe Grüße, ich bin gerne für dich da, wenn Du noch Fragen hast. Biggi Welter Pre, 1 oder 2 - was bedeuten die Kürzel der Säuglingsnahrung von Denise Both, IBCLC Die EU Norm unterscheidet zwischen drei verschiedenen Nahrungsarten: · Säuglingsanfangsnahrung · Folgenahrung · Antigen Reduzierte Nahrung Säuglingsanfangsnahrungen sind künstliche Säuglingsnahrungen, die den Nährstoffbedarf eines Babys in den ersten vier bis sechs Monaten als Alleinnahrung decken und zusammen mit geeigneter Beikost das gesamte erste Lebensjahr gegeben werden können. Sie tragen die Silbe "Pre" oder die Zahl "1" im Namen. Unter einer Pre Nahrung wird eine adaptierte Säuglingsnahrung verstanden, die der Muttermilch weitestgehend angeglichen ist, was ihre Zusammensetzung an Mineralstoffen, Kohlenhydraten, Fett und Eiweiß betrifft. Pre Nahrungen können, wie Muttermilch, nach Bedarf (ad libitum) gegeben werden. "1" steht für teiladaptierte Nahrung. Diese Säuglingsnahrung ist zum Teil der Muttermilch angeglichen, enthält mehr Eiweiß und außer Milchzucker noch weitere Zucker sowie Stärke. 1er Nahrung ist nicht so dünnflüssig wie Pre Nahrung und hält länger vor. Teiladaptierte Nahrung sollte nicht nach Bedarf gegeben werden. Folgenahrung wird durch eine "2" gekennzeichnet. Sie ist nicht mehr als alleinige Nahrung für den Säugling gedacht, sondern sollte frühestens ab dem fünften Monat zusammen mit Beikost gegeben werden. Ihre Zusammensetzung unterscheidet sich grundlegend von der der Muttermilch. Für allergiegefährdete Babys, zu denen zur Zeit etwa ein Drittel aller Neugeborenen zählen, gibt es antigen reduzierte Nahrungen, die durch die Abkürzung "HA" erkennbar sind. "HA" steht für hypoallergen und es bedeutet, dass in diesen Nahrungen das Kuhmilcheiweiß in kleinere Bestandteile aufgespalten wurde. Durch die Zerlegung des Eiweißes kann das Allergierisiko verringert werden. Außer den oben aufgezählten Nahrungen gibt es noch Spezialnahrungen (zum Beispiel laktosefreie Säuglingsnahrung oder Nahrungen mit sehr geringem Phenylalaningehalt), die besonderen Situationen vorbehalten sind. So kommt es zwar sehr selten vor, aber es gibt tatsächlich Fälle, in denen ein Baby keine Muttermilch erhalten darf (bei Galaktosämie, einer sehr seltenen Stoffwechselstörung) oder nicht ausschließlich gestillt werden darf (z.B. bei Phenylketonurie (PKU), ebenfalls eine Stoffwechselstörung).
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