Mitglied inaktiv
Hallo, mein Sohn ist am 03.12.2009 geboren. Ich stille voll. Seit 3-4 Wochen kommt er wieder regelmäßig alle 1-2 Stunden (auch nachts). Wenn ich spazieren gehe, dann "hält" er auch mal 3-4 Stunden aus. Aber im Durchschnitt habe ich das Geühl, dass die Stillabstände seit 4 Wochen ständig kürzer werden. Er trinkt ca. 3 min an einer Seite, dann will er die andere Seite haben. Jetzt meine Frage: ist es Zeit mit der Beikost zu starten? Ich wollte eigentlich 6 Monate voll stillen und danach anfangen. Aber so langsam finde ich es echt anstrengend. Ich hatte es auf einen Wachstumsschub geschoben aber irgendwie hört der nicht auf. Ist es jetzt besser die 4 Wochen noch durchzuhalten oder soll ich einfach mit der Beikost beginnen. Bin gerade total unsicher. Ach ja, beim Essen schaut er mich schon sehr interessiert an und beobachtet alles ganz genau. Alles was er in die Hand bekommt (Spielzeug etc.) steckt er auch in den Mund. Sind das schon Anzeichen, dass er für Beikost bereit ist? Vielen Dank Vernel
Kristina Wrede
Liebe Vernel, Muttermilch ist innerhalb von 60 bis 90 Minuten verdaut und der Organismus eines Babys ist auf häufige Mahlzeiten eingestellt. Dabei ist es nun nicht unbedingt immer so, dass ein Kind zügig zwanzig Minuten trinkt und sich dann nach drei Stunden das nächste Mal rührt, sondern es kommt immer wieder zu Stillepisoden, die so ablaufen: das Kind trinkt eine kurze Weile, hört auf, döst vielleicht sogar weg und beginnt erneut kurz zu trinken usw. Dieses Clusterfeeding und ist absolut normal für kleine Babys und vor allem am späten Nachmittag und Abend kommt es verstärkt zu solchen Cluster Phasen. Bei manchen Kindern ist es einfach so, dass sie auch nach den ersten Wochen oft und dafür nur kurz trinken und wunderbar gedeihen. Das ist zwar vielleicht lästig aber es wird empfohlen, das Baby nach Bedarf zu stillen. So lange dein Sohn gedeiht, besteht also kein Grund zur Sorge! Ob dein Kind gedeiht kannst Du bei einem vollgestillten Baby an den folgenden Anzeichen erkennen: • mindestens fünf bis sechs nasse Wegwerfwindeln hat (um zu sehen wie nass „nass" ist, kannst Du sechs Esslöffel Wasser auf eine trockene Windel geben). Diese Regel gilt aber nur für voll gestillte Kinder, das heißt das Baby bekommt nichts außer Muttermilch (kein Wasser, Tee, Saft usw.). • in den ersten sechs Wochen täglich mindestens zwei bis vier Stuhlentleerungen (später sind seltenere Darmentleerungen normal) • eine durchschnittliche wöchentliche Gewichtszunahme von mindestens 110 g pro Woche ausgehend vom niedrigsten Gewicht (mit zunehmendem Alter verringert sich die durchschnittliche Gewichtszunahme), • eine gute Hautfarbe und eine feste Haut, • Wachstum in die Länge und Zunahme des Kopfumfangs • ein aufmerksames und lebhaftes Verhalten des Babys in den Wachphasen. Solange diese Kriterien erfüllt sind, dürfte alles in Ordnung sein, ansonsten melde dich bitte noch einmal. Ob ein Kind tatsächlich Beikost braucht, erkennt man NICHT daran, dass es nachts (oder tagsüber) unruhiger ist als früher. Ein Baby ist vielmehr bereit für Beikost, wenn folgende Faktoren erfüllt sind: • es ist in der Lage aufrecht zu sitzen (evtl. leicht gestützt), • der Zungenstoßreflex, durch den das Baby feste Nahrung automatisch wieder aus dem Mund herausschiebt, hat sich abgeschwächt, • es zeigt Bereitschaft zum Kauen, • es kann selbstständig Nahrung aufnehmen und in den Mund stecken, • es zeigt ein gesteigertes Stillbedürfnis, das sich nicht mit einer Erkrankung, dem Zahnen oder einer Veränderung in seiner Umgebung oder in seinem Tagesablauf in Verbindung bringen läßt. Wenn diese Punkte erfüllt sind, DANN ist der Zeitpunkt für den Beginn der Beikost gekommen; meist ist das Kind dann etwa ein halbes Jahr alt, es kann aber auch jünger oder älter sein. Lieben Gruß, Kristina
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