Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Anhaltende starke Schmerzen beim Stillen

Frage: Anhaltende starke Schmerzen beim Stillen

Carlo

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Liebe Biggi, meine Frau stillt aktuell unseren Sohn (8 Tage alt) und hat anhaltend starke Schmerzen dabei.  Unsere Hebamme kann kein falsches Anlegen feststellen, die Milch fließt sehr gut und sprudelt manchmal förmlich. Besonders schmerzhaft ist der Andockschmerz wenn er lossaugt. Das zieht dann bis in den Rücken zum Schulterblatt. Aber auch im weiteren Verlauf ist ein konstanter stechender Schmerz vorhanden. Sie beschreibt es wie ein Pilksen mit einer Nadel in den Nippel. Wir haben es jetzt mit Stillhütchen probiert, die helfen aber nur bedingt, da die Brust dadurch nicht ganz leer wird, jedoch wird der Andockschmerz etwas abgemildert, sodass sie nach ein paar Minuten ohne Stillhütchen weiter stillen kann. Jedoch stellt sich kein angenemes schmerzfreies Gefühl ein. Aktuell ist die beste Positions im Liegen, wir haben aber auch schon andere probiert, die Schmerzen sind immer gleich. Hast du noch einen Tipp, eine Idee? Denn so wie es jetzt ist, hat meine Frau jedesmal richtig Angst vor dernächsten Stilleinheit, was nicht gut ist für die Bindung der beiden und auch nicht auf Dauer funktionieren kann. Danke Dir im Voraus und beste Grüße Carlo


Biggi Welter

Biggi Welter

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Lieber Carlo, es gibt Frauen, bei denen das Einsetzen des Milchspendereflexes in den ersten Wochen extrem unangenehm, ja sogar schmerzhaft sein kann. Nach einiger Zeit - wobei einige Zeit ein dehnbarer Begriff ist - verlieren sich diese Probleme und die Frau kann beschwerdefrei stillen. Bis dahin kann die Frau versuchen sich durch Entspannungsübungen, wie sie z.B. im Geburtsvorbereitungskurs gelernt wurden, Erleichterung zu verschaffen und sie kann eventuell durch häufiges Anlegen (was gerade in der ersten Zeit ohnehin sehr sinnvoll ist, auch nachts), absolut korrektes Anlegen und Wärmeanwendungen oder Kühlen Linderung erreichen. In Extremfällen kann in Absprache mit dem Arzt auch ein leichtes Schmerzmittel verordnet werden. Es könnte sich auch um eine Pilzinfektion handeln. Mögliche Symptome für eine Soorinfektion bei der Mutter sind: starke Schmerzen der Brustwarzen oder der Brust, die seit der Geburt auftreten, während der gesamten Stillmahlzeit anhalten und durch verbesserte Stillpositionen und Anlegetechniken nicht gelindert werden können, plötzlich einsetzenden Schmerzen der Brustwarzen und/oder Brust nach Ablauf der Neugeborenenperiode, juckende oder brennende Brustwarzen, die rosa oder rot, glänzend und fleckig aussehen und/oder mit einen Ausschlag aus kleinen Bläschen bedeckt sind, offene Brustwarzen, stechende Schmerzen in der Brust während oder nach dem Stillen, schmerzende Brustwarzen und/oder Brüste bei korrektem Gebrauch einer vollautomatischen elektrischen Milchpumpe, Infektionen der Scheide mit Hefepilzen (Monilia).  Mögliche Symptome für eine Soorinfektion beim Baby sind: Windelausschlag, cremige, weiße Ablagerungen auf der Innenseite des Munds, der Wangen oder der Zunge des Babys, das Baby wendet sich wiederholt von der Brust ab, ein klickendes Geräusch beim Stillen oder Brustverweigerung (weil es einen schmerzempfindlichen Mund hat), Blähungen und Quengeln in seltenen Fällen kann Soor mit zu einer langsamen Gewichtszunahme beitragen.  Das Baby muss keine sichtbaren Symptome haben. Auch könnte es sich um einen Vasospasmus oder Gefäßkrampf handeln, der häufiger bei Frauen auftritt, die in der Schwangerschaft Magnesium genommen haben und es dann plötzlich abgesetzt haben. Hier kann die Einnahme von Magnesium helfen. Ein Gefäßkrampf ist auch daran zu erkennen, dass sie Spitze der Brustwarze ganz blutleer erscheint. Ich hoffe, diese Angaben helfen Euch schon mal weiter, empfehle jedoch, dass Ihr wirklich auch mal beim Frauenarzt vorbei schaut.  Lieben Gruß Biggi  


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