Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Beikost

Frage: Beikost

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Liebe Biggi Meine Tochter ist nun fast 6 Monate alt und ich habe vor 2 Tagen mit Beikost angefangen da sie alle Kriterien, alleine sitzen, erhöhtes Stillbedürfnis seit 14 Tagen usw. erfüllt und uns seit einem Monat gierig das Essen vom Teller guckt :-) und sehr entäuscht ist wenn sie nichts bekommt. Ich habe nun mit ein paar Löffeln Karottengemüse begonnen was sie mit Begeisterung aufnahm. Danach habe ich sie noch gestillt. Nun hatte sie die letzten 2 Tage keinen Stuhlgang aber immer häftig "gedrückt" und somit nachts auch sehr unruhig geschlafen. Gestern Abend hatte sie dann Stuhlgang, sah auch ganz normal aus, hat aber nachts immer noch sehr unruhig geschlafen. Kann es sein das es doch noch etwas zu früh mit der Beikost ist? Habe ich das erhöhte Stillbedürfnis falsch interpretiert...ich stille seit 14 Tagen fast stündlich, auch nachts. Sie würde eigentlich alles essen was man ihr gibt. Testweise hatte ich ihr schon mal das ein oder andere (Paprika, Käse, Olive, Fisch)in die Hand gegeben zum dran schlecken (auf keinen Fall zum Essen!), mit der leisen Hoffnung das sie es ablehnt, aber ich mußte es ihr dann immer wieder mit Mühe abnehmen da sie es doch gerne gegessen hätte. Ich lese immer das man keine Kuhmilchprodukte geben sollte kannst du mir sagen warum? Dann noch eine letzte Frage: Bisher hieß es immer das man während der Stillzeit kein Kohl essen sollte da dies Blähungen hervorrufen kann. Da sie nun auch kolgemüse essen kann dürfte das wohl hinfällig sein, oder? Wie ist das mit Zwiebeln? Liebe Grüße Heidi


Biggi Welter

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? Liebe Heidi, fangen wir mit deiner letzten Frage an. Du kannst und darfst während der Stillzeit zunächst einmal alles essen. Es gibt keine generell gültigen Verbote für bestimmte Nahrungsmittel. Der Einfluss der Ernährung der Mutter auf das gestillte Kind wird immens überschätzt und die meisten Kinder reagieren nicht auf das, was die Mutter isst. Einige wenige Kinder sind empfindlicher, doch da sich nicht vorhersagen lässt, welches Kind vielleicht reagieren wird, muss jede Frau einfach ausprobieren, ob ihr Kind tatsächlich Probleme bekommt, wenn sie Zwiebeln oder Kohl isst oder Orangensaft trinkt. Prophylaktisch Enthaltsamkeit für alle stillenden Mütter ist in jedem Fall überflüssig. Nun zur Kuhmilch. Kuhmilch enthält artfremdes Eiweiß und steht auf der Hitliste der Allergene ganz oben. Um zu verhindern, dass ein Kind zu früh mit diesem Allergen in Kontakt kommt, wird von Kuhmilch und Kuhmilchprodukten bis zum ersten Geburtstag abgeraten, denn je jünger das Kind ist, um so höher ist das Risiko und ab etwa einem Jahr vertragen die Kinder Milchprodukte einfach besser als vorher. Wenn dein Kind alle Kriterien für die Bereitschaft zur Beikost erfüllt, dann kannst Du auch davon ausgehen, dass jetzt der Zeitpunkt für die feste Nahrung gekommen ist. Für den Darm des Kindes bedeutet dies verständlicherweise eine Umstellung und es kann gelegentlich zu Verdauungsproblemen kommen - sowohl in die eine, wie in die andere Richtung. Doch zwei Tage ohne Stuhlgang müssen noch nicht gleich ein wirklicher Anlass zur Sorge sein. Da Karotten dazu führen können, dass der Stuhl recht fest wird, kannst Du ja statt der Karotten einmal ein anderes Gemüse, Kartoffel oder Obst anbieten und schauen, ob dies von deinem Kind besser vertragen wird. Ganz generell solltest Du nur darauf achten, dass dein Kind jetzt nicht zu viele verschiedene Nahrungsmittel auf einmal bekommt, sondern lieber langsam und allmählich ein Nahrungsmittel nach dem anderen einführen. Denke auch daran: Nächtliche Unruhe bei einem gut halbjährigen Kind muss nicht unbedingt durch die Ernährung bedingt sein. Es gibt unzählige Gründe, warum ein Kind in diesem Alter unruhig schläft. LLLiebe Grüße Biggi


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