Mitglied inaktiv
Hallo Biggi, wir haben ein großes Problem: Unsere Tochter ist nun ein Jahr alt und schläft grundsätzlich (mittags und abends) NUR beim Stillen ein. Nun muss ich wieder anfangen zu arbeiten (in gut 2 Monaten) und dies auch noch im Schichtdienst! Seit einigen Wochen sind wir nun am Überlegen und Ausprobieren, wie ich sie am sanftesten Abstillen kann und vor allem natürlich, dass sie ersteinmal ohne Brust einschläft. Du rätst ja öfters die Stillmahlzeiten zu verkürzen. Das klappt bei uns überhaupt nicht. Lege ich sie nach dem Stillen halbwach oder ganz wach hin, ist an Schlaf zu 99% nicht zu denken. Es hilft nichts: kein auf den Arm nehmen und in den Schlaf schaukeln, kein Streicheln, reden, singen, Spieluhr, rausgehen, mit hinlegen, ihr Muttermilch aus der Flasche geben... Wir haben schon alles probiert: SIE möchte an die Brust und nichts anderes! Sie schläft nachts auch noch nicht durch, sondern wird in der Regel vom Zubettgehen bis zum morgendlichen Aufstehen noch 2-4 Mal wach und... möchte gestillt werden. Anders ist sie nicht zu beruhigen. Verweigere ich es ihr oder stille sie etwas kürzer, bekommt sie einen hysterischen Schreianfall (sonst ist sie eigentlich leicht zu beruhigen und auch nicht hysterisch) und würde stundenlang brüllen. Wir wissen einfach nicht mehr weiter und brauchen dringend ihren Rat! Liebe Grüße, Anja
? Liebe Anja, der wichtigste Rat ist: Bitte jetzt keine Panik und Hektik in Richtung „Das Kind muss jetzt und wir MÜSSEN ..." Damit setzt ihr nur alle Beteiligten unter Druck und kommt keinen Schritt weiter. Stell dir mal vor, Du kuschelst mit deinem Partner, bis gerade am Eindösen und dann steht er auf und legt dich woanders ab. Wie würdest Du das empfinden? Wenn deine Tochter bei dir an der Brust einschläft oder fast eingeschlafen ist und sie wird dann „umgebettet", dann ist es nur zu verständlich, dass sie ungehalten reagiert. Daher ist es sicher günstiger, sie gleich im Liegen dort zu stillen, wo sie auch weiterschlafen soll. Denn damit entfällt der störende Ortswechsel. Als nächstes könnt ihr dann an der Verkürzen des Stillen gehen und auch den Vater am abendlichen Einschlafritual beteiligen. Ihr könnt ein festes Ritual mit Kuscheln und Vorlesen oder Geschichte erzählen einführen. Viele Eltern beginnen auch bereits bei einem wenige Monate alten Baby damit, den Tag am Abend noch einmal Revue passieren zu lassen und so ein Gespräch (das sich im Laufe der Zeit dann entwickeln wird) über die Erlebnisse, Freuden, aber auch Sorgen und Nöte des Kindes zu führen. Durch solch ein Gespräch bleiben Eltern dann auch in engem Kontakt mit ihrem Kind und der leider viel beobachtet Sprachlosigkeit zwischen Eltern und Kind kann entgegengewirkt werden. In diesen Gesprächen kannst Du deine Tochter immer wieder darauf hinweisen, dass Du der Meinung bist, dass sich eure gemeinsame Stillzeit nun dem Ende zuneigt, dass Du sie aber weiterhin genau so sehr lieb hast, wie schon immer. Eine andere Möglichkeit ist es, dass statt dir, dein Partner die Nachtschicht bzw. das zu Bett bringen zum Teil übernimmt. Also nicht Du wendest dich jedesmal deinem Kind zu, sondern ihr wechselt euch ab und da ein Mann keine Brust zum Stillen hat, wird er euer Kind auf andere Weise beruhigen müssen. Du kannst dein Kind ja zuerst stillen und dann deinem Partner übergeben. Mit Geduld, Ruhe und viel Liebe, werdet ihr das schaffen. LLLiebe Grüße Biggi
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