Frage im Expertenforum Stillberatung an Biggi Welter:

Ab wann und wie Beikost?

Frage: Ab wann und wie Beikost?

erili

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Guten Morgen - ich habe gleich noch eine Frage :-) Da meine voll gesillte Tochter (22 Wochen) nun den 6. Monat begonnen hat, meinte der Kinderarzt wir könnten langsam mit der Beikost beginnen. Ich bin nur von den ganzen Ratschlägen und Empfehlungen etwas überfordert und wollte daher nachfragen, wie eure Meinung ist. Soll ich mittags zunächst löffelweise mit Gemüsebrei (Karotte oder sind Zucchini/Kürbis besser verdaulich?) beginnen und noch keine Mahlzeit ersetzen, nur um zu sehen wie sie reagiert? Oder wäre auch eine Option, gleich mit einem Getreidebrei abends zu beginnen (Hafer oder Vollkorn, noch ohne Milch nur mit Wasser angerührt)? Ab wann dürfte ich den Brei dann mit Kuhmilch anrühren? Meine Tochter hat außerdem genetisch ein Allergierisiko (mein Mann hatte Zöliakie, ich selber diverse Pollenallergien und sie hatte schon einen Neurodermitis-Schub, aber dzt. hat sich die Haut wieder beruhigt). Daher möchte ich bei der Beikosteinführung speziell auf die Allergiegefährdung Rücksicht nehmen und würde gerne wissen, ob man auch die ganzen Allergene eher frühzeitig einführen soll, damit sie sich selber quasi „immunisiert“, oder eher länger zuwarten? Herzlichen dank im Voraus & LG E.


Biggi Welter

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Liebe E., Muttermilch ist das, was für Menschenkinder gemacht wurde. Kein anderes "Produkt" auf der Welt kommt dem gleich, darum wird keine andere Milch für dein Baby besser sein als deine. Generell gilt, dass gerade für Babys, welche unter Neurodermitis leiden das Stillen sehr wichtig ist und möglichst sechs Monate lange ausschließlich gestillt werden sollte. Deine Milch ist nicht wie alle anderen "artfremdes Eiweiß", und darum IMMER die beste Wahl. Die Alternativen stammen ja zumeist von der Kuh, und auch auf Soja reagieren viele Babys mittlerweile. Darum ist weiterstillen sicher besser als auf eine andere Milch umzusteigen. Wenn bei einem Baby eine Veranlagung zu einer Allergie besteht, sollte die Einführung von Beikost sehr behutsam erfolgen. Auf alle Fälle sollten die Nahrungsmittel gemieden werden, die die Eltern nicht vertragen. Allgemein sollte man mit den folgenden Nahrungsmitteln vorsichtig sein: Kuhmilch: mit der Einführung von Kuhmilch sollte bis nach dem ersten Geburtstag ihres Babys gewartet werden. Kuhmilch ist ein weit verbreitetes Nahrungsallergen. Ein Baby, das gut an der Brust trinkt, braucht im ersten Lebensjahr keine Kuhmilch oder andere Molkereiprodukte. Sobald das Baby begonnen, hat Kuhmilch zu trinken, sollte Vollmilch (keine Magermilch oder 1,5 % Fettgehalt) angeboten werden bis das Kind zwei Jahre alt ist. Kleine Kinder brauchen für ein optimales Wachstum natürliche Fette. Eier. Eier, besonders das Eiweiß, sind ein weiteres häufiges Nahrungsallergen. Viele Ärzte empfehlen, mit der Einführung von Eiern bis nach dem ersten Geburtstag zu warten. Man sollte mit einer kleinen Menge gekochtem Eigelb, keinem Eiweiß, anfangen. Hühnereiweiß ist höchst allergen. Wie bei Gemüse, ist es auch bei Ei nicht ungewöhnlich, Eistückchen in unveränderter Form in der Windel des Babys zu finden. Zitrusfrüchte, Beeren, die Samen enthalten und Trockenfrüchte. Zitrusfrüchte sind ein weiteres stark allergenes Nahrungsmittel und sollten daher erst nach dem ersten Lebensjahr gegeben werden. Beeren können allergene Wirkung haben. Trockenfrüchte wie Rosinen, Datteln und Feigen sind sehr nahrhaft, aber sehr süß und neigen dazu, sich zwischen den Zähnen festzusetzen, wodurch Karies entstehen kann. Sie sollten auch, nachdem das Baby ein Jahr alt ist, nur sehr begrenzt angeboten werden. Nahrungsmittel mit einem hohen Anteil gesättigter Fette, wie z.B. frittierte Speisen. Gesättigte Fette werden nicht in großen Mengen benötigt und sollten nur in Maßen genossen werden. Speisen, die zusätzlichen Zucker oder Süßstoff enthalten oder stark gesalzen sind. Zucker enthält keine Vitamine, Mineralien oder andere Nährstoffe, daher wird er manchmal auch als "leere Kalorien" bezeichnet. Zucker verdirbt den Appetit und trägt zu schlechten Eßgewohnheiten bei, da süße Speisen den Hunger dämpfen und gesunde Nahrung verdrängen - dabei spielt es keine Rolle, welche Süßmittel verwendet werden. Man sollte die Etiketten sorgfältig lesen, wenn man bei der Auswahl der Nahrungsmittel eine informierte Entscheidung treffen will. Zucker wird oft hinter seinen anderen Bezeichnungen wie Dextrose, Rohrzucker, Maissirup, Fruktose usw. versteckt. Melasse und Honig sind fast reiner Zucker und haben die selben Nachteile. Auch gezuckerte Frühstücksflocken, Bonbons, gesüßte Nachspeisen wie Pudding, aromatisierte Gelatinespeisen, Kuchen und Plätzchen, Dosenfrüchte in Sirup und Zahnungskekse sollten vermieden werden. Ebenso Limonaden, ob mit oder ohne Kohlensäure. Sie sind stark gezuckert, können Koffein enthalten und haben keinen Nährwert. Diätgetränke (Getränke mit Süßstoff) sind ebenfall nicht zu empfehlen. Die natürlich in Muttermilch oder in Nahrungsmitteln wie rohem Obst und Gemüse vorkommenden Zucker entsprechen in ihrer Art und Zusammensetzung dem, was Babys (und Erwachsene) brauchen und verwerten können. Diese Nahrungsmittel liefern auch die notwendigen Nährstoffe. Stark gesalzene Speisen. Stark gesalzene Speisen, zum Beispiel Dosensuppen, Cracker, Chips und Brezeln können das Verlangen nach salziger Nahrung fördern. Honig. Babys unter einem Jahr dürfen keinen Honig bekommen, weil ihr Verdauungssystem und ihr Immunsystem, die darin möglicherweise enthaltenen Botulismuskeime nicht verträgt. Am günstigsten ist es mit einem Nahrungsmittel zu beginnen, zunächst nur eine geringe Menge anzubieten und diese dann langsam zu steigern. Zunächst sollte nur eine neue Nahrung, ein oder zweimal am Tag gegeben werden und etwa eine Woche gewartet werden, bevor wieder etwas Neues angeboten wird. Falls sich eine allergische Reaktion zeigt, kann man auf diese Art leichter feststellen, was sie verursacht hat. Nun zum Zeitpunkt. Es hat sich bewährt die ersten Essversuche auf einen Zeitpunkt zu legen, wenn das Baby gut gelaunt und nicht zu hungrig ist. Eventuell sollte man es vorher stillen und dann die feste Nahrung anbieten. Abendliche Breimahlzeiten helfen entgegen der landläufigen Meinung nicht beim Durchschlafen. Im Gegenteil manche Kinder schlafen dann erst recht schlechter. LLLiebe Grüße Biggi


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