Frage im Expertenforum Recht an Nicola Bader:

Elternzeit läuft aus -Hilfe!

Frage: Elternzeit läuft aus -Hilfe!

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Sehr geehrte Frau Bader, vielleicht können sie mir bei meinem Problem weiterhelfen.Es geht um folgendes: Elias unser Kleinster wird am 20.März 3Jahre alt,somit endet die EZ zum 19.März.Seit November bin ich regelmäßig mit meinem Arbeitgeber(Industrie!)in Kontakt.Damals sah alles noch super aus und mir wurde zugesagt das ich ab März wieder herzlich willkommen währe und sie froh sind das überhaupt noch eine Mutter nach der EZ zurück kommen möchte.Im Januar war ich jetzt auf einer MuKi Kur und daher wurde das Gespräch zur Wiederaufnahme auf Februar vertagt,soweit so gut. Letzte Woche wollte ich dann einen Termin ausmachen für unser Gespräch doch da wurde mir leider mitgeteilt das die Teilzeitkräfte ausgestellt werden,keine neuen mehr eingestellt werden und die Vollzeitkräfte auf Kurzarbeit ab kommender Woche zurück gestuft werden d.h.sie können mich nicht weiter beschäftigen.Allerdings könnten sie mir eine TZ-Stelle 2-mal in der Woche auf Nachtschicht anbieten die aber auf lange Sicht hin aber auch gekürzt bzw.eingestellt werden soll. Bis heute hatte ich Bedenkzeit und von daher teilte ich ihnen mit das sie mich kündigen sollen da mir diese eine Stelle zu Unsicher ist und ich nicht mit 3kleinen Kinder Vollzeit arbeiten kann.Da ich aber im Mai 9Jahre dort beschäftigt währe reicht nun das eine Monat Kündigungszeit nicht aus. Wie soll ich mich verhalten? Und was würde mir evtl.zustehen (Abfindung)? Da ich mich dort sehr wohl gefühlt habe und auch mit keinen Rechtsanwalt gegen meiner Firma vorgehen möchte bitte ich Sie um Hilfe! DANKE ihre Stefanie


Nicola Bader, Rechtsanwältin

Nicola Bader, Rechtsanwältin

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Hallo, Eine Teilzeitbeschäftigung liegt vor, wenn die regelmäßige, betriebsübliche Arbeitszeit verringert wird und kürzer ist als die eines vergleichbaren Vollzeitbeschäftigten. In Unternehmen mit mehr als 15 Arbeitnehmern, kann eine Verringerung der Arbeitszeit nach dem TzBfG beantragt werden. Der Arbeitnehmer muss seinen Wunsch nach einer kürzeren Arbeitszeit spätestens drei Monate vor dem Beginn der Teilzeitbeschäftigung beantragen. Dem Arbeitgeber muss er auch mitteilen, in welchem Umfang die Arbeitszeit reduziert werden soll. Er sollte angeben, an welchen Tagen er wie viele Stunden arbeiten möchte. Das Gesetz sieht für die Mitteilung an den Arbeitgeber keine Schriftform vor, sie ist aber empfehlenswert, um Missverständnissen vorzubeugen und im Zweifelsfall einen Beweis zu haben. Was passiert, wenn die Drei-Monats-Frist versäumt wurde? Es besteht die Möglichkeit, sich mit dem Arbeitgeber über den Begin der Teilzeitbeschäftigung zu einigen. Die Arbeitsgerichte sehen den nächst zulässigen Termin als beantragt an, und die Drei-Monats-Frist gilt dann ab dem Zugang des Antrags beim Arbeitgeber. Die Arbeitgeber lehnen den Wunsch des Angestellten, die Arbeitszeit zu verringern, in der Regel ab , insbesondere bei Führungskräften, außertariflichen und vor allem Leitenden Angestellten. Das TzBfG sieht aber ausdrücklich vor, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmern auch in leitenden Positionen, Teilzeitarbeit zu ermöglichen hat. Das Gesetz sieht außerdem vor, dass der Arbeitgeber die beantragte Verringerung und Verteilung der Arbeitszeit mit dem Mitarbeiter zu erörtern hat, um eine Einigung herbeizuführen. Der Arbeitgeber kann sowohl die Verringerung als auch die Verteilung der Arbeitszeit ablehnen, wenn betriebliche Gründe entgegenstehen. Nach dem TzBfG können zum Beispiel • die wesentliche Beeinträchtigung der Organisation, des Arbeitsablaufs oder der Sicherheit im Betrieb oder • die Verursachung unverhältnismäßig hoher Kosten, zu einer begründeten Ablehnung des Antrags führen. Sollten sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber nicht über den Teilzeitwunsch geeinigt haben, und versäumt es der Arbeitgeber, den Antrag spätestens einen Monat vor Beginn schriftlich abzulehnen, verringert sich die Arbeitszeit wie vom Arbeitnehmer gewünscht („positive Entscheidungsfiktion“). Der Arbeitgeber muss sich damit abfinden. Gleiches gilt, wenn der Arbeitgeber auf den Antrag gar nicht reagiert. Der Arbeitnehmer sollte seine Arbeitszeit nach Ablehnung durch den Arbeitgeber jedoch nicht eigenmächtig verkürzen, da der Ärger mit dem Arbeitgeber vorprogrammiert ist und es sogar zu fristlose Kündigungen wegen Arbeitsverweigerung kommen kann. Der Arbeitnehmer muss notfalls seinen Anspruch auf Arbeitszeitverringerung gerichtlich verfolgen. Erst nach Ablauf von zwei Jahren, nachdem der Arbeitgeber einer Verringerung zugestimmt oder sie berechtigt abgelehnt hat, kann der Arbeitnehmer erneute eine Verringerung der Arbeitszeit beantragen. Der Gesetzgeber hat diese Bindung von zwei Jahren eingeführt, damit die Arbeitgeberpersonalwirtschaftlich längerfristig planen können. Eine Ersatzkraft kann auf zwei Jahre befristet eingestellt werden. Will der Teilzeitbeschäftigte seine Arbeitszeit wieder verlängern, hat er darauf keinen Anspruch. Nach dem TzBfG muss der Arbeitgeber einen Arbeitnehmer mit diesem Wunsch lediglich bei der Besetzung eines entsprechend freien Arbeitsplatzes bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigen. Es sei denn, dringende betriebliche Gründe oder Arbeitszeitwünsche anderer Teilzeitbeschäftigter stehen dem entgegen. Der Arbeitgeber ist zudem gehalten, eine Stellenausschreibungen auch als Teilzeitarbeitsplatz auszuschreiben, wenn dieser dafür geeignet ist. Liebe Grüsse, NB


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