Schmarndi
Hallo! Vorweg schon einmal Danke für die Hilfe! Unsere Tochter ist nun 6 Monate alt und isst zu Mittag schon ganz tüchtig ihren Mittagsbrei. Ich würde nun schon langsam zum abstillen anfangen und würde gerne als nächstes am Abend statt dem Stillen ein Pre-Fläschchen geben. Allerdings verweigert unsere Kleine das Flaschi total. Ich weiß nicht, ob es am Flaschi liegt (sie nimmt auch keinen Schnuller) oder am Inhalt. Ich denke an beiden, da sie das Flaschi auch nicht mit abgepumpter Milch nimmt und auch die Milch gelöffelt verweigert. Jetzt kann ich als nächstes statt dem Abendstillen den GOB am Nachmittag einführen. Doch wie mach ich dann weiter? Welche Alternativen gibt es zum Flaschi in der Früh und am Abend? Oder soll ich das Flaschi weiter probieren? Bitte um einen Ratschlag! Danke
Annelie Last
Liebe „Schmarndi“, das klappt ja sehr gut mit dem Einführen der Löffelkost! Weiter so. Üblicherweise wir Monat für Monat eine „Milcheinheit“ durch feste Kost ersetzt. Klappt es gut mit dem Mittagsbrei, können Sie sich gerne an den Nachmittagsbrei machen. Gehen Sie da einfach immer nach Ihrem Gefühl vor und so wie Ihre Kleine das gut mitmacht. Es kommt häufig vor, dass Kinder nach dem Stillen sich erst mal schwer tun sich an eine „andere Milch“ zu gewöhnen. Sehen Sie das als „Problem“, das sich gewiss lösen wird. Hier spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Es ist nicht nur der Geschmack, es ist ja auch das Abschied nehmen von einer so geliebten Gewohnheit wie dem Nuckeln an Mamas Brust. Ihre Kleine merkt, dass da ein Umbruch stattfindet. Geben Sie Ihrem Mädchen dafür genug Zeit sich einzustellen. Ich kann Ihnen nicht sagen „wie lange“ das dauert, das ist individuell verschieden. Das Stillen ist ja nicht nur reine Ernährung, es gibt Geborgenheit und Sicherheit. Das Stillen ist etwas, das Ihre Tochter von Geburt an kennt. Es ist verständlich, wenn sie diese liebe Gewohnheit nicht so ohne weiteres aufgeben will. Zudem erfordert das Trinken aus der Flasche eine andere Saugtechnik als an der Brust. Das muss alles erst erlernt werden. Und das braucht seine Zeit. Außerdem ist Ihr Mädchen den Geschmack der Muttermilch gewöhnt Bitte unterstützen Sie Ihre Kleine in dieser Phase. Bieten Sie die Milch geduldig immer wieder, aber mit Überzeugung an. Es ist letztlich nur Gewohnheitssache. Ein- zweimaliges Anbieten reicht nicht aus. Wir wissen aus Erfahrung, dass geduldiges, wiederholtes Anbieten (10-16x) der gleichen Milch früher oder später überzeugt. Versuchen Sie mit dem Sauger über die Wange Ihrer Tochter zu streicheln, und zwar über die der fütternden Person zugewandte Wange, hier wird häufig der Saugreflex ausgelöst. Erwärmen Sie den Sauger mit warmem Wasser auf Körpertemperatur und versuchen Sie verschiedene Haltungen beim Füttern. Jetzt ist viel Schmusen und Kuscheln angesagt. Zeigen Sie Ihrem Mädchen, dass es auch ohne die Brust intensive Nähe gibt. Einige Babys verweigern auch einfach das Fläschchen an sich. Später können Sie Säuglingsnahrungen ebenso im Becher oder der Tasse anbieten und es gibt durchaus die Möglichkeit die Kinder aus der Flasche ohne Sauger trinken zu lassen, das lernt sich ganz schnell und wird manchmal auch von lang stillenden Müttern mit Erfolg praktiziert. Das nur noch als Idee. Ich bin mir aber sicher, wenn Sie mit Ruhe und einer gewissen Selbstverständlichkeit dran bleiben, wird sich Ihre Kleine bald an die Milch gewöhnen. Liebe Grüße aus Pfaffenhofen, Annelie Last
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