Liebe Experten, ich stille meine 5 Monate alte Tochter noch voll und möchte das auch noch einen Monat tun und dann ganz langsam mit Beikost beginnen. Bei meinem Sohn habe ich es damals so gemacht, dass ich ganz langsam immer weniger gestillt habe und so innerhalb von 3,5 Monaten ganz abgestillt hatte und wĂ€hrenddessen langsam die Beikostmenge erhöht. Ich habe dann auch allmĂ€hlich eine "normale" 1er Milch genommen, da ich auch mal abkömmlich sein wollte. Da mein Mann und ich beide diverse Allergien habe, frage ich mich gerade, ob ich dann lieber eine HA-Milch nehmen soll. Im ersten Monat mit Beikost gibt es ja eh nur GemĂŒse oder Kartoffeln mit GemĂŒse. Aber sobald ein Milch-Getreide-Brei dazukommt, ist dieser ja auch mit normaler Folgemilch und nicht mit HA-Milch (ich meine die fertigen GlĂ€schen oder die zum AnrĂŒhren mit Wasser). Ich habe jetzt Sorgen, dass ich bei meinem Sohn damals etwas falsch gemacht habe, weil ich nicht das ganze erste Lebensjahr weitergestillt oder zumndest HA gegeben habe, sondern mit 6,5 Monaten "normale" 1er und fertige Milchbreie. Wie mache ich es denn jetzt richtig? Liebe GrĂŒĂe und vielen Dank! Murmel
Doris Plath
Liebe Murmel, da mĂŒssen Sie sich keine Sorgen machen. Sie haben damals ĂŒberhaupt nichts falsch gemacht. AllergiegefĂ€hrdete Kinder sollten die ersten vier Monate ausschlieĂlich gestillt werden oder kann nicht gestillt werden bzw. reicht die Muttermilch nicht aus, können zur Vorbeugung HA-Nahrungen verwendet werden. Diese MaĂnahmen helfen wissenschaftlich nachgewiesen das Allergierisiko deutlich zu vermindern. Weitere Empfehlungen fĂŒrs Beikostalter nach vier Monaten gibt es nicht mehr. Es gibt hier keine Daten, die belegen, dass im Beikostalter eine spezielle allergenarme ErnĂ€hrung einen positiven Effekt auf die Allergievorbeugung hat. KinderĂ€rztliche und ernĂ€hrungswissenschaftliche Fachgesellschaften in Deutschland und in Europa empfehlen heute fĂŒr den Beginn der BeikostfĂŒtterung den Zeitraum nach dem 4. spĂ€testens nach dem 6. Monat, auch fĂŒr Allergie gefĂ€hrdete Kinder. Nach frĂŒhestens vier Monaten bis nach 6 Monaten, das ist ein gĂŒnstiges Zeitfenster mit Beikost anzufangen, auch hinsichtlich möglicher Allergien. Ein spĂ€terer Beikoststart bietet keinen besseren Schutz vor Allergien. Die aktuellen Empfehlungen lauten, bei der ErnĂ€hrung im ersten Lebensjahr nicht mehr alles zu vermeiden, sondern auch bei bestehendem Allergierisiko nach und nach eine vielseitige Kost aufzubauen. Generell muss aus GrĂŒnden der Allergievorbeugung auf kein Lebensmittel mehr verzichtet werden, das gilt auch fĂŒr ZitrusfrĂŒchte, Kuhmilch, Eier und Fisch. Das âWeglassenâ hilft nicht bei Allergievorbeugung. Es gibt Hinweise darauf, dass die Gabe verschiedener Lebensmittel ab dem 5. und 7. Lebensmonat sogar wichtig fĂŒr die Toleranzentwicklung des Immunsystems ist. Und im Gegenzug das Meiden von Lebensmitteln das Auftreten von Allergien fördern kann, weil der Körper nicht gelernt hat die Lebensmittel als harmlos zu tolerieren. Vor diesem Hintergrund ist also nicht notwendig, im Beikostalter eine HA-Nahrung zu verwenden. Im Rahmen der Beikost spricht also nicht gegen eine herkömmliche Milchnahrung und ânormaleâ MilchbreieâŠSie dĂŒrfen aus dem gesamten Sortiment schöpfen. Das gefĂ€llt bestimmt auch Ihrer Tochter, wenn es mehr Abwechslung gibt. Alles Gute fĂŒr Sie und die Familie wĂŒnscht Doris Plath
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