Frage im Expertenforum Kochen für Kinder an Dipl. oec. troph. Birgit Neumann:

Monatsangaben Beikost

Frage: Monatsangaben Beikost

Gollibolli

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Guten Morgen! Wie sind den die Altersangaben in Kochbüchern, etc. zu verstehen. Wenn da steht "ab dem 9 Monat", ist dann Anfang des 10. Monats gemeint oder Ende des 10.? Wann können denn die Babys zahnlos "alles" vom Familientisch mitessen? Danke für deine tolle Arbeit hier!


Birgit Neumann

Birgit Neumann

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Hallo GolliBolli danke für dein nettes Feedback :-) ab dem 9. M bedeutet, dass der 8. vollendet sein sollte. Meistens heisst es ab dem 10. Lm, was bedeutet, dass es der Beginn des 10. Lm ist. Zu diesem Zeitpunkt sind die meisten Babys deutlich gewachsen. Sie verlieren allmählich den Status Baby und werden zum Kleinkind. Die meisten zeigen dies sehr deutlich. Sie wollen essen, sie wollen stehen, sie wollen alles haben. Breie werden abgelehnt. Sie fordern ihre Eltern in hohem MAß. Mit 10Lm etwa ist die Zeit des schnellen Wachstum vorbei und die Zunahme stagniert. Das äußert sich auch in verringertem Appetit. Kleidergrößen passen nun über längere Zeiträume. Ein reichhaltig gedeckter Tisch weckt die Neugier und fördert das soziale Lernen, das einen sehr großen Stellenwert in der Ernährungserziehung einnimmt. Neue Esssitten und Rituale treten nun an Stelle althergebrachter Gewohnheiten. Brot kannst du in mundgerechte Häppchen (vorerst noch Rinde wegschneiden) schneiden. Das erleichtert das Essen und erfordert kaum Kauaufwand, der aber trotzdem erwünscht ist. Die Kaumuskeln sollten trainiert werden und ebenso die Feinmotorik. Auch mit mangelnder Bezahnung ist all dies möglich. Die Kauleisten übernehmen die Funktion der Zähne und reichen aus. Stückige Kost ist nur dann noch problematisch, wenn sich dein Kind zu häufig daran verschluckt. Statt der üblichen geschmacklosen Brei kannst du trotzdem mit Familienkost weitermachen und diese entsprechend aufbereiten. Zerdrücken, pürieren, mischen... In diesem Alter sind die Kleinen noch neugierig und wollen probieren. Das ist gut und wichtig. Ein wenig kannst du auf die mangelnde Bezahnung Rücksicht nehmen, und statt roher Möhren bspw einen frischen Kartoffelbrei kochen und separat bspw noch frisch gekochtes Möhrenmus, oder zerdrückte Möhren, fein geriebene rohe Möhre auftun. Familienkost ist Erlebnis! Lass dein Kind riechen, kosten, matschen, picken, kosten, kauen, lecken, abbeissen, bei dir mitessen, u.v.m. Sattessen darf sich dein Kind an den gewohnten Breien. Wichtiges Kriterium der Familienkost ist es, dass ein Kind nun als vollwertiges Familienmitglied behandelt wird. Es bekommt einen eigenen Teller und eigenes Besteck. Auch bei den anderen Mahlzeiten kannst du selbst gekochte Gerichte und einzelne Zutaten servieren. Das Essen darf gewürzt sein. Kleinkinder diesen Alters wollen eigentlich alles probieren. Reißen Mama und Papa das Brot aus der Hand. Sie begutachten die Speisen, die auf dem Tisch stehen - zuerst mit den Händen, dann mit dem Mund wobei manches geschluckt und manches wieder ausgespuckt wird. Butter ist oft ein interessantes Untersuchungsobjekt. Da werden die Finger versenkt, oder Nudeln werden auf den Boden geworfen, Brot in sämtliche Einzelteile zerpflückt, der Belag vom Brot heruntergeholt und gekostet, der Belag nur abgeleckt, Hände im Kartoffelbrei gebadet.... Lasst euer Kind probieren. Diese Eindrücke sind wichtig. Nicht alles, was euer Kind in den Mund nimmt, wird es auch hinunterschlucken. Trotzdem erreicht ihr damit eine erste Annäherung an die Speisenvielfalt. Biete von neuen Dingen immer erst nur wenig an und lass sie es selbst erfahren; ansehen, anfassen, riechen, lecken, matschen. Kinder wollen alles BE-GREIFEN. Es heisst, dass möglichst viele Sinne beteiligt sein sollten, damit etwas nachhaltig prägt. Riechen, Sehen, Fühlen, Schmecken... Also dann Grüße B.Neumann


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