Frage im Expertenforum Kochen für Kinder an Dipl. oec. troph. Birgit Neumann:

Beikost baby 5 monate

Dipl. oec. troph. Birgit Neumann

Dipl. oec. troph. Birgit Neumann
Diplom Ökotrophologin und Ernährungsberaterin

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Frage: Beikost baby 5 monate

Felisa85

Guten Morgen, meine Tochter wird am 22.6. 5 Monate alt. Sie hat zwei ältere Geschwister (5 und 3 Jahre). Schon seit längerem giert unser Baby richtig nach unserem Essen. Schaut dem Löffel hinterher, greift ins Essen und wird richtig beleidigt wenn sie abends (noch) nichts bekommt. Mittags bekommt sie nun seit ein paar Tagen Pastinake, das klappt total gut. Sie verträgt es auch bisher. Aber ich hab das Gefühl dass sie trotzdem noch mehr will. Also vom Tisch. Kann ich ihr da schon etwas anbieten!?? vielen Dank und liebe Grüße


Birgit Neumann

Birgit Neumann

Hallo Felisa85 eine sehr wichtige Vorraussetzung für das Einführen der Beikost ist neben dem Alter auch das Erlangen der sog. Beikostreife*. Diese erfüllt dein Baby und isst bereits schon gerne etwas gefütterten Gemüsebrei. Wenn dein Baby auch beginnt, sich für die Speisen der anderen EsserInnen bei Tisch zu interessieren und zugreift und sich die Dinge in den Mund stopft, die es greifen konnte, dann ist das tatsächlich ein Zeichen. Breifreie Speisen sollte sich dein Baby immer selbständig in den Mund befördern. Denn durch das Greifen und Fühlen mit den Händen erhält dein Baby erste Eindrücke über die Beschaffenheit, Temperatur, Festigkeit u.a. zur Speise. Nicht alles, was dein Baby in den Hand oder in den Mund nimmt, wird es essen. Wichtig ist dafür auch die richtige Sitzhaltung, leicht nach vorn gebeugt, damit dein Baby Dinge wieder gut aus dem Mund herausbefördern kann, falls etwas nicht passt. Ggf sollte sie auf (d)einem Schoß sitzen, damit du dein Baby noch beim Sitzen im unteren Rücken stützen kannst, für eine besonders gute und stabile Haltung, die zum Essen bzw Schlucken wichtig und förderlich ist. Sicherheit geht immer vor und darum sollte die angebotene Kost vor allen Dingen ungefährlich sein. Biete eine weiche Kost und anfangs noch sehr naturbelassene, ungewürzte, geeignete Angebote. Zubereitungstipps für babygerechte Kost, Gemüsesticks: Schneide aus rohen Gemüsesorten (bspw Möhre, Pastinake, Kohlrabi, Zucchini, Kürbis, Süßkartoffel, Kartoffeln) oder Obstsorten wie Apfel, Birne fingerdicke ca 8-10cm lange Stücke. Gare diese Stücke (dampfgaren oder in wenig Wasser dünsten) ohne Zusätze in einem Topf mit etwas Wasser einfach sehr weich. Fertig ist das Fingerfood. Für einen besonders guten Grip kann man ein Wellenschnittmesser verwenden - kleiner Tipp für den Fall, dass du eines hast. Auch geeignet sind Brokkoliröschen, Blumenkohlröschen nach dem gleichen Prinzip: einfach weich garen. Bereite solche einfachen Basics für die ganze Familie zu und biete auch deinem Baby etwas an, wenn du magst. Starte doch mit Pastinake, die dein Baby bereits vom Brei kennt. Danach Möhre, dann ggf Süßkartoffel. Ansonsten kannst du den Brei weiter komplettieren und dem Pastinakenbrei Öl zugeben, dann Kartoffeln und die Mengen steigern. Dann mit weiteren Gemüsesorten weitermachen und bald einen weiteren Breitypus anbieten. Gib deiner Tochter Zeit zum Kennenlernen von Beikost, damit sie sich langsam an Beikost und Vielfalt gewöhnen kann und ihre Freude daran erhalten bleibt. Hast du noch Fragen? Grüße Birgit N. * Diese Merkmale gelten derzeit als offiziell zu den Beikostreifezeichen: ein (gesundes und reif geborenes) Baby ist beikostreif, wenn das Baby mindestens 4 Monate (ab 5. Lm) alt ist und wenn 1. der Zungenstoßreflex weg ist. Wenn es 2. mit leichter Unterstützung im unteren Rücken sitzen kann (ausreichende Rumpfspannung hat, dadurch sich selbst aufrecht halten kann) und wenn es 3. sehen und gezielt nach Nahrung greifen kann, um sich Nahrung zum Mund zu führen (Stichwort Motorik, Auge-Hand-Mund-Koordination = gezieltes Greifen von Dingen mit anschließendem zum Mund führen). Alle diese Punkte zeitgleich zusammen ergeben DIE Beikostreife. Nur wenn alle 3 Zeichen da sind, ist (d)ein Baby wirklich so weit. Punkt 2 ist wichtig, weil sich die Rumpfspannung ebenfalls auf die Nahrungsaufnahme (Schlucken, Sicherheit u.a.) auswirkt. Du kannst und darfst dein Baby aber beim Sitzen stützen. Wenn dein Baby den gefütterten Pastinakenbrei gut und gerne isst und verdaut, könntest du es ggf mit einem weich gekochten Gemüsestück versuchen, das deine Tochter selbständig vom Tisch greifen und an bzw in den Mund führen könnte.


Felisa85

Guten Morgen, vielen lieben Dank für Ihre ausführliche Antwort! Es ist nun so, dass meine Tochter in den letzten beiden Tagen Karottenbrei bekommen hat. Den fand sie auch lecker. Allerdings hat sie in den letzten beiden Nächten starke Blähungen und Verstopfung. Bei Karotte deutlich mehr als bei Pastinake. Ist es sinnvoll nochmal auf reine Pastinake zurückzugehen und etwas länger zu warten, bis die Kartoffel dazukommt? Und auch mit Fingerfood noch zu warten? Oder müssen wir da jetzt einfach durch, dass ihr Bauch stark reagiert? Sie hatte auch in den ersten Lebenswochen extrem mit Blähungen zu kämpfen, für den Stuhlgang mussten wir häufiger nachhelfen (Kümmelzäpfchen). Meine beiden Großen hatten deutlich weniger Probleme… Liebe Grüße Felisa


Birgit Neumann

Birgit Neumann

Hallo Felisa85 wie viel Brei isst deine Tochter inzwischen? Und hast du auch schon Öl dabei? Verdauungsirritationen sind am Anfang der Beikost nicht selten. Um dem Darm genügend Zeit für die Umstellung auf Beikost zu geben, ist ein vorsichtiges und behutsames Vorgehen ratsam. Du darfst langsam vorwärts gehen und die Mengen noch klein halten. Festerer Stuhl als zuvor gewohnt, muss nicht bedeuten dass die Beikost schlecht vertragen wird. Festerer oder seltenerer Stuhl als zuvor, kann auch ein Zeichen für die Beikostreife sein. Der Darm wächst und verändert sich - mit der Entwicklung und dem allgemeinen Wachstum. Und dieses Merkmal kann zeigen, dass der Darm in Veränderung ist, was u.a. Beikostreife anzeigen kann. Wenn dein Baby leidet, dann ist das natürlich ungünstig. Massive Verdauungsprobleme können auf eine doch noch möglicherweise bestehende Beikostunreife deuten. Steigere die Mengen nun erstmal wieder nur sehr langsam und biete deiner Tochter jetzt einfach wieder die Pastinake an, die sie bereits gut vertragen hatte. Dann gibst du Öl dazu und anschließend Kartoffel. Lass Möhre erstmal weg und ergänze den Gemüse-Kartoffelbrei mit bspw Kürbis oder Süßkartoffel. Ergänze den Brei jetzt mit Öl* damit der Brei besser sättigt und auch die Verdauung verbessert wird. Füttere diese Mischung deiner Tochter für ca 2-3 Tage und steigere jeden Tag die Breimenge um jeweils 1 bis max 3 Löffelchen. Schließlich kannst du den Gemüse-Ölbrei noch mit Kartoffelbrei ergänzen. Grüße Birgit N. * https://www.rund-ums-baby.de/experten/kochen-fuer-kinder/Beikosteinfuehrung_50898.htm


Felisa85

Hallo, danke nochmal für die Antwort!! Gestern und heute haben wir Beikostpause gemacht, weil es schlicht und ergreifend zu stressig war… morgen versuche ich dann wieder Pastinake. Als ich letzte Woche beginnen habe hat meine Tochter direkt 5-6 Löffel gegessen, am nächsten Tage schon 2-3 mehr dazu. Wenn’s nach ihr gegangen wäre hätte sie das ganze Glas gegessen… Lust darauf hat sie, keine Frage. Ich mache jetzt morgen einfach mal mit Patinake weiter und schaue wie es dann mit der Verdauung läuft. Liebe Grüße Felisa


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