letiziaceline1
Hallo, bei uns läuft die Beikosteinführung leider nicht ganz nach den vorgegebenen Richtlinien. Meine Tochter ist 5Monate und 2Wochen, wurde und wird bisher gestillt. Die Milch reichte aber nicht mehr aus und sie zeigte schon Ende 4.Monat alle Anzeichen für Beikostreife. Ich begann 2Tage mit Pastinake,hatte sie gut gegessen und bekam dann aber heftige Bauchschmerzen. Ich wartete ein paar Tage und bin dann auf Reisflocken umgestiegen.Nach einer Woche mochte sie diese nicht mehr. Ich wartete wieder ein paar Tage, da ich dachte, es liegt vielleicht an den Zähnen. Aber jedesmal gierte sie nach unserem Essen und weinte. So zerdrückte ich ihr letzten Sonntag aus Verzweiflung eine Kartoffel und meine Tochter ist seitdem das zufriedenste Kind. Weiterhin wird sie nach Bedarf gestillt. Seit 3Tagen verweigert sie aber auch die Brust um 17.30Uhr und will mitessen . Angerührter Abendbrei sowie Obstgläschen mag sie nicht. Nur ihre Kartoffel. Miittags isst sie ca. ne halbe bis ganze Kartoffel und abends eine halbe. So jetzt zur Frage, was kann ich ihr denn sonst abends als Alternative (selbst gekochtes) anbieten ? Für einen Griessbrei mit H-Milch ist sie doch noch zu jung, oder? Danke sehr fürs Lesen und viele Grüsse
Hallo letiziaceline1 die Sache mit dem Löffel und der B(r)eikost funktioniert manchmal nicht so ganz wie es der Plan vorgibt. Du bist damit nicht alleine. Es kommt durchaus häufiger vor, dass gestillte Babys Beikost vom Löffel manchmal nur weniger gut annehmen. Beikost kannst du aber auch ruhig wörtlich nehmen und zusätzlich zum Stillen mit deinem Baby das Abenteuer Beikost spielerisch beginnen. Du machst also alles richtig und gibst deinem Baby zerdrückte Kartoffel, die sie sehr mag. Beikost ist aus vielen Gründen wichtig und bei gestillten Babys nicht nur allein für die Sättigung bestimmt. Es geht dabei auch um das spielerische Entdecken der verschiedenen sensorischen Eigenschaften von Lebensmitteln. Es läuft so betrachtet eigentlich alles wunderbar. Von Brei und Löffel wollen viele Stillbabys gar nichts wissen. Sie finden es viel besser, lieber gleich richtig mit zu essen, mit eigenem Löffel oder Gabel, mit den Fingern und am liebsten alles, was sie in die Hand bekommen. Gut eignen sich weich gegarte Gemüse-, Kartoffel- oder Obststicks, die die Allerjüngsten mit der ganzen Hand umschliessen können - um die Hand schliesslich an den Mund zu führen. Als Stäbchen/Stick lässt sich das weich gegarte Gemüse gut mit der Faust umschliessen und festhalten um schliesslich abgelutscht zu werden. Vorraussetzung ist immer, dass ein Baby Spaß dabei hat, und das Essen gut schlucken kann. Probier das bald auch einmal aus. Dein Baby sollte dazu frei sitzen können. Zubereitung babygerechter Gemüsesticks: Schneide aus rohen Gemüsesorten (bspw Möhre, Pastinake, Kohlrabi, Zucchini, Kürbis, Süßkartoffel, Kartoffeln, auch: Brokkoliröschen, Blumenkohlröschen) oder Obstsorten Apfel (nur gedünstet), Birne fingerdicke ca 8-10cm lange Stücke. Gare sie (dampfgaren oder in wenig Wasser dünsten) ohne Zusätze sehr weich. Fertig ist das Fingerfood. Vorraussetzung für diesen Selbstbedienungsteller ist immer: dein Baby muss selbständig sitzen können. Diese Sticks sind ein Erlebnis und zum Sattessen am Anfang nicht geeignet. Sie sind eine Bereicherung zu Brei (und Mumi) und führen zaghaft an feste Kost heran. Und wenn sich dein Baby doch noch häufiger verschluckt (manche Babys neigen dazu) dann solltet ihr das Abenteuer besser aufschieben. Hast du vielleicht schon einmal etwas von "baby-led-weaning" gehört? Es ist eine Methode, die wie oben beschrieben funktioniert. Stillen nach Bedarf reiche aus. Statt Brei könnten Babys sofort festere Nahrung kennenlernen. Sinn und Zweck ist dabei mehr das Kennenlernen einer anderen Konsistenz und Geschmacks. Sattwerden sei dabei zweitrangig. Für Stillbabys (die nach Bedarf und ausreichend und oft gestillt werden) akzeptabel, für nicht gestillte Babys weniger gut geeignet. Es sollte trotzdem einiges dabei beachtet werden. Dein Baby sollte bspw schon gut sitzen können. u.v.m. ! Ich kann das nicht ganz vorbehaltlos empfehlen und deshalb kannst du auch mal Biggi Welter im betreuten Stillforum dazu befragen, ob das tatsächlich so sinnvoll ist :-) und für jedes Stillbaby gelten kann. Für solche Babies, die einfach keinen Brei und Löffel mögen und gleichzeitig gut entwickelt sind, ist das sicher gut. Auch als kombinierte Form der Beikost ist das eine gute Idee. Denn es führt schon früh, ganz zaghaft an die Familienkost heran. Diese Beikosteinführung lässt viel Raum für Individualität. Babys, die diesen Weg von der Milch zur Beikost wählen, gibt es immer häufiger. Wenn nach Bedarf gestillt wird, ist diese Methode eine gute Möglichkeit die Kleinsten von Beginn an in den Essalltag zu integrieren. Einer neuen Studie zufolge, soll diese Art der Beikosteinführung, d.h. wenn Babys die Art und Menge der Beikost selbst bestimmen, also buchstäblich alles selbst in die Hand nehmen, vor (späterem) Übergewicht schütze. Mit dieser Methode würden gesunde Essgewohnheiten gefördert. Allerdings seien für de Untersuchung nur etwa 150 Babys beobachtet worden. Eine allgemeingültige Empfehlung könne man deshalb noch nicht aussprechen. Auch mögen nicht alle Babys Fingerfood und stillen nach Bedarf sei für diese Beikost wichtig. Doch auch als kombinierte Form zur Breikost ist das eine gute Idee. Und viele Babys finden das richtig gut. Aber es sollte individuell gehandelt werden. Stückchen in der Beikost nach Bedarf, - ja - wenn es gut ankommt. Also dann Grüße B.Neumann
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