Frage im Expertenforum Kinderernährung - Gastroenterologie an Prof. Dr. med. Michael Radke:

Übergang Familiennahrung / Beikost / Weizenallergie

Frage: Übergang Familiennahrung / Beikost / Weizenallergie

Basmathi

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Hallo und erstmal vielen Dank, ich lese hier schon immer viel mit. :) Und sorry, das wird länger...ich weiß aber gerade überhaupt nicht mehr, was jetzt "richtig" ist. Meine Tochter ist jetzt 10 Monate (korrigierte 9 Monate) alt und entwickelt sich super: Sie plappert munter, krabbelt, zieht sich an Möbelstücken hoch und läuft entlang und ist auch sonst altersgerecht entwickelt - sie ist sogar recht pausbäckig. ;-) Sie ist allerdings nach einem schweren Stillstart (Frühchen mit Magensonde...) ein totales Stillkind geworden und unser Beikoststart verlief recht holprig. Da mein Mann Morbus Crohn und ich Neurodermitis und Asthma habe, und bei ihr bereits eine atopische Dermatitis und Weizenallergie (Bestimmung über IGE Antikörper) festgestellt wurde, habe ich 6 Monate voll gestillt. Dann haben wir langsam mit Mittagsbrei angefangen. Sie hat bisher alles recht gut vertragen, aber nie mehr als 50-80g gegessen. Danach habe ich immer noch gestillt. Da sie mittlerweile 6 Zähne hat und diese seit Ende des 7. Monats nacheinander durchgebrochen sind, haben wir das "schlechte" Essen immer aufs Zahnen geschoben und auf Anraten meiner Hebamme auch den OGB am Nachmittag und den Milchbrei am Abend (mit Hirse oder Hafer) nach und nach eingeführt. Es ist auch völlig egal, ob sie hungrig oder satt ist, wach oder müde... Seit rund 2 Wochen ist das Thema Essen jetzt ein richtiger Kampf. Sie beginnt bei den ersten Löffeln begeistert und fängt dann aber nach ein paar Löffeln an zu schreien, verweigert oder zeigt auf meine Brust. Wir kommen kaum über 40-50g Brei hinaus. Es gab auch schon Tage in den letzten zwei Wochen, an denen ich sie nur gestillt habe. Parallel fängt sie aber auch an, auf unser Familienessen zu zeigen - was mit Nudeln und hellem Brot aktuell noch relativ weizenlastig ist. Sie trinkt übrigens Wasser aus dem Trinklernbecher, aber mittlerweile weder abgepumpte Muttermilch noch Milchersatznahrung aus dem Fläschchen oder Tasse/Trinklernbecher. Ich hatte versucht, sie mit dem Fläschchen von der Brust zu entwöhnen, um so vielleicht mehr Lust auf Beikost zu machen. Meine Fragen sind jetzt folgende: - Können wir das mit dem Brei einfach lassen und direkt zur Familienkost übergehen? Ich habe das Gefühl, sie will selbst essen. Würde auch zu ihrer bisherigen motorischen Entwicklung passen, die ist ja auch recht flott und von "selber machen" geprägt. Hatte mal Hirsesticks gekauft, die knuspert sie begeistert. Oder sollen wir vielleicht nochmal zurückgehen und erstmal nur eine Mahlzeit geben, bis diese vollständig ersetzt ist? Ich sehe aber nicht, wie das gehen soll... - Fehlen ihr Nährstoffe durch die wenige Beikost? Ich wollte eigentlich langsam nach und nach abstillen, will ihr aber auch die Brust nicht einfach "wegnehmen". - Die Weizenallergie stellt uns bei der Familienkost ein wenig vor Probleme, da der Dermatologe meinte, wir sollten auch auf Dinkel, Emmer, oder andere Urgetreide (die ja artverwandt mit dem Weizen sind) verzichten. Ich backe gerne selbst und kann mir auch vorstellen "Ersatznudeln" zu kaufen. Roggen funktioniert zwar beim Brot, aber helles Mehl in Waffeln/Babymuffins/etc. lässt sich damit nur schwer ersetzen. Wie sieht es denn mit sowas wie Kichererbsenmehl/-nudeln, Linsennudeln, oder Maismehl/-nudeln aus? Kann ich diese geben? Haben sie noch andere Vorschläge, was sich da als Ersatz für Weizenmehl eignet? ...ich bin aktuell einfach vom Beikostthema ziemlich überfordert und der Kinderarzt war leider keine große Hilfe. :(


Prof. Dr. med. Michael Radke

Prof. Dr. med. Michael Radke

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ich glaube, Sie machen sich viel zu viele Gedanken. Ich beantworte die Fragen kurz in der Reihenfolge (Ihr Text ist leider viel zu lang!): - Ja, Sie können zur Familienkost übergehen - Solange Ihr Kind die Nahrung bestimmt und nicht Sie, läuft es schief. Sie sollten zügig, d.h. innerhalb einer Woche abstillen, dann wird Ihr Kind auch den Brei akzeptieren. Die Muttermilch ist jetzt nicht mehr bedarfsdeckend und für Ihr Kind nicht mehr nötig - eine Weizenallergie allein aus einem Bluttest zu diagnostizieren, ist abenteuerlich und falsch. Fragen Sie am besten einen Kinderallergologen oder Kindergastroenterologen. Ich behaupte mal, daß eine Weizenallergie bei Ihrem Kind trotz des Bluttest sehr unwahrscheinlich ist. Eine symptomatische Weizenallergie bei einem Säugling habe ich in 40jähriger Tätigkeit als Kinderarzt noch nicht gesehen.


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