Frage im Expertenforum Entwicklung von Babys und Kindern besser verstehen an Dr. med. Rüdiger Posth:

Wie sollen wir uns verhalten?

Frage: Wie sollen wir uns verhalten?

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Hallo, unsere Tochter ist jetzt knapp 14 Monate alt und entdeckt immer mehr ihren eigenen Kopf. D.h. sie war schon immer ein kleines recht forderndes und ungeduldiges Wesen.Sie hat im ersten halben Jahr viel geweint und ist auch jetzt noch sehr quengelig. Wir schenken ihr immer unsere komplette Aufmerksamkeit und haben sie viel umhergetragen und beruhigt und nie weinen lassen. Nun ist es aber so, seit sie laufen kann (seit ca. 3 Wochen) wird es immer nerviger. Sobald wir sie in eine andere Richtung lenken oder sie aus dem Garten mit nach oben nehmen wollen, fängt sie dermaßen an zu Bocken, so dass es schon für mich sehr schwierig wird, sie zu bändigen. Sie streckt sich mit aller Macht von meinem Körper weg und fängt maßlos an zu schreien. Ebenso fängt sie bei jedem "NEIN" was wir ihr gegenüber so herzzerreißend an zu weinen, dass es einem schon fast leid tun kann. Aber bestimmte Dinge gehören ja einfach untersagt. Wir versuchen ihr auch zu erklären, warum man das eine oder andere nicht tun darf, aber sie scheint das gar nicht mehr wahrzunehmen, weil sie sofort extrem an zu weinen beginnt. Sie ist und war auch schon immer so schreckhaft und jedesmal, wenn wir unsere Stimme erheben, zuckt sie zusammen und weint eben. Ein anderes Problem noch: Sie ist ein Kind, das scheinbar immer Unterhaltung und etwas in der Hand braucht. Sobald wir mit dem Auto, Kinderwagen etc. unterwegs sind oder sie im Hochstuhl sitzt, fängt sie auch aus Langeweile an zu weinen. Ist denn richtig jedesmal sofort eine neue Anregung anzubieten (meist interessiert sie das nur kurzzeitig)? Oder sollte man sie ruhig mal "meckern" lassen und auf eine eigenständige Beruhigung hoffen. Ich möchte eben nur, dass sie nicht denkt, dass jedesmal wenn sie weint und meckert sofort jemand "springt" und Abhilfe schafft. Oder sollte man ihr damit entgegenkommen?Aber innerlich bin ich immer hin und hergerissen, da ich aufgrund der sehr anstrengenden Anfangszeit immer dazu tendiere, ihr zu helfen und damit ein Hineinsteigern in ihr Weinen vehrindern will. Haben sie evtl.ein paar Tips für uns, wie man sich als Eltern in diesen Situationen verhalten sollte (beonders vielleicht in der Öffentlichkeit)? Ist das ganze nur eine entwicklungsbedingte Phase und wenn ja, wie lange dauert diese? Ich würde mich über ein paar erklärende Ratschläge freuen. Viele Grüße von einer etwas entnervten Simone.


Dr. med. Rüdiger Posth

Dr. med. Rüdiger Posth

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Liebe Simone, nachdem die primäre Bindung gefestigt ist, wozu Sie mit Ihrem Engagement viel Gutes beigetragen haben, kommt jetzt die Phase der Loslösung (Stichwort!). Ihre hat ihren Willen entwickelt und möchte diesen jetzt bei jeder Gelegenheit und möglichst ohne Einschränkung umsetzen. die Hartnäckigkeit dabei ist eine Frage der Anlagen und des Charakters. Aber daß das nicht uneingeschränkt geht, das ist ein -sagen wir- Naturgesetzt des Zusammenlebens, das jedes Kind akzeptieren lernen muß. Unter "Nein" und "nein-sagen" finden Sie viele Anworten hierzu, die Ihnen sicher weiterhelfen. Was das ständige Beschäftigen angeht, natürlich muß ein Kind erfahren, daß nicht alle Bezugsperson auch seine Unterhalter sind. Insofern wird es ohne Meckern und ein wenig Frust nicht abgehen, aber damit lernt jedes Kind zurecht zu kommen. Das ist schon eine gewisse Vorschule für das spätere Leben in der Gruppe und der Gemeinschaft. Viele Grüße


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