Mitglied inaktiv
Guten Tag Dr. Posth, momentan bin ich wirklich ratlos. Mein Kind (m), 2 Jahre alt und gesund, hat seit ein paar Wochen immer wieder unbegründete(jedenfalls für mich nicht ersichtlich warum) Weinanfälle. Und er steigert sich da so sehr rein, das er gar nicht mehr aufhören kann und richtig schreit. Er möchte dann hochgenommen und rumgetragen werden und ringt um jeden Fetzen Aufmerksamkeit. Er war in letzter Zeit immer mal krank ( nichts Ernstes), naja da gibt man natürlich alle Zeit, die man hat und noch mehr. Vielleicht liegt sein Verhalten daran? Er kam im Oktober in den Kindergarten und ich bin seine absolute Bezugsperson. Aber er fremdelt sonst nie und ist eigentlich auch nicht schüchtern. Wir führen ein ziemlich ruhiges Leben, also nicht viel Besuch usw. Wie soll ich mich nun verhalten, ihn gewähren lassen? Ist das 'ne Phase, ich möchte ihn auch nicht absolut abhängig machen von mir. Und er ist ja nun kein Baby mehr, das man rumtragen muss. Danke und viele Grüsse.
Hallo, wichtig für mich wäre es zu wissen, ob der Übergang in den Ki-ga mit den Kriterien der sanften Ablösung gestaltet worden ist. Ein Kind von 2 Jahren, das außerdem noch keine richtige Loslösung entwickelt hat, braucht unbedingt eine Ersatzbezugsperson in der fremden Einrichtung, um angstfrei dort bleiben zu können. Gegen solche Trennungsängst helfen nicht mehr die Mechanismen, die ein Kind in der Konfrontation mit fremden Menschen entwickelt hat, wenn die Mutter als primäre Bezugsperson dabei ist. Was ist mit dem Vater? Eine gute Erzieherin, die als Tagesmutter oder als Angstellte einer Kinderkrippe dazu fähig ist, einem Kind eine zuverlässige und einfühlsame Bezugsperson zu sein, kann die väterliche Aufgabe bis zu einem gewissen Grad übernehmen. Damit übernimmt sie aber zugleich Verantwortung für das Kind. Vermutlich ist der durch den Ki-ga entstandene Konflikt die Ursache für das Verhalten Ihres Sohnes. Wenn Sie Ihren Sohn im Sinne der sanften Ablösung (s. gezielter Suchlauf) in den Ki-ga begleiten, dann erzeugen Sie keine Abhängigkeit. Im Gegenteil, Sie machen Ihren Sohn stark für spätere, noch kommende Ablösungsprozesse. Viele Grüße
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